Amazon muss Strafe zahlen, weil auf dem Marktplatz nicht-zertifizierte Masken angeboten wurden. About You nimmt Stoffmasken des Textilunternehmens Global Tactics aus dem Sortiment, nachdem das ZDF-Magazin Royale über Produktionsorte in Bangladesch und Vietnam berichtet hat. Beginnt jetzt die Aufarbeitung der Covid-19-Pandemie? Wohl kaum. Ob Amazon oder Global Tactics, gefühlt sind das kleine Fische im Haifischbecken des Dickichts der Corona-Profiteure. Sind die politischen Kräfte in diesem Land an Aufklärung interessiert? Das wäre spannend.  

///// HANDEL NATIONAL
Allegro nimmt Deutschland ins Visier
Der polnische Marktplatz Allegro strebt nach einem großen Wachstum außerhalb des Heimatmarktes Polen und mit Fokus auf Deutschland. Gerade wurde die Webseite allegro.com in englischer Sprache und mit Zahlung in Euro freigeschaltet. Geboten werden konkurrenzlos günstige Preise und eine unkomplizierte und schnelle Lieferung in fast alle Länder Europas, berichtet Internetworld.de. Händler könnten in nur wenigen Minuten ein Konto erstellen. Allegro gilt als Generalist mit breiter Produktpalette. 

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Zufriedene Kunden: Hybride Konzepte entzerren die Kassenzone im stationären Handel
Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen Händler:innen vor der Herausforderung, die Menschen wieder in die Einkaufszentren und Shoppingmeilen zu locken und eine Alternative zum Online-Handel zu bieten. Hybride Checkout-Modelle bieten einen wichtigen Mehrwert, indem sie die Kassenzone entlasten und das Einkaufserlebnis verbessern. Automatisierungslösungen für den Scan- und Bezahlvorgang erlauben dabei maximale Flexibilität und treffen Verbraucherwünsche optimal. Mehr

18. Amazon-Logistikzentrum in Deutschland eröffnet
Amazon hat sein 18. Logistikzentrum in Deutschland im oberfränkischen Hof-Gattendorf in Betrieb genommen. Das teilte der Online-Riese gestern mit. Bis zu 1.000 Arbeitsplätze sollen dort im ersten Jahr entstehen, ausbaufähig auf bis zu 1.800. Die Investition belaufe sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag. 

Maskenhandel in der Pandemie: Amazon muss Strafe zahlen
Während der Pandemie war der Handel mit nicht zertifizierten Masken verboten. Weil diese trotzdem über Amazon verkauft wurden, muss das Unternehmen nun ein Ordnungsgeld in Höhe von 75.000 Euro bezahlen. Geklagt hatte die Masecori GmbH am Oberlandesgericht Düsseldorf, die selbst FFP2-Masken bei Amazon vertreibt.  


///// HANDEL INTERNATIONAL

Made.com übernimmt Trouva
Man müsse strategische Prioritäten setzen, so kommentierte der in London ansässigen Marktplatz für unabhängige Boutiquen, Trouva, seine Übernahme durch den britischen Haushaltswaren- und Möbelhändler Made.com Group. Letztere wolle vor allem die grenzüberschreitenden Funktionalitäten von Trouva nutzen, um die Reichweite für die eigenen Produkte zu erhöhen. Auf Trouva lassen sich über 700 Boutiquen in ganz Europa entdecken. Die Plattform werde als Teil von Made weitergeführt, heißt es in britischen Medienberichten.  

Ikea geht in den USA und Europa online in die Offensive
Über drei Mrd. US-Dollar lässt sich der schwedische Möbelriese Ikea die online Transformation seiner stationären Kaufhäuser sowie die Eroberung der Metropolen in den USA und Europa kosten. Die Kaufhäuser spielten eine duale Rolle, heißt es  beim Ikea-Management, berichtet der Business-Insider. Im vergangenen Jahr sei der Online-Umsatz bei Ikea um 73 Prozent gestiegen. 


