Die Nachrichtenlage zum Wochenende ist diffus: Amazon droht Ungemach von den Wettbewerbshütern in Großbritannien und der Luxemburger Behörde CNPD. Gegen den Lebensmittelschnelldienst Gorillas protestieren nun auch die Mitarbeiter in Berlin. Yousign, Klarna sowie Getir holen sich frische Millionen. Mister Spex will im Juli an die Frankfurter Börse. Und dann ist da noch der Spielzeughersteller Mattel, der die Markenrechte an der legendären Barbie-Puppe hält. Die Ankündigung einer Barbie-Loves-the-Ocean-Kollektion hat es in unsere neue Rubrik Nachhaltigkeit geschafft. 

///// HANDEL NATIONAL
Gorillas-Mitarbeiter fordern Solidarität mit Santiago
Nachdem wir gestern über Bürgerproteste gegen den Schnelllieferdienst Gorillas berichtet haben, rücken heute dessen Mitarbeiter in den Fokus. Diese haben nach der Entlassung eines Kollegen (Santiago) die Arbeit in mehreren Berliner Warenlagern niedergelegt und fordern dessen Wiedereinstellung. Streikorganisator ist das „Gorillas Workers Collective", das bereits die Gründung eines Betriebsrats initiiert hat und sich über Twitter für die Rechte der Mitarbeiter einsetzt. Gorillas hat die Kündigung des Mitarbeiters bestätigt.  

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Handel 4.0: So wappnen Sie Ihr Geschäft für die Zukunft
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DHL plant Einsatz von 2.000 Lagerroboter
Die Logistikbranche treibt das Wachstum in der Robotik-Branche voran. Einem Bericht auf ZDNet zufolge, wird der deutsche Paketdienstleister DHL im Jahr 2022 bis zu 2.000 neue Lagerroboter von Locus Robotics einsetzen. Die Zusammenarbeit werde gerade pilotiert. Die Zukunft gehöre den hybriden Mensch-Roboter-Logistiklagern. Nach Angaben von Locus Robotics sind die Roboter autonom und nutzen maschinelles Sehen, um die Artikel strategisch zu identifizieren und auf einer Linie zu platzieren. Sie berechnen außerdem eine optimale Trajektorie und Greifstrategie und lernen mit der Zeit dazu. 

Mister Spex will am 2. Juli an die Börse
Schon seit einigen Monaten wird spekuliert, wann der Online-Optiker Mister Spex den Börsengang wagt, jetzt steht er für den 2. Juli 2021 in Frankfurt am Prime Standard fest. Wie die Wirtschaftswoche aus Investorenkreisen erfuhr, sollen beim IPO Aktien im Wert zwischen 300 und 400 Mio. Euro ausgegeben werden. Damit läge die Unternehmensbewertung bei rund einer Mrd. Euro. 

Zalando feiert den Optimismus
Der Online-Modehändler Zalando will zur Stimmungsaufhellung in der Post-Pandemie-Zeit beitragen und feiert ein europaweites Mode- und Kunstfestival unter dem Slogan „Festival of Optimism". Die Sommerkampagne umfasst einen Mix aus physischen und Online-Veranstaltungen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon im Visier der britischen Wettbewerbsbehörde
Bevorzugt Amazon diejenigen Händler, die auch die Logistik- und Zustellungsdienstleistungen des Konzerns nutzen? Dieser Frage geht laut Medienberichten in Großbritannien nun die britische Wettbewerbsbehörde auf den Grund. Von Amazon liegt bisher keine Stellungnahme vor. 
Auch von EU-Seite droht dem Online-Riesen eine hohe Millionen-Strafe wegen Datenschutzverstößen, schreibt das Wall Street Journal. Die zuständige Luxemburger Behörde CNPD schlägt ein Bußgeld von mehr als 425 Mio. Dollar vor. 

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Click to Pay und Scheme Tokens: Die neuen E-Commerce-Features von Visa, Mastercard, AMEX & Co.
Trotz der herausfordernden Situation in den vergangenen anderthalb Jahren sind die weltweit führenden Kreditkartenunternehmen in puncto Entwicklung nicht untätig gewesen. Für das E- und M-Commerce-Geschäft bringen sie im Jahr 2021 zwei vielversprechende Produkte auf den europäischen Markt: Ein System zur End-to-End-Tokenisierung von digitalen Debit- und Kreditkartenzahlungen sowie ein gemeinschaftlich betriebenes, digitales Karten-Wallet. Mehr

Chinesischer Essenslieferdienst Meituan stellt 60.000 Mitarbeiter ein
In China wachsen die Essenslieferdienste in den Himmel. Einer der größten Anbieter, das Pekinger Unternehmen Meituan, will allein bis Ende 2021 weitere 60.000 Mitarbeiter einstellen, vor allem für die Auslieferung und sein Marketing-Team. Bereits im April kündigte Meituan eine Kapitalerhöhung um 10 Mrd. US-Dollar an, um seinen Lieferdienst mit Drohnen und autonomen Fahrzeugen auszustatten sowie in den Markt für Lebensmittelbringdienste zu expandieren. 


