Es ist mal wieder so weit, Verdi ruft zu einem Streik bei Amazon auf. Am heutigen 1. November sollen die Mitarbeiter in Leipzig und an zwei Standorten in Bad Hersfeld in den Ausstand treten. Ob dies am Ende mehr als eine Randnotiz bleiben wird, ist kaum vorstellbar, denn Verdi kämpft schon seit Jahren um die Anerkennung der Flächentarifverträge durch den Konzern. Amazon lässt den Druck der Streiks geradezu an sich abperlen. Ob die Streikversuche jemals Erfolg haben werden, ist mehr als fraglich, mit allzu großen Erwartungen sollten die Gewerkschaftler nicht in die Streiks gehen. Es ist eine verfahrene Situation. Die einen sehen nur in Streiks einen Weg, die andere Seite betont ihre arbeitnehmerfreundlichen Bedingungen, für diesen Gordischen Knoten hilft keine kräftige Waffe, hier muss ein geschickter externer Verhandler ran. Es ist möglich, die GdL und die Deutsche Bahn haben es auch geschafft.

///// HANDEL NATIONAL

1-2-3.tv setzt Spracherkennung von Crealog ein
Kunden können ihre Bestellungen auf der Auktionsplattform 1-2-3.tv in Zukunft am Telefon auch sprachlich aufgeben, das Eintippen über die Telefontastatur entfällt nach Unternehmensangaben. Technische Grundlage für die neue Option sei die Conversational Interactive Voice Response von Crealog. Nun sei für die Kunden eine schnelle Abwicklung möglich, so dass sie die Produkte zum gewünschten Preis erhalten könnten. Mit Hilfe des neuen Systems sei bei der Bestellung das Erkennen von gesprochenen Ziffern, Zahlen und Geburtsdaten, Farbvarianten, Größen und Stückzahlen der Produkte möglich, so dass die Verfügbarkeit von Größen und Farben abgefragt werden könnten. Für ein Kaufgebot reiche die Aussage "Jetzt bieten" aus. Die beiden Partner wollen die Kooperation ausbauen, in der Folge sollten dann auch Rückgaben per Sprachangabe möglich werden.

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Einkünfte bei Ebay müssen angegeben werden
Personen, die Sozialleistungen beziehen und daneben aber auch über Ebay Produkte verkaufen, müssen diese Einnahmen beim Jobcenter angeben. Darüber habe jetzt das Sozialgericht Oldenburg entschieden, berichtet Onlinehändler-News. In dem vom Gericht behandelten Fall habe die betroffene Person, die Ebay-Einnahmen nicht angegeben, woraufhin das Jobcenter eine monatliche Summe von 500 Euro dafür angesetzt habe. Beim ihrem ersten Vorgehen hätten sich beide Seiten auf einen Vergleich geeinigt, doch in der Folge habe die Person bestimmte Stellen der vorzulegenden Unterlagen geschwärzt, so dass für das Jobcenter keine Möglichkeit bestanden habe, eine Neuberechnung vorzunehmen. Nun habe das Sozialgericht habe klargestellt, dass nur das Schwärzen von Ausgaben zulässig sei, liege keine lückenlose Angabe der Einnahmen vor, dürfe das Jobcenter die Einnahmen anrechnen. Das Urteil sei vom Landgericht Niedersachsen bestätigt und rechtskräftig.

Zooplus-Übernahme stockt
Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman und EQT, die sich für die Übernahme von Zooplus auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben, kommen nicht voran. Die Frist, bis zu der sie sich 50 Prozent der Anteile gesichert haben müssen, sei der 3. November, vor dem Wochenende waren es laut Handelsblatt erst 19,3 Prozent, am Wochenende hat sich nichts verändert. Hellman & Friedman und EQT hätten ihr Angebot für die Aktien des Online-Händlers für Tierbedarf auf 480 Euro je Aktie erhöht, Erfolg habe die Aktion aber nicht gehabt.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Lieferprobleme in den USA beeinträchtigen das Weihnachtsgeschäft
In den USA rechnen die Unternehmensleitungen im Handel von stärkeren Lieferproblemen in der Weihnachtszeit. Nach einem Bericht von Retail Dive müssten sich 98 Prozent der in einer Studie von First Insight und dem Whartons School‘s Baker Retaling Center befragten Manager mit entsprechenden Schwierigkeiten auseinandersetzen. Alle 100 Prozent gaben an, dass die gestörten Lieferketten Auswirkungen auf die Weihnachtssaison haben und durch 2022 andauern würden. 59 Prozent von ihnen reagierten mit Preiserhöhungen oder einer Anhebung der Versandkosten für die Kunden, 36 Prozent würden versuchen, durch kleine Veränderungen das Preisniveau zu halten. Nur zwei Prozent erwarteten keine Auswirkungen. Von den Befragten rechneten 68 Prozent mit einem Verlust unter zehn Prozent, fünf Prozent erwarteten ein Minus von mehr als 30 Prozent.

Globe-Trotter startet Koffergestaltung per Internet
Die Kunden des britischen Kofferherstellers Globe-Trotter unterlaufen am Flughafen nicht mehr der Gefahr, dass sie den Koffer verwechseln könnten, denn sie können sich ihre Gepäckstücke jetzt von zu Hause aus selbst gestalten. In Kooperation mit den beiden 3D-Spezialisten Smartpixels und Unity habe Globe-Trotter eine Funktion in den eigenen Online-Shop integriert, so dass nun die Auswahl der Farbe des Gepäckstücks selbst, den Ecken, der Schlösser und des Inneren virtuell erfolgen könne, heißt es bei Fashion United. Insgesamt bestünde eine Auswahl aus 30 verschiedenen Farben für den Koffer und 15 für die anderen Teile. Die Kunden könnten durch eine 3D-Darstellung das komplette Design ansehen und gestalten. Die endgültige Produktion erfolge im Werk von Globe-Trotter.

