Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung schreiben sich Unternehmen gerne auf die Fahnen. Doch wo es jetzt darum geht, im Hinblick auf die Produktionsbedingungen im Ausland Farbe zu bekennen, kneifen Vertreter der deutschen Wirtschaft und wehren sich gegen ein Lieferkettengesetz. Gerade im Ecommerce mit seiner wachsenden Bedeutung sozialer Medien sollte sich der Handel eine Ablehnung genau überlegen: Gen Z und Millenials haben bereits gezeigt, dass sie auf Fehlverhalten sehr sensibel reagieren. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, Position zu beziehen.

///// HANDEL NATIONAL

Einzelhandel befürchtet angesichts des Umsatzeinbruchs im Zuge der Coronakrise eine Pleitewelle im vierten Quartal
Bis Ende September ist die Pflicht zum Antrag auf Insolvenz wegen der Pandemiefolgen ausgesetzt. Doch dann könnte es im Handel happig kommen – sofern die Politik die Ausnahmeregelung nicht verlängert. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, schätzt der Handelsverband Deutschland (HDE) im Bereich Nicht-Lebensmittelhandel 10.000 Insolvenzen als möglich ein. Mittelfristig sei laut einer HDE-Prognose davon auszugehen, dass gut 50.000 Geschäfte im Zuge der Coronakrise dichtmachen müssten. 2019 hatte das Statistische Bundesamt im Handel insgesamt (einschließlich Instandhaltung und Reperatur von Kfz) 3166 Insolvenzen gezählt.

Rethinking Retail in Zeiten von Covid-19 – Best Retail Cases sucht innovative Lösungen
Die Best Retail Cases-Plattform, eine Initiative der Location Based Marketing Association, sucht innovative Beispiele, mit denen sich der Handel für Gegenwart sowie Zukunft rüstet und Einkaufserlebnisse im Laden oder online kundenfreundlich gestaltet. Noch bis 25. Juli können Cases eingereicht werden, ab 27. Juli ist das Voting der Anwender möglich. Die Datenbank ist aber jetzt schon zugängig. Am 2. September wird der Best Retail Cases Award in den Kategorien Retail Technology, Retail Marketing & Service, Store-Design, Omnichannel und eCommerce vergeben. Zusätzlich werden die besten Innovationen, Lösungen und Ideen zu COVID-19 im Handel prämiert.   


///// HANDEL INTERNATIONAL

In den USA kämpfen große Handelsmarken ums Überleben - JCPenney weiter in Verhandlungen mit Gläubigern
Im Mai wurde Gläubigerschutz beantragt, seitdem bangen 90.000 Mitarbeiter des Warenhausunternehmens um ihre Jobs. Seinerzeit hieß es, 30 Prozent der rund 870 Kaufhäuser könnten geschlossen werden, eine aktuelle Liste umfasst 152 Standorte. Eine Frist, in der eine Einigung mit den Gläubigern über die Fortführung der Geschäfte geschlossen werden sollte, wurde jetzt bis 31. Juli verlängert. Im Gespräch sind der Verkauf von 35 % des Unternehmens an einen neu geschaffenen Real-Estate-Investment-Trust (REIT). Zu den möglichen Investoren zähle der Shopping-Mall-Betreiber Simon, berichtet CNBC. Komme keine Einigung zustande, drohe die Liquidierung.

Online-Modehändler Asos verzeichnet deutlich mehr Kunden und starkes Umsatzwachstum
Asos, einer der größten reinen Online-Modehändler der Welt mit Internetauftritten in Großbritannien, Europa, den USA und Australien, meldet für die vier Monate des Corona-Lockdowns von März bis Juni einen Umsatzanstieg von 10% auf mehr als 1 Mrd. Pfund (1,12 Mrd. Euro) und einen Kundenzuwachs um 16% auf 23 Mio. Das im Vereinigten Königreich (UK) beheimatetet Unternehmen konnte seine Verkäufe in der EU um 22% und in der übrigen Welt um 19% steigern, währen die Geschäfte im UK um 1% und in den USA um 2% zurückgingen, berichtet Internet Retailing. Zu Beginn des Lockdowns habe Asos noch einen Umsatzrückgang hinnehmen und staatliche Hilfe für das beurlaubte Personal in Anspruch nehmen müssen. Im April, Mai und Juni hätte die Nachfrage nach Freizeitkleidung dann stark angezogen.

Google, Apple, Facebook und Amazon geben den Takt vor, auch im Umgang mit Corona: Home Office bis 2021 verlängert
Die USA verzeichnen mit zahlreichen Hotspots einen drastischen Anstieg der Corona-Infektionen, gleichzeitig tut US-Präsident Trump so, als sei demnächst alles wieder ganz normal. Dass dem nicht so sein wird, kann man jetzt einer internen Information von Amazon an seine Mitarbeiter*innen entnehmen. Wie CNBC berichtet, erlaubt das Unternehmen all jenen, die vom Home Office aus arbeiten können, diese Arbeit auch bis zum 8. Januar 2021 dort auszuführen. Im Mai hatte Amazon gemeldet, dass die Arbeit im Home Office bis 2. Oktober gestattet sei. Zuvor hatten Facebook, Google und Apple bereits bekundet, sie erwarteten keine Rückkehr ihrer Mitarbeiter*innen vor Ende des Jahres.

///// TRENDS & TECH

Viele Adressen in der Datenbank – doch welchen Wert hat eigentlich so ein E-Mail-Verteiler?
"Die wenigsten Unternehmen machen sich Gedanken darüber, welchen Wert ihr E-Mail-Verteiler eigentlich hat", beginnt Michael Kornfeld, Geschäftsführer von dialog-Mail, seinen Beitrag für Internet World. Gerade aber für Online-Shops ist diese Frage nicht nur wichtig, sondern im Grunde auch leicht zu beantworten. Man müsse nur drei Fragen stellen: Wie hoch ist der Prozentsatz der auf ein Mailing folgenden Transaktionen, wie oft bestellen Newsletter-Empfänger im Schnitt, wie hoch ist der durchschnittlich Bestellwert. Wer sich diese Fragen noch nie gestellt hat, dem sei Kornfelds Beitrag auch wegen des konkreten Rechenbeispiels ans Herz gelegt.

Amazon öffnet Influencer-Programm für Live-Streaming
Amazon bietet Influencern nun eine neue Möglichkeit, Provisionen für den Kauf von Produkten zu verdienen. Das Unternehmen fügt Live-Streaming zu seinem bestehenden Influencer-Programm hinzu. So bekommen Influencer die Möglichkeit, eine Art modernen TV-Shoppings anzubieten.

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