Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung bringt es an den Tag: Im Schweizer Kanton Zug liegt die Pro-Kopf-Kaufkraft der Einwohner bei 60.000 Euro im Jahr und damit fast dreimal so hoch wie durchschnittlich in Deutschland. Der E-Commerce öffnet für Händler viele Türen, auch in die Schweiz. Wie Händler dorthin ihre Fühler ausstrecken können und warum sich Kunden für Produkte aus anderen Ländern interessieren, lesen Sie heute im 4. Teil unserer Serie „Wege aus der Krise". 

///// HANDEL NATIONAL
SPD in Bayern fordert Online-Abgabe für Innenstadtfonds
Die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD in Annette Karl befeuert die bisher in Deutschland eher zaghafte Diskussion über eine Abgabe des Onlinehandels, mittels derer langfristige Konzepte zur Belebung der Innenstädte gefördert werden sollen. In einer Pressemitteilung heißt es, dass besonders die Einzelhändler in kleineren Städten an den Folgen der Pandemie leide, da sie am Online-Handel nicht beteiligt seien. SPD-Frau Karl stellt sich damit an die Seite des Mainzer Oberbürgermeisters Michael Ebling und Autor Richard David Precht. Außerdem fordert die bayerische SPD eine systematische Förderung lokaler Internetplattformen. 

Amazon-Nachrichten zum FBA-Versand: 

  1. Seit gestern steigen die Versandkosten für FBA-Seller bei Amazon um durchschnittlich 8,34 Prozent. Die Erhöhung komme nicht überraschend, heißt es auf Onlinehändler-news.de. Amazon habe diese bereits Anfang des Jahres angekündigt, aber aufgrund der Corona-Krise zunächst ausgesetzt. Händler, die das Fulfillment weiterhin bei Amazon belassen, müssten jährlich mit Erhöhung der Kosten rechnen. Auch der Versand ins Ausland wird um 12,8 Prozent teurer. 
  2. Nur Händler, die nicht über Amazon ihr Fulfillment machen, haben ab sofort noch Zugang zu den Daten ihrer Kunden. Seit gestern enthält das Reporting des Online-Riesen an seine FBA-Kunden keine Kundendaten wie Name und Adresse mehr. Bisher waren lediglich die E-Mail-Adresse und Telefonnummern nicht weitergegeben worden. 


About You soll an die Börse
Bereits kurz vor Ostern wurden bei About You die Weichen für den Börsengang gestellt: Die Holding-Gesellschaft des Hamburger Onlinemodehändlers wurde in eine Aktiengesellschaft umfirmiert und ein erster Aufsichtsrat installiert, schreibt die Wirtschaftswoche. Das Unternehmen gelte seit langem als Börsenkandidat. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 erwirtschafte die Plattform 1,2 Mrd. Euro Umsatz. Auch für das laufende Jahr liege man wieder weit über Vorjahr, wird Vorstand Tarek Müller zitiert. Die Otto-Group kommentierte die Informationen nicht. 

Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg für Zalando-Aufsichtsrat vorgesehen
Gleich mehrere Medien berichten vom geplanten Aufsichtsratsposten des Delivery-Hero-Chefs Niklas Östberg ab Mai bei Zalando. Er soll auf Jørgen Madsen Lindemann folgen, der nicht mehr zur Wahl antritt. Insbesondere Östbergs globale Plattform-Expertise qualifiziere ihn für diesen Posten, begründete Aufsichtsratsvorsitzende Cristina Stenbeck die Wahl. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Wege aus der Krise Teil 4: Nie war es leichter, Kunden im Ausland zu gewinnen
Der E-Commerce öffnet für Händler viele Türen, auch die ins Ausland. In der Tat war es nie leichter seine Fühler über die Landesgrenzen hinaus auszustrecken und Produkte auf anderen Märkten zu verkaufen. Doch was interessiert Kunden in anderen Ländern an Produkten aus dem Ausland? Etailment-Autor Wolfgang Borgfeld erläutert die Gründe. Neben dem Preis spielt auch die Aussicht eine Rolle, neue Marken und Produkte zu entdecken, die es auf dem Heimatmarkt nicht gibt.