Händler beklagen Hemmnisse im Großbritannien-Geschäft
Händler, die das Gefühl haben, das Geschäft mit Großbritannien sei seit dem Brexit kompliziert, stehen nicht allein: Mehr als zwei Drittel der Betriebe mit UK-Geschäft beklagen Zollbürokratie, mehr als die Hälfte direkt auf den Brexit zurückgehende Logistikprobleme und knapp die Hälfte die Zunahme tarifärer Handelshemmnisse. Das zeigt eine Sonderauswertung des DIHK im Rahmen der bundesweiten IHK-Umfrage "Going International 2022" (von Anfang Februar). Wir sind weit davon entfernt, von einer Normalisierung der deutsch-britischen Handelsbeziehungen zu sprechen", so das Fazit des DIHK.

E-Commerce-Event Deliver vom 8. bis zum 9. Juni in Amsterdam 
Zur Deliver 2022 werden im kommenden Monat mehr als 1.500 Führungskräfte aus E-Commerce- und Logistikunternehmen in Amsterdam erwartet. In 40 interaktive Konferenzsitzungen und bei einer Ausstellung mit 120 Anbietern präsentieren sich Einzelhändler aus 40 Ländern. Ferner sollen über 4.200 Einzelgespräche für die Teilnehmer arrangiert werden. Für Einzelhändler sind Anreise und Unterkunft kostenlos

Lazada entschuldigt sich beim thailändischen Königshaus
Das in Singapur ansässige E-Commerce-Unternehmen Lazada verärgerte das Königshaus von Thailand mit einem Werbevideo, berichtet die Nachrichtenagentur CNA. Auf Verleumdungen, Beleidigungen oder Drohung gegen König Maha Vajiralongkorn und seine Familie stünden bis zu 15 Jahren Gefängnis. Lazada entschuldigte sich und bedauerte den emotionalen Schaden, den das Werbevideo angerichtet haben soll. Das inzwischen gelöschte Video zeigte eine Frau im Rollstuhl, die ein traditionelles thailändisches Kostüm trägt und beschuldigt wird, die Kleider ihrer Tochter gestohlen zu haben. Die Zuschauer beschwerten sich, dass diese Figur auf ein Mitglied der königlichen Familie anspielen sollte, obwohl dies nicht ausdrücklich erwähnt wurde.


///// TRENDS & TECH

Bundeskriminalamt meldet Höchstwert an Cyber-Straftaten
Von zwölf Prozent mehr Cybercrime-Delikte, nämlich 146.363, spricht das Bundeskriminalamt in seinem Bundes­lage­bild Cyber­crime 2021 und damit von einem neuen Höchstwert im Jahr 2021. Die Entwicklung sei Ausdruck der fortschreitenden Verlagerung von Kriminalität in den digitalen Raum. Mit einer Aufklärungsquote von 29,3 Prozent durch Anonymität und grenzüberschreitende Akteure und der Vermutung eines überdurchschnittlich großen Dunkelfelds stehen die Zeichen nicht gut. Der E-Commerce wird im Zusammenhang mit DDoS-Attacken vor Weihnachten erwähnt.

Parcellab sieht DGSVO-Nachholbedarf im Online-Handel
Die Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) verbietet es Online-Händlern, Kunden zu einem Kundenkonto zu verpflichten. Doch genau das verlangen 36 der 100 größten deutschen Online-Händler, so der E-Commerce-Spezialist Parcellab in seiner Studie „Operations Experience Management 2022“. Besonders negativ fallen Parcellab zufolge Akteure in den Bereichen Spielwaren/Bücher/Bürobedarf und Lebensmittel/Tierfutter auf. Auch Shops der Bereiche Mode, Sport/Freizeit/Automobil und Gesundheit/Kosmetik böten häufig keine Gast-Option an. "Diese Händler werden ihren Check-out-Prozess [...] anpassen müssen", folgert Parcellab.

///// NACHHALTIGKEIT

Second-Hand-Kleidung auch in Asien auf Erfolgskurs
Der singapurische Smartphone- und webbasierte Marktplatz für den An- und Verkauf von Neu- und Gebrauchtwaren Carousell wird das Refash-Netzwerk von zehn Secondhand-Läden in Singapur übernehmen. Ziel sei es, den Nutzerinnen und Nutzern zu helfen, ihre Secondhand-Produkte in kürzerer Zeit zu verkaufen. Reflash hat seit seiner Gründung im Jahr 2015 bereits fünf Mio. Kleidungsstücke von mehr als 300 lokalen und internationalen Modelabels weiterverkauft.