Liebe Leserin, lieber Leser, die Schweizer Digitalisierung wird ja hierzulande gerne mal belächelt. Erst recht, wenn es dann um so Player wie eine Handelskette mit 273 Läden geht, die Blumenerde. Tierfutter, Gartengeräte und vieles mehr an Bauern, Tierfreunde und Gartenbesitzer verkauft. Landi heißt die Kette, eine Genossenschaft von Bauern für Bauern, agiert auch online und schafft es, erfuhr man auf dem Branchenkongress ConnectaBern, dass 75 Prozent der Bestellungen offline abgeholt werden. Ich weiß nicht, wie disruptiv die Digitalisierung der Schweizer ist - aber von Kunden scheinen sei einiges zu verstehen. Hier sind mehr Nachrichten von Kundenverstehern. 


Aldi liefert in London
Aldi Süd testet nun auch in Großbritannien das Online-Lebensmittelgeschäft und verbündet sich dafür mit dem Online-Lieferdienst Home Run. Zunächst ist das Angebot nur in London verfügbar, weiß die Lebensmittel Zeitung. Liefergebühr: rund 6 Pfund. Hinzu kommen laut "LZ" 10 bis 20-prozentige Aufschläge auf die Regalpreise.

Klingel-Gruppe will Technologiehub sein
Die Pforzheimer KLiNGEL Gruppe will mit weiteren Partnern und Kooperationen mit digitalen Marktplätzen und Shopping-Plattformen  wachsen und will in den nächsten 12 bis 18 Monaten mindestens weitere fünf bis sieben Plattformen - unter anderem auch im europäischen Ausland - anbinden.  Um Kooperationspartner buhlt Oliver Lenz, Mitglied der Geschäftsleitung, dabei per Mail mit Sätzen wie "Wir entwickeln uns zu einem innovativen Technologiehub für vertikale Nischenmarken im Segment der Bestager“. Die Buzzwords der Branche hat man also mindestens drauf. 

Neuer Kopf für die Marke Otto
Alexander Rohwer verantwortet jetzt die Markenführung des Online-Händlers Otto. Im neu geschaffenen Bereich Strategy & Brand ist der 35-Jährige für die strategische Ausrichtung der Marke Otto und die Umsetzung einer neuen Markenpositionierung zuständig. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration des Social Media-Marketings in den Gesamtbereich. Zuletzt war Rohwer unter anderem an der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, etwa OTTONow, beteiligt.

"Nicht nützlich"-Funktion nützt nichts
Amazon kappt die "Nicht nützlich"-Funktion im Bewertungssystem für Kundenrezensionen. Grund: Händler missbrauchten das Feature, um missliebige Kritik im Ranking abzuwerten, weiß t3n.

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5.000 Geräte in 900 Läden: La Halle setzt auf Comarch für kundenorientierte Omnichannel-Strategien
Angesichts des starken Wettbewerbsdrucks in der Retail-Branche und sich wandelnder Kundenerwartungen hat La Halle sein Geschäfts-Informationssystem ausgebaut. Das Unternehmen will damit dem neuen Omnichannel-Kaufverhalten gerecht werden und die Qualität seiner Dienstleistungen verbessern. Unter anderem stehen den Verkäufern dafür nun mobile PoS-Geräte zur Verfügung. Erfahren Sie mehr >>.

INTERNATIONAL


"Amazon Go" eskaliert allmählich
Nach Seattle und Chicago hat Amazon jetzt in San Francisco einen weiteren kassenlosen Supermarkt "Amazon Go" eröffnet, berichtet The Verge. Es ist Laden Nummer 6. Amazon setzt diesmal vor allem auf frisch zubereitete Snacks. Begleitet wird die Eröffnung wie immer von dem Gerücht, dass Amazon binnen weniger Jahre hunderte, wenn nicht sogar tausende Go-Läden plane. Wahrscheinlich will Bezos nur das "That escalated quickly"-Mem irgendwie okkupieren.

UPS profitiert
Der US-Paketdienst UPS (pdf) meldet für das abgelaufene Quartal ein Umsatzplus von 8 Prozent auf gut 17,4 Milliarden Dollar und einen - auch dank niedrigerer Steuern - Überschuss von 1,5 Milliarden Dollar (plus 20 Prozent).


TRENDS & FAKTEN

Sparsame Schweizer
Für 80 Prozent der Schweizer Kunden ist der Gratisversand beim Onlinekauf ein wichtiges Kriterium. Doch nur ein Viertel der befragten Onlinehändler kommen diesem Wunsch nach. Das ist ein Ergebnis des Schweizer Stimmungsbarometer 2018 der Hochschule Luzern, der Fachhochschule Nordwestschweiz und der Schweizerischen Post. Weiteres Ergebnis: ricardo.ch (82 Prozent), Amazon (77 Prozent), Zalando (65 Prozent), Galaxus (63 Prozent), eBay (54 Prozent) sind die beliebtesten Marktplätze.

Onlinekunden öfter frustriert
Laut einer Studie von Pitney Bowes sind Online-Kunden zunehmend gefrustet und das vor allem mit dem Moment nach dem Kauf. Tracking, Lieferung, Retouren und Versandkosten drücken vor allem die Stimmung beim Onlinekauf. Nun würde ich mal wetten, dass die Onlinehändler nicht schlechter, dafür aber die Kunden immer kritischer und verwöhnter geworden sind.  

Lesetipp des Tages
Wer nicht den Anschluss an Kunden und Daten verlieren will, muss sich künstlicher Intelligenz widmen. Sie wird den Handel nochmals massiv verändern. Das etailment-Whitepaper "KI im Handel" zeigt, wo und wie das heute schon passiert und wie davon auch der Omnichannelhandel profitiert. Direktlink zum Download.

Start-up des Tages
Keine Angst vor der DSGVO! Das Münchner Start-up Usercentrics widmet sich den herausfordernden Themen Datenschutz, DSGVO und E-Privacy-Compliance und unterstützt Geschäftskunden dabei, Online-Plattformen und Software auf den neuesten Stand zu bringen.

Beliebtester Beitrag am Vortag
Der Onlinehandel ist der Turbo für die Logistikbranche. Immer mehr Bestellungen bedeutet immer mehr Stress beim Ausliefern. Dem ist das bisherige System kaum noch gewachsen. Aber es gibt Hoffnung, durch neue Bündnisse - und neue Ansprüche an die Kunden.