Kaufkraft in der Schweiz deutlich höher als in Deutschland und Österreich
Eine vergleichende Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) zeigt, dass die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft der Schweizer:innen bei 40.739 Euro liegt, während Österreicher:innen 24.232 Euro und Deutsche in diesem Jahr im Schnitt lediglich 23.637 Euro ausgeben können. Während es in Österreich eine relativ homogene Verteilung der Kaufkraft gibt, liegen zwei Schweizer Regionen – Zug (60.000) und Schwyz (55.000) – deutlich über dem Durchschnitt. Die Studie gibt wertvolle Hinweise für ein gezieltes Marketing für Luxusartikel. 

Zalando startet mit Connected Retail in Frankreich
Frankreich sei wichtig für Zalando, verkündet Carsten Keller, VP Direct to Consumer gegenüber der Textilwirtschaft und kündigt den Start des Mode-Retailers in Frankreich an. Stand Ende Februar sei man mit rund 3.400 Stores in neun europäischen Märkten vertreten, bis Jahresende sollen es 6.000 werden. 

Wird der Amazon-Prime-Day in den Juni 2021 vorverlegt?
Business-Insider zufolge gibt es Spekulationen, dass Amazon den Prime-Day von traditionell Juli auf Juni 2021 vorziehen will, um den Umsatz im 2. Quartal gegenüber 2020 zu verbessern und Investoren zu beeindrucken. Von Amazon heißt es, dass man derzeit dazu keine Ankündigung mache. 

///// TRENDS & TECH

Das Bett ist der beliebteste Ort für Online-Shopping
Eine Umfrage von USwitch in Großbritannien legt die am meisten genutzten Orte fürs Online-Shopping offen: Demnach ist das eigene Bett der beliebteste Ort, gefolgt vom Home-Office und dem Esstisch. 60 Prozent der Befragten gaben an, auch schon mal auf der Toilette Transaktionen durchgeführt zu haben. Die bevorzugte Plattform bei den Brit:innen ist derzeit TikTok mit 41 Prozent der befragten Nutzer gefolgt von Instagram (27 Prozent). Befragt wurden über 4.300 Brit:innen, die eigenen Angaben zufolge regelmäßig online einkaufen. 

Neue Start-ups aus München mit Fokus auf E-Commerce
  • Eine digitale Plattform für Tierbesitzer, Tierärzte und glückliche Haustiere will das Start-up PetLeo sein. Die App bietet Gassi-Routen, Giftköder-Alerts sowie digitale Gesundheitsakte und Videosprechstunden bei Tierärzten.
  • Wir vermieten für Sie unter... könnte der Slogan des Start-ups Zenmieter lauten, das Wohnungen mietet, um diese über seine Plattform wieder zu vermieten. 
  • Der vegane Marktplatz Melon ist nach eigenen Angaben das „Ebay und Airbnb für veganes Essen". Jeder Nutzer kann veganes Essen mit Menschen im Umfeld teilen.


Experten-Talk zu Marktplatz-Strategien
Die großen Online-Marktplätze sind laut dem aktuellen Marktplatz-Index von Mirakl Enterprise – basierend auf einer Analyse der 60 größten Marktplätze außerhalb Amazon – in Corona-Zeiten stärker gewachsen als der Online-Handel selbst. Um die Hintergründe dafür zu erläutern, laden der Plattformdienstleister Lengow (Feedmanagement) und Gominga (Review-Management) am 27. April 2021 um 11 Uhr zum online Expert-Talk. Die Teilnehmer erwarten konkrete Tipps für eine bessere Performance sowie Aufklärung zu den Dos und Donts auf Markplätzen. Zur Anmeldung geht es hierMit dabei auch Real.de.