Die Ukraine-Krise macht sich in den Geldbeuteln aller Menschen in Europa mittlerweile bemerkbar. Wie und wo kann man sparen? Ein Zeit-Leser gibt einen ganz besonderen Tipp: Wer sagt denn, dass das neue Sofa in Deutschland gekauft werden muss, wenn es doch in Polen oder Spanien gleich zweistellig günstiger ist? Man muss lediglich die Länderkennung der Online-Riesen ändern. Europaweit agierende Händler passen ihr Preisniveau an die Kaufkraft an. Der Tipp hält einem ersten Test stand. Online-Shoppen in der EU lohnt sich  trotz Versandkosten.  

///// HANDEL NATIONAL
Alnatura vor dem Online-Start? 
Das Schweizer E-Commerce-Startup Farmy exportiert nach eigenen Angaben sein digitales Wissen nach Deutschland und stattet Alnatura für den Online-Start aus. Farmy  selbst ein Online-Händler für Lebensmittel  werde seine Software künftig auch externen Kunden zugänglich machen, erklärt Famry-Co-Chef Roman Hartmann gegenüber der Handelszeitung. Bisher vertreibt Alnatura seine Produkte nur über externe Online-Partnerfirmen. 

Zalando-Ex-Co-Chef Rubin Ritter geht mit 89 Mio. Euro in Elternzeit
Zalando hat vor ein paar Tagen seinen Geschäftsbericht für das vergangene Jahr veröffentlicht und damit einen ehemaligen Co-Chef wieder in die Schlagzeilen gebracht. Rubin Ritter soll in den letzten Monaten bei Zalando mehrere Aktienoptionen ausgeübt und damit 89 Mio. Euro erlöst haben. Laut Linkedin-Profil befindet sich Ritter derzeit in Elternzeit. 

Hellofresh sieht sich für ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld gerüstet
Die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte von Hellofresh sei auch nach der Covid-19-Pandemie und in einem rezessionärem Umfeld möglich, erklärt CFO Christian Gärtner in einem Video-Interview mit dem Handelsblatt. Über eine halbe Milliarde Kochboxen wurden im vergangenen Jahr verkauft. Hellofresh ist bereits in 17 Ländern aktiv. Das weitere Wachstum soll unter anderem durch Marktpenetration erfolgen. In den USA könne man bis zu 50 Prozent der Haushalte erreichen. 

Das Geschäft mit Luxusartikeln geht auch online pur
Marc Gebauer macht es vor: Die teuerste Uhr in seinem Online-Shop kostet derzeit über 300tausend Euro. Im Segment edler Düfte sei er in nur zwei Jahren unter die Top drei der größten Händler in Deutschland aufgestiegen, erzählt er in einem F.A.Z.-Porträt. Gebauers wichtigstes Werbemedium sind Social Media-Kanäle, wo er sein Zielpublikum – wohlhabende junge Leute unter 30 – am besten erreicht. Für viele seien die Uhren ein Investment, kein Designobjekt.  


///// HANDEL INTERNATIONAL

Litauen ruft zum Verbot der Yandex-Apps in Europa auf
In ihrem Land haben sie die Apps des russischen Tech-Riesen Yandex bereits verboten, nun warnen sie ihre europäischen Kollegen. Litauens Wirtschaftsministerin Aušrinė Armonaitė und der Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas sehen in den Yandex-Apps – darunter Lieferservice-, Fahrdienst- und Überweisungs-Apps – eine Bedrohung der Sicherheit der personenbezogenen Daten. Deshalb sollten sie von allen verfügbaren E-Commerce-Plattformen in Europa entfernt werden. 

China überprüft den Missbrauch von Algorithmen durch Internet-Giganten 
Die chinesische Cyberspace-Verwaltung hat am Freitag angekündigt, den potenziellen Missbrauch von Algorithmen durch Internetgiganten zu untersuchen. Diese sind aufgefordert, ihre verschiedenen Dienste zur Überprüfung vorzulegen. Besonders im Visier ist dabei die Art und Weise, wie Social-Media-Plattformen Werbung und Inhalte anbieten, um Nutzer zu ködern.

Amazon will Neuwahlen auf Staten Island
Amazon hat das National Labor Relations Board (NLRB) um eine erneute Abstimmung über die Entscheidung seiner Mitarbeiter gebeten, sich in seinem Lager auf Staten Island in New York gewerkschaftlich zu organisieren, berichteten US-Medien am Freitag. Das Unternehmen behauptet, die regionale Niederlassung des NLRB habe Wählerunterdrückung betrieben, da nur drei Wahlkabinen zur Verfügung standen, sowie Bestechungsgelder und Drohungen eingesetzt, um die Mitarbeiter dazu zu bringen, für die Gewerkschaft zu stimmen. 


///// TRENDS & TECH

Shein dominiert Fast-Fashion-Markt
Auch wenn die EU dem Fast-Fashion-Trend den Kampf angesagt hat  das Morning Briefing berichtete  wächst der chinesische Mode-Riese Shein rasant. Innerhalb von nur drei Jahren ist der Umsatz von zwei Mrd. US-Dollar (2018) auf 15 Mrd. (2021) gestiegen. Fast-Fashion-Mode sei ein Spiegel unseres geschäftigen Lebens, schreibt die englische Tageszeitung The Guardian, denn sie verspreche Einkauf ohne Reue, schnellere Entsorgung als Pflege und maximale Bequemlichkeit beim Einkauf. Shein sei das Symbol für die Inkonsequenz der Verbraucherinnen und Verbraucher. 

KI generierte Inhalte stuft Google als Spam ein
Alle Webseiten-Content-Manager da draußen, die darüber nachdenken, ihre Texter durch KI zu ersetzen, sollten vielleicht auf die Bremse treten. John Müller, Senior Webmaster Trends Analyst bei Google, hat klargestellt, dass der Google-Algorithmus KI-generierte Inhalte als Spam einstuft. GPT-3 und andere Content-Generatoren gelten demzufolge nicht als Qualitätsinhalte, egal wie überzeugend menschlich sie seien. 

///// NACHHALTIGKEIT

Im Einzelhandel ist Nachhaltigkeit noch ein Lippenbekenntnis
Eine Reifegrad-Studie der Boston Consulting Group in Zusammenarbeit mit dem World Retail Congress zeigt, dass Nachhaltigkeit für viele Einzelhandelsunternehmen inzwischen eine strategische Priorität darstellt. Die wenigsten haben aber bisher eine Nachhaltigkeitsagenda entwickelt und ihre Klimaauswirkungen entlang ihrer Wertschöpfungsketten deutlich reduziert oder nachhaltiges Verhalten in ihren eigenen Organisationen verankert. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens würden weit verfehlt. Befragt wurden 150 Personen in 37 großen Einzelhandelsketten weltweit.