Liebe Leserin, lieber Leser, ein ohnehin nicht erfolgloses Unternehmen setzte einst jeden Hebel in Bewegung, um Entwickler dafür zu begeistern, Apps für seine neue Plattform zu entwickeln. Die Masse an Apps, die folgten, waren das Fundament für den Erfolg des iPhone. Amazon will das nun wiederholen. Neben allen Rekordzahlen der heutigen Bilanz ist denn auch diese Zahl, am Rande erwähnt, viel interessanter: 80.000 Mini-Programme, Skills, gibt es bereits für Alexa. 

dm buhlt um die Männer
Wenn man als Manager der Drogeriemarktkette dm auf die 100 Millionen Euro Online-Umsatz schaut und dann auf mit Influencer-Hilfe gepushte Beauty-Kategorien, fragt man sich vermutlich, ob ein neues süßlich duftendes Duschgel für Youtube-Kids nicht doch die bessere Investition wäre. Da geht sicher noch was. Aber erst einmal kann man vielleicht auch die Männer online noch besser abholen. Helfen soll dabei die Plattform Seinz.com (ab 9. März ) samt passend benannter Pflegeserie. Gibts auch im Laden. Mit denen macht dm in Deutschland nämlich rund 8 Milliarden Euro. Da ist der Kunde auch wohl noch besser aufgehoben. Wie sehr dm mit den Netz noch fremdelt, zeigt der Pressetext. Da heißt es über den neuen Webshop eigens, dass man dort "rund um die Uhr" shoppen könne. Ein Satz, der für Hautirritationen sorgen kann.

Neue Gebühren bei Amazon
Spitze Bleistifte sind bei Amazon-Händlern gerade das ganz große Ding. Denn Amazon dreht bei den Gebühren die Preisschraube rauf und runter. So werden die Gebühren für den lokalen und paneuropäischen Versand billiger, Übergrößen indes werden teilweise teurer. Revoic schlüsselt die Zahlen auf.

H&M - wie holprig und marode
In Deutschland setzt H&M immer weniger um. Aber wenn einen die Mode nicht interessiert, dann vielleicht der Umsatz: 2018 sanken die Umsätze um 1 Prozent auf 3,12 Mrd. Euro. Insgesamt brachte das Geschäftsjahr 25 Prozent weniger operativen Gewinn: 1,49 Mrd. Euro und eine Ebit-Marge die auf 7,4 Prozent zusammengeschmolzen ist. Ursachen IT (zuletzt holprig), Logistik und natürlich Rabatte. Wenn die Mode nicht interessiert, dann vielleicht halt der Preis.

Ikea testet Self-Scanning
Ikea Deutschland will nach LZ-Informationen mobiles Self-Scanning testen. Partner ist offenbar das Bonner Start-up Snabble, mit dem schon Edeka Paschmann und Knauber kooperieren.

Beauty-App für Flaconi
Die Beauty-App „Eve“ gehört inzwischen zum Onlineshop Flaconi. Schönes Beispiel, dass eine hübsche Start-up-Idee (Schmink-Tipps als Video-App samt Shopping-Ansätzen) als Stand-alone-Lösung oft nicht lebensfähig ist. Bei Flaconi (ProSiebenSat.1) könnte die App nun gut aufgehoben sein. 

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INTERNATIONAL

Amazon mit neuen Rekorden
Für Amazon wachsen die Bäume weiter in den Himmel. In der Cloud und neuerdings in der Werbung besonders. Die Folge: 10 Mrd. Dollar Gewinn, 233 Mrd. Dollar Umsatz. Klingt noch besser, wenn man liest: Umsatzwachstum von 31 Prozent und 233 Prozent Gewinnzuwachs. Plus 20 Prozent Umsatz auf 72,4 Mrd. Dollar sind es im vierten Quartal. Die weiteren Aussichten aber sind eher vorsichtig. Diese Grafiken zeigen sehr schön, wo gerade die Dellen und Ausreißer nach oben (Lieferkosten) sind und wie sehr das Wachstum derzeit ins Geld geht. Im E-Commerce legte Amazon 2018 übrigens um 13,5 Prozent auf rund 123 Mrd. Dollar zu. Das ist nicht so berühmt. Aber immer noch besser als weite Teile der Branche. Das reicht dann ja, um Marktanteile zu erobern.  

Super Bowl-Spot: Alexa flippt aus
Mit viel Prominenz nimmt sich Amazon im 90-sekündigen Clip zum Super Bowl in den USA in diesem Jahr selbst auf die Schippe. Stars wie Harrison Ford kämpfen mit teils funktionsgestörten oder sinnbefreiten Alexa-Produkten - von denen wir aber nicht sicher sein sollten, das wir sie eines Tages nicht doch im Haushalt haben. Amazon hat schließlich auch real ganz gruselige Ideen.

TRENDS & FAKTEN

Tradeworld - Buzzwords zum Anfassen
Hier lesen Sie ja so einiges über neue Trends. Innovationen zum gucken und bereden gibt es aber auf der TradeWorld. Sie widmet sich innovativen Konzepten für die Gestaltung, Steuerung und die vernetzte Digitalisierung im Rahmen der Intralogistikmesse LogiMAT vom 19. bis 21. Februar in Stuttgart. Wenn man also wissen will, was die ganzen Buzzwords taugen, dann ist man da gut aufgehoben.

TikTok startet Werbung
Die Video-App TikTok, wo Kids gewaltigen Spaß daran haben Playback-Videos zu drehen, startet jetzt mit Werbung. Zielgruppe: allein in Deutschland über 4,1 Millionen monatlich aktive User im Quengel-Alter.

Zahl des Tages
Gerade hat Facebook neue Rekordzahlen gemeldet. Im Weihnachtsquartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar, der Gewinn erreicht fast 7 Milliarden Dollar, die Umsatzrendite rangiert über 40 Prozent. Das Netzwerk verdient sich Geld und Wissen aber auch mit zweifelhaften Mitteln.
Eine „Forschungs-App“ lockte Teens an, gegen Geld ihren Datenverkehr aufzeichnen zu lassen, ohne dass sich Facebook dabei zu erkennen gab. Wegen der Schnüffel-App entzog Apple dem Tech-Riesen das "Enterprise-Zertifikat" mit dem speziell augebohrte Apps möglich sind. So kann beispielsweise die klassische Facebook-App für den firmeninternen Gebrauch mit speziellen Funktionen und frühen Test-Feature versehen werden. Für Facebook eine schmerzliche rote Karte.

Start-up des Tages
Die Digitalisierung birgt ein großes Risiko: Datenklau. Die Data-Security-Experten von XignSys arbeiten an einer zukunftsfähigen Alternative zum klassischen Passwort.

Favorit der Leser am Vortag
Die Umsatzbilanz des HDE hielt der Prognose stand, für die Zukunft ist Zurückhaltung angesagt. Stillstand ist möglich. Das liegt an der Fläche. Der E-Commerce ist letztlich der Grund dafür, dass die gesamte Handelsbranche überhaupt noch wächst.

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