Russland versucht seinen internationalen Zahlungsverkehr über China zu lenken, doch kann China die Schweiz ersetzen? Wohl kaum. Will es das? Klar ist, China braucht die internationalen Märkte für den Absatz seiner Produkte und dürfte in große Schieflage geraten, wenn es sich mit Russland gemein macht. Kaum anders ist zu verstehen, dass der Online-Riese Alibaba seine March-Expo angesichts der Kriegsbedrohung nicht aussetzt. Die gestern für den ganzen März gestartete Aktion umgarnt Verkäufer und Käufer in aller Welt. Einer Pressemeldung zufolge stehen deutsche Einkäufer im Fokus. Interessant. 

///// HANDEL NATIONAL
Plattformarbeit und ihre Folgen
Spiegel-Online widmet sich in einer Reportage den Plattform-Arbeitern und den mit diesem Vertriebsweg verbunden Folgen für den Arbeitsmarkt. Fast sechs Prozent der deutschen Erwerbstätigen beziehe mindestens ein Viertel seines Einkommens aus sogenannter Plattformarbeit. Fast alles kann man mittlerweile über Plattformen erwerben. Vier von fünf Deutschen nutzen sie. Dennoch sind die Beschäftigungsformen prekäre. Lesenswert. 

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Amazon geht nicht ins Allgäu
Was könnte die Gemeinde Memmingerberg vom hessischen Bad Hersfeld lernen? Wie man Amazon erfolgreich ansiedelt zum Beispiel. Im Allgäu wird es nun nicht dazu kommen, heißt es bei Amazon. Zu sehr stehe man lokal in der Kritik wegen eines vermeintlich mangelhaften Verkehrskonzepts und Naturschutz. Das Projekt werde beerdigt

Kein russischer Wodka mehr bei Aldi
Die Auslistung russischer Waren bei deutschen Händlern hat begonnen. So will Aldi ab sofort keinen russischen Wodka mehr verkaufen, Rewe wird 40 Artikel aus Russland aussortieren. Edeka teilte mit, dass man schon länger keine Geschäftsbeziehungen zu Herstellern mit Sitz in Russland unterhalte. Laut Nachrichtenagentur DPA werden vorhandene Bestände nicht vernichtet, sondern abverkauft oder an Tafeln gespendet. 

Aktie von Hellofresh stürzt ab
Der Neuling an der Frankfurter Börse Hellofresh hält zehn Prozent am russischen Kochboxenversender Chefmarket.ru. Wie das Handelsblatt berichtet, war Hellofresh-Chef Dominik Richter bei der Präsentation der Jahreszahlen 2021 gestern sehr bemüht, dieses Engagement herunterzuspielen. Die sehr guten Ergebnisse des Unternehmens ließen sich dadurch nicht trüben, hieß es.  


///// HANDEL INTERNATIONAL

Maersk und MSC stoppen Russlandtransporte
Mit Blick auf die Ukraine-Krise haben die Containerreedereien Maersk und MSC fast alle Transporte von und nach Russland gestoppt. Auch der Logistikriese Deutsche Post, DHL, wird keine Express-Sendungen und kein Frachtgut mehr nach Russland versenden. Ein DHL-Sprecher begründete dies gestern mit der Sperrung des Luftraums. Davon betroffen sind auch Sendungen nach Weißrussland. Express-Sendungen sind vor allem für den Versand von Ersatzteilen und Dokumenten relevant. Briefe und Pakete etc. werden weiterhin transportiert.

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An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Shopee zieht sich aus Frankreich zurück
Das war ein kurzes Intermezzo: Der südostasiatische Online-Riese Shopee schließt am 6. März 2022 seine Online-Aktivitäten in Frankreich. Eine ausführliche Begründung gibt es von Unternehmensseite nicht, außer dem Hinweis, man teste unterschiedliche Märkte. Andere Länder in Europa, in denen Shopee tätig ist, bleiben von dieser Entscheidung unberührt. 

