Liebe Leserin, lieber Leser, als Berichterstatter kann einen Amazon an manchen Tagen schwindelig machen. Da denkt man erst, ein inspirierenderer Einkaufsmodus sei die wichtigste News aus Seattle. Doch dann trudeln Berichte über eine geradezu gewaltige Kampfansage ein.

Amazon will 3000 neue Läden ohne Kassierer eröffnen
Amazon plant bis 2021 die Eröffnung von 3.000 neuen kassenlosen Amazon-Go-Geschäften. Das meldet Bloomberg. Derzeit sind es 4 Shops. Amazon kommentiert die Meldung wie üblich nicht. Unklar auch, ob sich die Zahl allein auf die USA bezieht. Mutige Analysten tippten bislang auf 50 Läden in den USA bis Ende 2019. In Indien hat Amazon außerdem zusammen mit dem Finanzinvestor Samara Capital gerade die indische Supermarktkette "More" übernommen.

Rewe sieht sich als Überlebender
Auch das könnte man beinahe Strategie nennen: „Die Schwachen werden sterben. Die, die übrig bleiben, werden aber mehr Umsatz machen. Und bevor Rewe-Märkte schließen, werden vorher noch viele andere sterben.“  Das sagte Rewe-Chef Lionel Souque im Rahmen der Gesprächsreihe „Meinungsmacher“ des Medienhauses Rheinland. Nachzulesen im Kölner Stadt-Anzeiger. Ein Venn-Diagramm dazu und schon sähe es aus wie ein guter Plan. 

Streik bei Amazon
Mit Streiks in Bad Hersfeld und Kobern-Gondorf piesackt Verdi gestern und heute Amazon. Wie immer geht es um die Dauerauseinandersetzung um einen Tarifvertrag.

Amazon unter der Lupe
Die EU-Kommission verschickt gerade Umfragebögen an Marktplatzhändler bei Amazon. Die Wettbewerbshüter wollen herauszufinden, ob sich der Online-Händler wettbewerbswidrig verhält. Bislang ist das aber noch ein Fischen im Trüben. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Die Kommission will unter anderem wissen, wie Amazon mit den Nutzerdaten umgeht.

Rewe steckt frisches Geld in commercetools
Das Software-Unternehmen commercetools, seit 2014 Teil der REWE Digital GmbH, bekommt von der Mutter Rewe Group mehr Taschengeld. 17 Millionen Dollar, um genau zu sein. Das kommt in den Brustbeutel für die internationale Expansion. Rewe-Chef Lionel Souque will also nicht nur überleben, sondern auch digital durchhalten. Mit einem Fokus auf Microservices ist commercetools gerade auch im Trend-Cycle vorne mit dabei.

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INTERNATIONAL

Amazon testet Shopping mit Likes
Amazon testet einen inspirierenderen Shopping-Modus. Bei Scout sollen die Nutzer Produktvorschläge auf Basis von Likes zu einzelnen Artikeln erhalten. Vorerst haben die Kunden dabei die Wahl bei Möbeln und Home Accessories. CNBC erklärt die Details.

Lieferhelfer stehen vor Amazon Schlange
Auf der Suche nach Lieferhelfern als Subunternehmer für die eigene Logistikflotte wird Amazon offenbar zumindest in den USA die Bude eingerannt. Die Rede ist von tausenden Kleinunternehmern, die sich beworben haben. Laut Tamebay darf der Löwenanteil aber mit einer Absage rechnen.

Waitrose probt Express-Lieferung
Die britische Supermarktkette Waitrose wil in einige Londoner Bezirken die Express-Lieferung binnen zwei Stunden testen. Da Autos in der Londoner City meist kaum schneller sind als Eselskarren im Mittelalter soll der Kurierdienst auch auf Fahrräder setzen. Der Mindesteinkaufswert liegt bei 10 Pfund. Die Tempo-Gebühr beträgt 5 Pfund.

Postmates holt 300 Millionen Dollar
Das Liefer-Start-up Postmates, das unter anderem mit Walmart zusammenarbeitet, erhält in einer Finanzierungsrunde 300 Millionen Dollar. 2019 könnte ein Börsengang folgen. Postmates wurde vom dem Deutschen Bastian Lehmann gegründet.


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Wer mit mehreren Paketdienstleistern zusammenarbeitet, schaut schnell in einen Abgrund an Komplexität. Die cloudbasierte Logistik-Software shipcloud verhindert, dass Onlinehändler im täglichen Versandgeschäft abstürzen.

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Amazon regiert die Welt? Bald nicht mehr, sagt der Kommunikationsdesigner und Ladengestalter Markus Schwitzke, denn nur Algorithmen und Technologie sind nicht alles. Warum die Unternehmensgruppe Schwitzke den Handel besser versteht, sagt Markus Schwitzke in unserer Reihe "Reden wir über Amazon" auch.