///// TRENDS & TECH

Oatsome und Jacks Beauty Line: So sehen erfolgreiche Instagram-Strategien aus
Die Sozialen Medien können vor allem kleineren Händlern helfen, Relevanz und Kundennähe aufzubauen. Wie das geht und welche Rolle Live-Shopping-Formate dabei spielen können, erläutert Kai Herzberger, Group Director Commerce bei Facebook Deutschland, in einem Gastbeitrag.

Second-Hand-Ware: Lieber kaufen als verkaufen
In Deutschland gibt es einen klaren Trend zum Kauf von Gebrauchtwaren. Laut Second-Hand-Report 2021 der Plattformen momox.de und medimops.de haben 61 Prozent der Deutschen schon einmal gebrauchte Bücher und Medienartikel gekauft, jeder Zweite greift mindestens einmal im Jahr zu (48 Prozent). Der Report zeigt auch, dass deutlich weniger Deutsche Gebrauchtware wiederverkaufen (39 Prozent). Hauptmotiv ist Nachhaltigkeit. Die Corona-Krise hat an diesem Verhalten nichts verändert. 

Diese Firmen sammelten diese Woche Millionen ein: 
  • Das französische Start-up Yousign erhält von Lead Edge Capital 30 Mio. Euro. Mit der frischen Kapitalspritze will Yousign nun zum Marktführer für e-Signaturen in Deutschland aufsteigen. 
  • Der Zahlungsanbieter Klarna hat in einer neuen Finanzierungsrunde satte 639 Mio. US-Dollar eingesammelt. Die Millionen sollen in die internationale Expansion des Unternehmens fließen und das globale Wachstum des Handels weiter vorantreiben.
  • Der Lebensmittellieferdienst Getir hat seine Series D-Finanzierungsrunde mit 550 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben wird Getir nun mit 7,5 Mrd. US-Dollar bewertet.


Die Botschaft der Blumen
Die Heimwerker Online-Plattform ManoMano klärt in ihrem aktuellen Newsletter darüber auf, welche Botschaften man mit welcher Blume an den Empfänger sendet. So steht die Kamelie für Bewunderung, die Rose für starke Gefühle, der Jasmin für sinnliche Liebe und die Hortensie für Dankbarkeit. Was lernen wir daraus? Vorsicht beim Blumenkauf! ManoMano verkauft übrigens lediglich Samen, keine Frischblumen. 

Google integriert WooCommerce
4,4 Mio. WooCommerce-Händler haben es ab sofort leichter, ihr Produktinventar und -Kataloge in die verschiedenen Such- und Entdeckungsoberflächen von Google zu integrieren. Damit steige die Wahrscheinlichkeit auch für kleine Händler, über Such- und Shoppingfunktionen sowie Bilder und Youtube gefunden zu werden. Die Integration von E-Commerce-Angeboten gilt als strategischer Fokus von Google. 

Amazon Advertising-Lösungen „E PWR" geht an die Emarketing AG
Im Umfeld der Amazon-Dienstleister kommt es zu einem neuerlichen Schulterschluss: Die Diva-e, eine der größten deutschen digitalen Dienstleister, verkauft seine Advertising-Lösung „E PWR" an die weltweit agierende Emarketing AG. Die Unternehmen wollen künftig gemeinsam am Markt auftreten. Mehr als 50.000 Online-Unternehmen nutzen die IT-Lösungen bereits. 


///// NACHHALTIGKEIT

Barbie-Puppen aus Meeresplastik
Der Barbie-Markeneigentümer Mattel hat sich ein hehres Ziel gesetzt: Mittels Barbie-Puppen aus zu 90 Prozent recycelten Plastikteilen aus den Ozeanen will man Kinder für eine nachhaltigere Zukunft begeistern. Der zur Barbie Loves the Ocean-Kollektion passende Werbeslogan lautet „The Future of Pink is Green". Bis zum Jahr 2030 gilt außerdem das Ziel, für alle Produkte und Verpackungen 100 Prozent recycelte, recycelbare oder biobasierte Verpackungsalternativen zu verwenden.

Handel formuliert Nachhaltigkeitsziele
In einem Schreiben, das der Lebensmittelzeitung vorliegt, haben führende deutsche Händler unter Federführung des HDE ihre Bereitschaft zu nachhaltigem Wachstum vor kurzfristigem Gewinn zum Ausdruck gebracht.  

Von der Schulbank zum Vintage-Online-Store
Bereits zu Schulzeiten haben die beiden Freunde Leon Jungfleisch und Moritz Gropp ihren ersten Store auf Amazon eröffnet, dann begannen sie Vintage-Ware zu verkaufen und gründeten ihr Unternehmen Peeces. Heute hat der nachhaltige Online-Second-Hand-Laden bereits 18 Mitarbeiter und verkauft bis zu 2.000 Teile im Monat. Von ihren Erfahrungen berichten die beiden Gründer in einem Porträt auf OMR.com.