Welche Fähigkeiten müssen Amazon-Fahrer in Zukunft noch besitzen? Glaubt man den Nachrichten aus den USA vom Wochenende, werden sie bald schon nicht mehr nur die Ware bis zur Haustür bringen, sondern diese auch aufbauen. Mit diesem Premiumservice will Amazon zum Serviceangebot von Mitbewerbern aufschließen. Ebenfalls geplant ist die direkte Rücknahme der Ware an der Haustür. Beide Ideen dürften bei Kunden gut ankommen, solange die Dienstleistung bezahlbar ist. Ob sich die Fahrer dafür motivieren lassen, hängt sicherlich nicht allein von der Bezahlung ab. 

///// HANDEL NATIONAL
Lieferando-Gründer Jörg Gerbig: Lieferdienstmärkte sind überhitzt
Ein paar Tage nachdem die Wirtschaftswoche den Abgesang auf die Lieferdienste beschworen hat, lässt sie nun in einem Interview den Gründer von Lieferando, Jörg Gerbig, die aktuelle Entwicklung und die Zukunftschancen der Branche erläutern. Die reine Auslieferung sei in Europa schwer profitabel zu bekommen, sagt Gerbig. Manche Anbieter machten bereits hunderte Mio. von Euros Verlust pro Jahr. Lieferandos Erfolgsrezept sei das Hybridmodel aus Marktplatz- und Logistikgeschäft. 

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CDU/CSU-Fraktion will kriminellen Plattform-Betreibern das Handwerk legen
Am kommenden Freitag debattiert der Bundestag in erster Lesung den  Gesetzentwurf zur Strafbarkeit des Betreibens krimineller Handelsplattformen im Internet und des Bereitstellens entsprechender Server-Infrastrukturen. Es sei nicht akzeptabel, das Waffen, Kinderpornografie und Drogen im Internet mit nur wenigen Klicks verfügbar seien, wenn sie in der analogen Welt verboten sind, heißt es aus der CDU/CSU-Fraktion, die den Gesetzentwurf eingebracht hat. Das Gesetz soll die Telekommunikationsüberwachung, die Onlinedurchsuchung und die Verkehrsdatenerhebung bei dem Verdacht des gewerbs- oder bandenmäßigen Betreibens krimineller Handelsplattformen ermöglichen. 

Deutsche Marktplatzhändler unzufrieden mit Amazon
Dem Handelsblatt liegt eine Studie vor, in der über 1.000 kleine Amazon-Händler ihrer Unzufriedenheit mit dem Online-Riesen Luft machen. 60 Prozent bescheinigen Amazon demnach keine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Außerdem würden Artikel leichtfertig gesperrt, was zu großen Schäden bei den Händlern führe. Kleine Händler stehen für rund 60 Prozent der angebotenen Produkte auf der Amazon-Plattform. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

UNITO-Gruppe bejubelt Jahresergebnis 2020
Im Corona-Jahr 2020 hat die österreichische UNITO-Gruppe den Jahresumsatz im Vorjahresvergleich um 20 Prozent gesteigert und die Zahl der heimischen Lieferanten auf 100 erhöht. Regionalität ist bei UNITO ein großer Trumpf, berichtet ein Unternehmenssprecher auf onlinelinemarktplatz.de. Gleichzeitig wertet das Unternehmen 2020 als Ausnahmejahr. Es sei jedoch die Grundlage für ein weiteres solides Wachstum. Aktuell arbeite man am Ausbau der IT-Infrastruktur, um die App zum führenden Vertriebskanal auszubauen. Das Angebot bei UNITO soll sich bis zum Jahr 2024 verdreifachen auf mehr als vier Mio. Artikel. Schwerpunkt des Online-Marktplatzes, der auch in der Schweiz und Deutschland aktiv ist, sind nachhaltige und regionale Produkte. 

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E-Commerce-Boom - gekommen, um zu bleiben!?
Der Onlinehandel boomt, auch wegen der Pandemie. Ist es ein Strohfeuer oder nachhaltiger Wandel, wollen die Händler wissen. UPS befragte dazu 10.000 Kunden aus Europas Schlüsselmärkten, wie sie in Zukunft einkaufen wollen. Das Studienergebnis stellen wir am 21. April, 17-17.30 Uhr, bei den E-Commerce Tagen vor. Jetzt kostenfrei zum Webinar anmelden!

Digitalswitzerlands neuer Präsident kommt von Tesla
Sascha Zahnd wird neuer Präsident der Standortinitiative für eine digitale Schweiz, Digitalswitzerland. Der Betriebsökonom FH war bis Ende 2020 einer der engsten Mitarbeiter des Tesla-Gründers Elon Musk und verantworte das Europageschäft des Autobauers. Zahnd folgt auf Ivo Furrer, der sich weiterhin als Vorstandsmitglied bei Digitalswitzerland engagieren wird. 