Shopify erwartet für 2021 eine niedrigere Wachstumsrate für den Umsatz als 2020
Shopify hat den Gesamtumsatz im dritten Quartal um 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,12 Milliarden US-Dollar gesteigert, teilt das Unternehmen mit. Niedriger sei das Plus im Bereich der Subscription Solutions gewesen, hier habe sich der Umsatz um 37 Prozent auf 336,2 Millionen US-Dollar verbessert, die niedrigere Rate führt das Unternehmen darauf zurück, dass sich mehr Händler der Plattform angeschlossen hätten. Das vierte Quartal schätzt der Vorstand von Shopify unverändert als das stärkste Quartal ein, der Umsatz werde sich aber gleichmäßiger auf alle vier Quartale verteilen als bisher. Für das Gross Merchandising Volume gehen die Verantwortlichen davon aus, dass es bei Shopify schneller wachsen werde als im Handelsmarkt, der von den Problemen in den Lieferketten beeinträchtigt werde. Insgesamt rechneten sie mit einem raschen Umsatzwachstum, aber mit einer niedrigeren Rate als 2020. So würden die Raten bei Abo- und Händlerlösungen sich weiter annähern als in den Vorjahren.


///// TRENDS & TECH

Der Black Friday beginnt am 2. November
Die Kunden warten nicht mehr bis zum eigentlichen Black Friday am 26. November, der globale Verkaufsstichtag hat sich inzwischen zu einem wochenlangen Ereignis entwickelt. Nach einer Untersuchung des Technologieunternehmens Criteo auf der Grundlage von Verkaufsdaten von 5.000 Händlern weltweit, fällt der Startschuss bereits am 2. November. In Deutschland seien die Verkaufszahlen vergangenes Jahr zwischen dem 1. und 21. November gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent angestiegen, am eigentlichen Black Friday, dem 27. November 2020, seien die Umsätze im Vergleich zum Oktober um 187 Prozent nach oben geschossen. In Deutschland starteten die Kunden im Durchschnitt rund drei Wochen vor dem eigentlichen Termin, ein Viertel von ihnen benötige mehr als acht Wochen zwischen dem Start der Produktsuche und dem Kauf. Auf der Produktseite seien 2020 Spielwaren der Renner gewesen, hier habe es einen Zuwachs um 471 Prozent gegeben. Bei den Elektronikartikeln sei es dagegen "nur" um 401 Prozent nach oben gegangen.

Unternehmen wollen mehr Geld für Data-driven Marketing einsetzen
Das Data-driven Marketing gewinnt nach einer neuen Studie von EHI immer stärker an Bedeutung. Die Unternehmen wollten mehr Geld in die Möglichkeiten, durch das Sammeln von Daten weitere Kenntnisse über die Kunden zu erlangen, investieren. Der Report "Data-driven Marketing im Handel 2021" zeige, dass 2026 alle befragten Händler mehr als zehn Prozent ihes Marketingbudgets für diese Marketingform ausgeben wollten, 32 Prozent seien zu Ausgaben über 50 Prozent bereit, derzeit investierten 64 Prozent der Unternehmen weniger als zehn Prozent. Bei der Art der Datengewinnung wollten sich die Händler in der Zukunft auf eigene Systeme stützen, der Weg über Cookies von Drittanbietern verliere nicht nur wegen des bevorstehenden Cookie-Verbots an Attraktivität. 96 Prozent der Unternehmen wolle mit den Daten Kenntnisse über die Zielgruppen erlangen, 92 Prozent die Umsätze steigern.

Product-Experience-Management: Die richtige Information im richtigen Kontext zum richtigen Zeitpunkt
Konsistente Daten sind die Grundlage für eine überzeugende Customer Journey und eine gute Konversionsrate. Mit einem Product-Information-Management (PIM-) System können Händler nicht nur alle Produktdaten zentral bündeln, pflegen und auf allen Kanälen ausspielen. Ein Product-Experience-Management (PXM) erweitert das PIM um die Kontextuierung - und ermöglicht so eine perfekte Kundenansprache. Für welche Händler sich das PXM lohnt, erklärt Gastautorin Anja Missenberger vom Softwareanbieter Eggheads.

///// NACHHALTIGKEIT

Amazon hält 20 Prozent an E-Fahrzeug-Produzent Rivian
Amazon hat mitgeteilt, dass es mittlerweile 20 Prozent an dem Produzenten von Elektrofahrzeugen Rivian hält. Der Online-Konzern hat seit 2019 in das Unternehmen investiert, heißt es bei Geek Wire, nun sei diese Marke erreicht. Die Investitionen gehörten zum Climate Pledge Fund, mit dem Amazon bis 2040 CO2-frei werden wolle. In den ersten Investitionsrunden 2019 habe Amazon 700 Millionen US-Dollar und 1,3 Milliarden US-Dollar in Rivian gesteckt, bei der Finanzierungsrunde in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar im vergangenen Juli habe Amazon zu einem der führenden Investoren gehört. Amazon habe insgesamt rund 100.000 elektrische Lieferfahrzeuge bei Rivian bestellt und hofft, 2022 die ersten 10.000 einsetzen zu können.