Allen recht machen kann's keiner, auch Amazon nicht: Zurzeit treibt der Online-Konzern sein Sprachsystem Alexa voran und mit ihm weitere Geräte zur Sprachsteuerung sowie eine Allianz aus Unternehmen, die Sprachsysteme so weiterentwickeln sollen, dass mehrere davon auf mobilen Geräten funktionieren. Nachvollziehbare Strategie: Kümmere dich um die Standards und du bleibst vorne dabei. Trotzdem beklagen sich Anleger: Amazon flute ohne Strategie den Markt mit Sprachsystemen und verdiene zu wenig daran. Hallo? War da nicht was mit agil? Im Digitalen ist es doch wichtiger, Felder erstmal zu besetzen. War immer schon ein Prinzip von Amazon. Allerdings hat Jeff Bezos auch nie viel auf Analysten und Anleger gegeben. Soviel Selbstbewusstsein muss sein für Erfolg.

///// HANDEL NATIONAL
Hello USA
Knapp ein Jahr nach der Übernahme durch Callaway wird die Internationalisierung von Jack Wolfskin jetzt real: Die Outdoor-Marke hat in Salt Lake City einen neuen Standort eingerichtet und will von hier aus die neue Welt erobern. Die Wirtschaftswoche hat recherchiert, warum der Golfspezialist Callaway dabei gute Hilfestellung leistet und Salt Lake City nicht der schlechteste Startpunkt der Internationalisierung ist.

///// INTERNATIONAL


Amazon pusht Alexa
Amazon setzt auf Spracherkennung und Alexa. In der vergangenen Woche war viel zu lesen von neuen Geräten, in denen das Sprachsystem ebenfalls zum Einsatz kommt. Der Marktplatzbetreiber will auf diesem Feld den Ton angeben und schmiedet außerdem eine Allianz mit anderen Spezialisten, damit mehrere Sprachsteuer-Dienste gleichzeitig auf einem Gerät aktiv sein können, berichtet das Handelsblatt. Immer mehr Aufgaben und immer mehr Geräte für Alexa – das fordert neue Strategien für Amazon und Alexa, meinen Anleger und Analysten. Bei CNBC klagen sie, dass Amazon zu wenig damit verdiene. Es fehle Strategie und der bekannte Kundenfokus. Hoppala.

Keine Kraft mehr für 996
Von 9 bis 9 und das an 6 Tagen: 996 steht für ein Arbeitsethos, das Chinas Internet- und Telekom-Konzerne gerne für sich beanspruchen. Jack Ma, Alibabas scheidender Gründer, fordert es, das Internetportal Youzan ebenfalls und auch Huawei sieht es gerne, wenn seine IT-Spezialisten möglichst viel länger als von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr am Abend arbeiten. Doch inzwischen geht denen die Kraft aus und so fordern sie mehr Freizeit. Wollen sogar streiken. Die Zeiten dafür seien jedoch ungünstig, stellt das Handelsblatt fest – China befände sich auf dem Weg in eine Rezession und Arbeitskraft würde durch Stellenstreichungen wieder verfügbar.

///// TRENDS & TECH

Blockchain für Oldtimer
Die Blockchain als dezentrales Archivsystem hilft auch, die Reparaturen und Ausstattung automobiler Oldtimer zu dokumentieren, berichtet das Handelsblatt. Gapless – Lückenlos – heißt ein Start-up, das dafür die Technik entwickelt hat. Porsche ist schon eingestiegen, die Besitzer von 75.000 mobilen Schätzchen verwalten bereits Zubehör und Ersatzteile über Gapless. Natürlich könnte das Startup auch andere Technik damit archivieren lassen – das ist wohl die lukrative Aussicht dahinter, dennnur 1,8 Millionen fahren hierzu Lande einen Oldie. 

Rollende Butterdose
Drei Spitzenmanager aus der deutschen Automobilindustrie und knapp zwei Jahre Entwicklungszeit: Vergangene Woche präsentierte Canoo seinen ersten Elektro-Van, der nach ersten Kritiken so aussieht wie eine "rollende Butterdose". Das Manager Magazin positioniert das Vehikel zwar als Nachfolger für den gerade sehr gebashten SUV, doch der Van sieht viel mehr aus wie ein Kleintransporter. Hier folgen die Bilder dazu.

Kühlschrank-Kamera
Fridge Eye heißt die Kamera, die den Kühlschrank smarter machen soll: Wasserdicht und kompakt kann sie in das Gefriergerät eingebaut werden und macht dann immer wenn der Kühlschrank geschlossen wird, noch schnell ein Bild, beschreibt Mobiflip. Dieses kann wiederum beim Einkaufen oder sonstwo per App abgerufen werden. Zurzeit wird Fridge Eye auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo für 72 Euro angeboten, doch Interessenten fragen sich: Schafft das Kühlschrankauge den gesamten Inhalt abzubilden – so viel Weitwinkel kann kein Kameraauge, oder etwa doch?

Favorit der Leser
Nischen finden und damit Kunden – das ist noch immer die beste Voraussetzung für Handel, egal ob online oder stationär: Die Fußballerin Sonja Jousseaume fühlte sich nie wohl in Sportgeschäften, zu männlich, zu technisch, zu ungemütlich. Das war ihr Anlass genut, Zopfball zu starten, ein Sportgeschäft für Frauen (aber nicht nur) und ein Streetwarelabel. Eine Erfolgsgeschichte.

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