Geht Deutschland noch vor Ostern in einen härteren Lockdown? Am Wochenende spitzten sich die Warnungen vor der dritten Welle und die Forderungen nach einem schnellen Handeln der politischen Akteure zu. Gleichzeitig bewerben sich immer mehr Städte bei den Landesregierungen als Pilotprojekt für eine Öffnungsstrategie nach dem Tübinger-Vorbild. Fakt ist, ab heute werden vielerorts die Geschäfte wieder zu bleiben, was den E-Commerce zu Ostern beflügeln dürfte. Bis Mittwoch gibt es unter anderen eine Schnäppchenschlacht bei Amazon.

///// HANDEL NATIONAL
Amazon schafft in Deutschland 5.000 neue Stellen
Im digitalen Handel arbeiten mittlerweile fast genauso viele Menschen wie in der Autoindustrie. Dies geht aus einer Studie des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. hervor, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Dazu passt, dass Amazon am Freitag die Schaffung von 5.000 Stellen in Deutschland angekündigt hat. Die Mitarbeiterzahl soll bis Jahresende von 23.000 auf 28.000 steigen. Der Online-Riese ermuntert insbesondere Quereinsteiger:innen sich zu bewerben, die durch die Corona-Krise von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Neue Arbeitsplätze sollen in der Kommissionierung, in Versand, Marketing und Finanzenwesen sowie in der Forschung an Zukunftstechnologien entstehen. Willkommen sind außerdem Uni-Absolventen und Young Professionals. Wird Amazon in Deutschland nun zum Top-Arbeitgeber? In Italien, Frankreich und Spanien wurde das Unternehmen gerade ausgezeichnet.  

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Digital gerüstet für den Neustart im Einzelhandel
Ein erster Schritt zurück zur Normalität: Mit Click & Meet ist Einkaufen zu vereinbarten Terminen wieder möglich. Dabei unterstützt die Telekom mit der Online-Reservierung von MagentaBusiness POS. So lassen sich kinderleicht Shopping-Termine buchen – auch ohne eigene Website. Die Lösung ist kostenlos verfügbar und schnell einsatzbereit. Mehr

Was ist bei Otto los? Drei Insider analysieren die Lage
In den vergangenen Monaten häufen sich die Meldungen über einen strategischen Umbau beim Versandriesen Otto. Tim Buchholz, Jörg Heinemann und Alexander Rohwer analysieren die Entwicklungen, schauen auf Innovationen wie die Paymentlösung und mutmaßen, auf wen Otto in Zukunft verzichten wird. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Alibaba-App Taobao stärkt lokalen E-Commerce
Frischware vom Bauern um die Ecke per App einzukaufen, war bis vor einem Jahr in Gegenden außerhalb der großen chinesischen Städte kaum möglich. Dann kam Taobao, eine spezielle E-Commerce-Plattform für weniger entwickelten Gebiete in China. 1,2 Mio. Händler sind bereits auf ihr vertreten, darunter auch viele Bauernhöfe, die ihre Produkte direkt an die Kunden liefern. Alibaba erweitert mit diesem Angebot seine Lieferketten- und Logistikunterstützung für traditionelle Hersteller. Ziel ist es, die Kosten für den Direktvertrieb an den Verbraucher zu senken und die Effizienz des Onlinebetriebs zu steigern. Nach Angaben von Alibaba bleiben die Kunden Taobao-Anbietern auch dann treu, wenn in ihren Gegenden das Leben zur Normalität zurückgekehrt ist.  

Amazon liefert sich PR-Schlacht mit US-Kongress-Mitgliedern
Man muss es nicht gut finden, wie sich der Online-Riese Amazon mit US-Kongress-Mitgliedern öffentlich eine PR-Schlacht bei Twitter liefert, unterhaltsam ist es schon. 
Nach einem Schlagabtausch mit Bernie Sanders für seine Unterstützung von Amazon-Mitarbeitern in Alabama eskalierte am Wochenende die öffentliche Diskussion mit der Kongress-Abgeordneten Elisabeth Warren. Lesenswert


///// TRENDS & TECH

Retouren: Vom notwendigen Übel zum strategischen Hebel
Warenrücksendungen sind ein Thema, mit dem sich kein Händler gerne beschäftigt. Dabei gehören sie bei vielen zu den größten "Profitfressern". Grund genug, das Retourenmanagement genauer in den Blick zu nehmen und es strategisch zu nutzen. Wie das gelingt, erklärt Etailment-Gastautor Alexander Lange. 

Paylater-Zahlmethoden im Trend
In einem Artikel auf Onlinehändler-News.de gibt Katharina Meran, DACH-Chefin des Payment-Anbieters Mollie, Cross- und Up-Selling-Tipps für Online-Händler bis zum Jahresende. Auf Platz zwei dieser Liste findet sich die Empfehlung, den Kund:innen die Möglichkeit zu geben, später zu bezahlen. Paylater-Bezahloptionen und Ratenzahlung liegen aufgrund der andauernden Corona-Pandemie im Trend, sagt die Expertin. Bereits seit November bietet Amazon Ratenzahlung an, Paymentdienstleister Klarna ist ebenfalls mit einer Paylater-Bezahlmethode gestartet. 
 
Returns for Good: Gemeinnützige Alternative zur Verschrottung
Die Werkzeugmarke Wiesemann 1893 bietet eine gemeinnützige Initiative, um Retouren vor der Verschrottung zu bewahren. Das Spendenportal Returns for Good bringt Firmen mit sozialen Organisationen zusammen, bei denen die Retouren gebraucht werden. Die Registrierung erfolgt online. Einen Haken gibt es: Die Sachspende ist im Vergleich zur Verschrottung teurer, da diese Umsatzsteuer pflichtig ist.

Favorit der Leser
Das Social-Media-Ranking von Etailment und Storyclash zeigt: Zalando ist im Februar zurück unter den Top 3 der E-Commerce-Unternehmen. Dabei haben bemalte Sneakers und Schokoherzen sowie ein Plus von 82 Prozent bei den Interaktionen auf Facebook & Co. eine große Rolle gespielt.