Alibaba senkt Eintrittshürden für Händler und baut Service aus
Um noch mehr Händler auf seine Online-Marktplätze Tmall and Taobao zu locken, reduziert Alibaba die Einstiegshürden und baut sowohl Service als auch Beratung für die Händler aus. So soll ein Store in lediglich fünf Minuten eröffnet sein. Der Verifizierungs-Prozess wurden vereinfacht. Ab heute bietet Tmall Händlern von Kosmetikartikeln, Haushaltswaren und Kinderbedarf außerdem eine siebenmonatige Unterstützung in der Betriebsführung an. Taobao wird neuen Händlern die Einzahlungsgebühren erlassen. Bestehende Händler erhalten eine Rückerstattung Weitere Informationen zu den Maßnahmen gibt es hier

Bauen Amazon-Lieferfahrer bald auch Möbel auf? 
Einem Bericht des US-Nachrichtensenders Bloomberg zufolge plant Amazon eine Erweiterung der Dienstleistungen seiner Fahrer. Diese könnten schon bald die gelieferte Ware nicht nur bis zur Haustür bringen, sondern auch aufbauen. Im Gespräch sei außerdem eine sofortige Zurücknahme, wenn die Ware dem Kunden nicht gefällt. Ziel sei es, sich gegenüber Mitbewerbern wie Wayfair, Best Buy, Home Depot und Lowe’s zu positionieren, die vergleichbar Dienstleistungen bereits anbieten. 


///// TRENDS & TECH

MCL-App soll die Zettelwirtschaft auf der Fläche beenden
Als "Frontschwein" für die Fläche bezeichnet x2-solutions-Mitgründer Hendrik Süllau die MCL-App des jungen Start-ups. Die digitale Marktcheckliste soll stationären Einzelhändlern helfen, wichtige Prozesse im Tagesgeschäft zu standardisieren und zu dokumentieren und so das Qualitätsmanagement zu digitalisieren. Aufgaben werden - über Smartphone oder Tablet - direkt zugeteilt, die Bearbeitung durch die Mitarbeiter per Text, Foto oder Spracheingabe dokumentiert. Wie die App genau funktioniert, lesen Sie im Start-up-Beitrag auf etailment.de.

Online-Shops als Marketinginstrument
Es gibt Online-Shops, die nicht dem Verkauf der eigenen Produkte dienen, sondern Marketingzwecke erfüllen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Worldshop der Deutschen Lufthansa. Er dient primär dem Einlösen von Meilen und ist damit ein Kundenbindungsinstrument. Der Online-Shop der Schweizer Krankenversicherung CSS fokussiert auf Imagebildung und betont neben der Swissness die Führsorge der Versicherung für ihre Kunden. Auf dem Portal werden Produkte und Dienstleistung rund um die Gesundheit angeboten. Die Schweizer Boulevard-Zeitung 20 Minuten zielt mit ihrem Online-Shop auf Mitgliederwerbung. Täglich werden neue Deal- und Gadget-angebote zu Rabattpreisen aufgeschaltet. Die Erfolgsstorys der beiden Schweizer Konzepte hat Carpathia.ch dokumentiert. 

Studie: Stationärer Handel erzeugt mehr CO2-Äquivalent als der Online-Handel
Der E-Commerce verursacht in Europa insgesamt eine geringere Umweltbelastung als der stationäre Non-Food-Handel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der US-Managementberatung Oliver Wyman und Logistics Advisory Experts, ein Spin-off Instituts für Logistik und Supply Chain Management der Universität St. Gallen. Untersucht wurde der Weg von der Produktionsstätte bis nach Hause, einschließlich der Faktoren, die bei E-Commerce und physischem Einzelhandel unterschiedlich sind, wie zum Beispiel Transport, Verpackung und der Energieverbrauch von Gebäuden. Nicht berücksichtig wurde die Produktion der Artikel, da dieser bei beiden Vertriebsmodellen ähnlich ist. Insgesamt, so das Ergebnis der Studie verursacht der stationäre Handel 1,5 bis 2,9 Mal mehr CO2e als der E-Commerce. 

Pandemie-bedingte Insolvenzen in den USA weniger als erwartet
Die US-Tageszeitung Wall Street Journal berichtet über 200.000 Pandemie-bedingte Unternehmensschließungen in den USA zusätzlich zu 600.000 in normalen Jahren. Dabei sei die Zahl der kleinen Unternehmen wesentlich geringer als erwartet, dank staatlicher Hilfen. Besonders betroffen seien Betriebe, die einen Personal intensiven Service bieten wie Nagelstudios und Friseure. Ein Drittel der Schließungen sind Filialschließungen großer Franchise-Unternehmen wie GAP und Pizza Hut.