Liebe Leserin, lieber Leser, passender konnte es das Handels-Karma nicht machen: Mit reichlich Presserummel ging gestern der letzte Otto-Katalog in Druck. Nicht viel weniger Rummel machte der gestern eröffnete Pop-up-Store "Home of Christmas" von Amazon in Berlin. Hier wie dort geht es auch um Emotionen. Die aber sind unterschiedlich. Mal (ein bisschen) Wehmut, mal Vorfreude. Freuen Sie sich mit uns aufs Wochenende.

Süßer die Glocken nie klingen
In einer für Hersteller und Händler ungewohnten Eintracht schwärmen Adidas-Vorstand Roland Auschel und Zalando-Co-Gründer David Schneider im Doppelinterview von ihrer Kooperation, vom Datenaustausch un erklären, wie man Arm in Arm die Kunden überall abholen möchten. Zudem hoffen sie, mit Hilfe Künstlicher Intelligenz künftig die Retourenquoten weiter drücken zu können.

Es ist für uns eine Zeit angekommen
Es war einmal ... der Otto-Katalog. Der Letzte seiner Art ging gestern in Druck. Auf dem Cover diesmal ein Smartphone und der Satz "Ich bin dann mal App". Programmatischer Hinweis auf die Mobile-Strategie des Versenders.  Insgesamt 70 Prozent der Besuche im Shop kommen über mobile Endgeräte. Für Karma-Vergleiche: Neckermann stellte seinen Katalog 2012 ein - und meldete noch im gleichen Jahr Insolvenz an.

O du fröhliche
Viel Presse und einen vergleichsweise überschaubaren Kundenansturm beobachte Jochen E- Fuchs von t3n (samt reichlich Bildern) bei der Eröffnung des Pop-up-Stores "Home of Christmas" von Amazon in Berlin. Ohnehin konnte man nur gucken und dann bestenfalls per App bestellen. Langweilig dürfte einem im Laden trotzdem nicht werden. Neben all den klassischen Gadgets und Weihnachtsgeschenkideen ("Darth Vader Castle" von Lego) konnte man auch "TV-Stars" wie die Po-Dusche von HappyPo aus "Die Höhle der Löwen" finden. Event-Aktionen wie eine Koch-Show gab es auch. Notiz an mich selbst: Demnächst mal wieder in Frankfurt zu Pfüller an der Goethestraße gehen. Da werden vorweihnachtlich im Laden gerne mal lecker Waffeln gebacken.

Morgen Kinder wird’s was geben
Nach dem verheerenden Weihnachtsgeschäft im Vorjahr verändert Media-Saturn seine Strategie für den Black Friday teilweise. Der Händler rückt Eigenmarken-Artikel und Service-Angebote stärker in den Mittelpunkt, beobachtet die Lebensmittel Zeitung.

O Tannenbaum
Obi rückt im Weihnachts-Spot die Nordmanntanne mit einer üppigen 360-Grad-Kamerafahrt (Agentur: Zum goldenen Hirschen) in den Mittelpunkt. Das ist erwähnenswert, weil die Baumarktkette die Tanne auch im Online-Shop samt Lieferung (Versandkosten: 4,95 Euro) anbietet. 

Herbei, o ihr Gläubigen
Die Global Fashion Group von Rocket Internet bereitet den Börsengang für Frühjahr 2019 vor, will das Manager Magazin wissen. Eine Bewertung von bis zu 2,5 Milliarden Euro soll beim IPO möglich sein. Das Textil-Konglomerat konnte seine Verluste zuletzt verringern.

Vom Himmel hoch da komm ich her
Apple hat jetzt mit dem Direktvertrieb bei und über Amazon begonnen. Ab 2019 dürfen dann nur noch autorisierte Händler Apple-Produkte via Amazon verkaufen. Hier geht es zum deutschen Apple-Shop. In Zeiten schwächelnder Umsätze kann es sich Apple eben nicht mehr leisten, bei der Wahl der Vertriebskanäle abgehoben zu sein.

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Einladung zum Webinar: E-Invoicing im Handel
Die aktuelle Studie von Fraunhofer IAO und Comarch zeigt, wie sich der deutsche Handel und andere wichtige Branchen auf die elektronische Rechnung einstellen. Im Webinar am 5.12. zeigt die Studienautorin, welche Arten von E-Invoicing verbreitet sind und welche positiven Effekte tatsächlich nach der Einführung eintreten. Die Teilnahme ist kostenlos.

TRENDS & FAKTEN

Kling, Glöckchen, klingelingeling
Volkswagen steigt mit 49 Prozent beim Digitalisierungsdienstleister Diconium in Stuttgart ein. Der soll helfen, die Vertriebsplattformen für digitale Produkte weiter zu entwickeln, mit der Kunden online Dienste und Funktionen der vernetzten Autos kaufen und verwalten können. Im Kern gehe es darum, im digital vernetzten Auto attraktive Plattformen für E-Commerce aufzubauen, meint die FAZ.

LZ bootcamp: Fit für Omnichannel Marketing
Ohne Omnichannel-Marketing geht es heute nicht mehr. Wer dafür Wissen tanken will, der sollte am 31. Januar 2019 ins LZ bootcamp gehen. Das Management-Programm des etailment-Schwester-Titel "Lebensmittel Zeitung" unter dem Motto „learning by doing“ ist genau die richtige Adresse, um von Top-Experten aus Wissenschaft und Praxis zu lernen.

Start-up des Tages
Das Start-up Ravelin hat eine Schutzsoftware entwickelt, die sich automatisch anpassen und neue Betrugsversuche abwehren kann. Betrügerische Chargebacks werden um durchschnittlich 50 Prozent gesenkt.

Favorit der Leser am Vortag
Nils Fischer, Geschäftsführer und Co-Gründer Liefery, über "Mothership"-Konzepte mit ausschwärmenden Zustellrobotern, künstliche Intelligenz im Depot und Big Data bei der Tourenplanung. Die große etailment-Umfrage, Teil 8.