Liebe Leserin, lieber Leser, „nachhaltige Mode” kann man beispielsweise bei Asos und Zalando per Filter auswählen. Ein kleiner Schritt, den man auch vor dem Hintergrund der Bewegung "Fridays for Future" sehen darf. Vielleicht der Beginn eines großes Trends: Unternehmen entdecken Werte. Sie stellen sich der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Weil sie sonst von der Gesellschaft, ihren Kunden, als unethisch ausgegrenzt werden. Es könnte eine Achillesferse von Amazon und Co sein.

///// HANDEL NATIONAL
Zalando sieht Instagram als Rivalen
Als vor einiger Zeit Instagram seine Checkout-Funktion auf den Weg brachte, da sprach etailment von einer "riskanten Verführung" und einer "existenziellen Bedrohung für den Handel". Ähnlich sieht man das bei Zalando. Sara Díez, Vice President Womenswear, sieht Instagram in der Zukunft als größeren Wettbewerber als Asos oder Amazon. "Instagram ist inspirierend und für die Kunden einfach zu bedienen", sagte Diaz. Das Risiko: Marken können bei Instagram direkt am Handel vorbeiverkaufen, Nutzer direkter ansprechen und über Influencer mehr Aufmerksamkeit erzeugen. Gerade für junge Marken ist Instagram heute schon immer wieder ein zentraler Hebel und eine günstige Option, um an den klassischen Shops und Plattformen vorbei direkt mit den Kunden in Kontakt zu kommen. Warum Bikinis das vielleicht größte Business auf Instagram sind, liest man beispielsweise gerade bei Gründerszene.

17 Millionen Amazon Prime Kunden in Deutschland
Der größte Rivale ist aber zweifellos Prime. Auf 17,3 Millionen Prime Kunden schätzt (weil Schätzungen mit Nachkommastelle immer genauer wirken) das IFH Amazon in Deutschland. Es wäre mit oder ohne Nachkommastelle eine imposante Zahl. Nämlich etwa jeder dritte deutsche Online-Shopper. 94 Prozent aller deutschen Onlineshopper kaufen zudem über amazon.de ein, zitiert das Handelsblatt aus der Studie.

About You ehrgeizig
Zalando-Rivale About You will das Handelsvolumen 2019 auf 2,3 Mrd Euro und die Netto-Umsätze auf 750 Mio Euro steigern, berichtet Exciting Commerce. Im Geschäftsjahr 2018/19 setzte der Online-Versandhändler noch rund 460 Mio Euro um.

Intersport wieder fitter
Bei Intersport (pdf) laufen die Geschäfte wieder besser. Die mehr als 1450 deutschen Intersport-Geschäfte machten in den ersten Monaten 2019 bis Ende Mai zusammen rund 1,15 Milliarden Euro Umsatz, 3% Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet man mit einem Umsatzwachstum im Fünf-Länder-Verbund von 2% bis 3% – auf dem heimischen Markt werde es aber nur für ein minimales Wachstum reichen. Im Frühjahr 2020 soll dann erstmals ein TV-Spot der Verbundgruppe für mehr Interesse beim Kunden sorgen. Online muss man unterdessen noch fitter werden. Rund 150 Fachhändler mit knapp 300 Geschäften sind bislang bei der Kooperativen Händlerplattform (KHP) von Intersport dabei. Zudem hilft die Zentrale den Händlern bei der Anbindung an Marktplätze wie Amazon.

Aldi Süd lockt in China die WeChat-Kunden
Während Carrefour sich gerade reumütig aus China veranschiedet, eröffnet Aldi Süd zwei Filialen in Shanghai und setzt auf Online-Kundschaft. Kunden können per Mini-Programm in WeChat in der Filiale bestellen und bekommen die Ware im Umkreis von drei Kilometern sofort geliefert. Bei einem Erfolg könnte der Discounter, längst auch auf der Alibaba-Plattform TMall präsent, bis zu 100 Märkte eröffnen.

dm bietet in allen Märkten Alipay
Chinesische Touristen zahlen auch in Deutschland gerne mit der Mobile Payment-Lösung Alipay. Vor allem beim Shopping in Metropolen. Luxusprodukte, aber auch Drogerieartikel sind da gefragt. Bei der Drogeriemarktkette dm können sie das jetzt in mehr als 1.970 dm-Filialen tun. In den touristischen Hot-Spots macht das Sinn. Aber jenseits davon? Falls mal ein paar Chinesen zum Sightseeing (2,9 Millionen reisten 2018 nach Deutschland) in die Provinz kommen, ist man jetzt jedenfalls gewappnet. Bereits seit Anfang 2017 bietet dm chinesischen Kunden auf der Alibaba-Plattform Tmall unter anderem Drogeriewaren der dm-Marken alverde, Balea, Dontodent und Sundance an.

///// INTERNATIONAL

Amazon vor Einstieg ins Verleih-Geschäft?
Will Amazon in der Sharing Economy und dem Miet-Commerce mitmischen? Die Spekulation wird genährt von Stellenausschreibungen für "Rentals by Amazon." Business Insider sieht jedenfalls Grund genug für eifrige Spekulationen. 

Showroomprivé schwächelt
Der französische Online-Shopping-Club Showroomprivé wird seine Ziele nicht erreichen und erwartet einen Verlust von bis zu 15 Mio Euro (Ebitda) für die ersten sechs Monate des Jahres, meldet die TextilWirtschaft. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat der Shopping-Club 147,3 Mio Euro erwirtschaftet, ein Minus von 2,3% im Vergleich zum Vorjahrszeitraum.


///// TRENDS & TECH


Instagram bald ohne "Like"
Instagram denkt darüber nach, den "Like" nicht mehr auszuweisen. Die Nutzer sollten sich nicht "zu sehr darauf fokussieren, miteinander zu konkurrieren," sagte Instagram-Chef Adam Mosseri der FAZ. Derzeit läuft ein Test in Kanada ohne Sichtbarkeit der "sozialen Währung".

Start-up des Tages
Mitarbeiter und Führungskräfte rund ums Business schlauer machen. Wenn die im Büro sitzen oder unterwegs sind. Das spart Zeit und Kosten. Das Start-up Coachhub will deshalb per „Mobile Coaching Cloud“ mit einem personalisierten Coaching auf die Sprünge helfen.

Favorit der Leser
Zalando eröffnete gerade in Stuttgart sein siebtes Outlet und bietet Schnäppchen auf 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche. Zalando bewirtschaftet bereits Flächen in Berlin, Frankfurt, Köln, Leipzig, Hamburg und Münster. Wie sieht es dort aus? Es gibt nämlich einige Besonderheiten.

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