Masken bei Amazon optional
Der Krieg in der Ukraine verweist die Covid-19-Pandemie auf die billigen Plätze. Gestern war wohl der erste Tag seit Pandemie-Beginn ohne eine einzige Meldung über diese in der Tagesschau. Dazu passt, dass Amazon in seinen US-Logistikzentren die Maskenpflicht aufhebt. In einer Mitteilung vom vergangenen Sonntag heißt es, die Masken seien optional, unabhängig vom Impfstatus. Allen ungeimpften Mitarbeitern empfehle das Unternehmen aber weiterhin die Maske zu ihrem eigenen Schutz. 


///// TRENDS & TECH

Junge Leute wollen mit ihrem Smartphone bezahlen
Der Bezahldienstleister Klarna hat in einer Befragung herausgefunden, dass 57 Prozent der deutschen Verbraucher:innen im Alter von 18-24 Jahren ihr Smartphone als Bezahlmethode im stationären Handel bevorzugen. Lediglich 14 Prozent würde am liebsten mit Karte bezahlen. Auch stehen die jungen Leute weiterhin auf Bargeld. 6,2-mal pro Monat - also doppelt so viel wie der Durchschnitt der Bevölkerung - holen sie Geld am Automaten. Klarna schließt daraus, dass die Generation Z das Kartenzeitalter überspringen wird. 

Überleben in der Krise: Die Nachfrage für Campingkocher steigt
In Krisen wie diesen ändert sich die Nachfrage. Nach Angaben der Preisvergleichsplattform Idealo ist die Nachfrage nach "Survival-Equipment" seit 25. Februar 2022 stark gestiegen. Ganz oben auf der Bestellliste stehen Campingkocher. Auch Elektroheizungen und Generatoren liegen hoch im Kurs. Für Systeme der Wasseraufbereitung ist die Nachfrage um 660 Prozent gestiegen, Benzinkanister verzeichnen einen Rekordnachfrage-Anstieg von 1.239 Prozent.

Tiktok ändert Strategie
Im Überlebenskampf gegen Meta geht der Video-Social-Media-Kanal Tiktok in den Angriffs-Modus: Ab sofort können Videos mit bis zu zehn Minuten Länge veröffentlicht werden, berichtete das Unternehmen gestern. Influencer könnten so mehr Geld verdienen, heißt es bei Tiktok.  

Erste Fashion-Week im Metaverse
Ende März, vom 24. bis 27. März 2022, findet die erste virtuelle Fashion Week im Metaverse statt. Veranstalter ist die Metaverse-Plattform "Decentraland". Geplant sind virtuelle Modeschauen mit Avatar-Models, Runways, Aftershow-Partys, Showrooms, Shops und Vorträge. Viele internationale Luxus-Marken sind am Start, darunter Dolce & Gabbana und Tommy Hilfiger. Digitale Kleidung wird mit "Non Fungible Tokens" bezahlt und vom eigenen Avatar getragen. 


///// NACHHALTIGKEIT

Coop spart 400 Tonnen Papier durch optionale Kassenzettel
Nachhaltig ist, wenn man auf Dinge verzichten kann, die eh kaum einer braucht, wie zum Beispiel einen physischen Kassenzettel. Bei Coop hat man dessen Berechtigung und Nachfrage viele Jahre beobachtet. Das Ergebnis: Er hat ausgedient. Seit 2015 kann er digital erstellt werden, an der Supermarktkasse gibt es ihn nur noch auf Nachfrage. 400 Tonnen Papier spart allein Coop dadurch pro Jahr. Nachahmer gesucht. 

Innatex zeigt Optimismus im Einzelhandel für nachhaltige Mode
Eine Messe am Rand von Frankfurt am Main, ohne Weltallüren, aber nachhaltig und mit zufriedenen Teilnehmern - so lässt sich der Erfolg der Innatex vom vergangenen Wochenende zusammenfassen. 150 Labels präsentierten sich bei der Messe des Veranstalters Muveo GmbH. Heike Hess, die Schirmherrin der Innatex, berichtet vom großen Interesse an nachhaltiger Mode