Die Gefahren und Risiken, die die zunehmende Digitalisierung und der E-Commerce mit sich führen, nehmen ständig zu. Nach diversen Fällen in den vergangenen Jahren erhöht sich die Frequenz. Erst in der vergangenen Woche war es eindrücklich zu sehen. In den USA kam es zum Hackerangriff gegen den Pipeline-Betreiber Colonial, mit der Folge von Engpässen in der Benzinversorgung. Nur wenige Tage später griffen Hacker das irische Gesundheitssystem an. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Unternehmen sich stärker gegen solche Cyber-Attacken versichern wollen, wie eine neue Studie belegt. Der Markt gegen Cyber-Versicherungen ist ein Wachstumsfeld, das auch größer werden wird, wenn die Pandemie eingedämmt ist.

///// HANDEL NATIONAL
Nachfrage nach Cyber-Versicherungen steigt an
Der starke Zuwachs des Online-Handels und anderer virtueller Tätigkeiten während der Coronakrise haben zu einem höheren Bedarf an Cyber-Versicherungen geführt. Nach einer neuen Umfrage der Rating-Agentur Assekurata sehen 76 Prozent der Versicherungen und 89 Prozent der Makler eine wachsende Nachfrage, die durch die Pandemie ausgelöst wurde. In der Industrie rechnen 80 Prozent der Befragten mit einem Anstieg, im Gewerbe gehen 54 Prozent von einer erhöhten Nachfrage aus. 80 Prozent erwarten, dass für die Kunden ihre eigenen Schadenfälle und die Berichterstattung in den Medien ausschlaggebend für den Wunsch nach einem besseren Versicherungsschutz sind. Dabei können 79 Prozent der Befragten bereits einen Anstieg der Schadenszahlen feststellen, 87 Prozent gehen davon aus, dass sich dies fortsetzen wird. Dies könnte eine Erhöhung der Prämien zur Folge haben, schätzen die Analysten.

Wellpappe wichtiges Verpackungsmaterial
Nach einer neuen Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM), die das Portal Packaging 360 vorstellt, hat die Wellpappe inzwischen einen bedeutenden Anteil innerhalb des Segments des Verpackungsmaterials im Versandhandel erreicht. 2019 hätten im gewerblichen Bereich 44 Prozent der Verpackungen aus Wellpappe bestanden, bei privaten Paketen habe der Anteil bei 56 Prozent gelegen. Bei einer Berechnung des Verbrauchs auf Kilotonnen bestünden 90 Prozent des Verpackungsmaterials aus Wellpappe. Für den Verband der Wellpappen-Industrie e. V. seien unter anderem die hohe Belastbarkeit, die Möglichkeit der genauen Anpassung und der hohe Anteil an Recyclingmaterial Gründe für die starke Position.

Bundeskartellamt richtet Abteilung für E-Commerce ein
Das Bundeskartellamt richtet seinen Fokus stärker auf den Online-Handel und richtet eine eigene Abteilung dafür ein. Zuständig für den E-Commerce und die Anwendung des neuen §19a GWB wird die neue 2. Beschlussabteilung sein. Im Mittelpunkt stehen nach Mitteilung der Bonner Behörde die Untersuchung und Beurteilung des Verhaltens von Amazon und weiterer Plattformen. Die 2. Beschlussabteilung erhält darüber hinaus noch die Zuständigkeit für die Segmente Unterhaltungselektronik und elektrische Haushaltsgeräte.

Paysafe kooperiert mit Tripgift
Die Zahlungsplattform Paysafe hat einen neuen Kooperationspartner für den Online-Handel mit Reisebuchungen gefunden. Zum Angebot des neuen Partners Tripgift gehört auch das Einlösen von Geschenkgutscheinen für E-Learningprogramme, präsent ist die Online-Plattform weltweit in 30 Ländern. Durch die neue Partnerschaft ist nun die Bezahlung dieser Leistungen im Rahmen eines Online-Cash-Verfahrens in insgesamt zwölf Währungen möglich. Die Kunden kaufen ihre Tripgift-Geschenkkarte, wählen online Paysafe als Zahlungsmethode und geben bei der Online-Zahlung den 16-stelligen Code der Paysafecard ein. Nach Angaben von Paysafe habe eine aktuelle Studie gezeigt, dass rund 30 Prozent der Nutzer bei der Möglichkeit der Barzahlung zusätzliche Online-Käufe vornehmen würden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Belgische Politiker waren vor Projekt von Alibaba
In der belgischen Politik nehmen die Bedenken gegenüber Alibaba und einem Großprojekt zu. Der chinesische Online-Konzern will in der Nähe des Flughafens der Stadt Lüttich ein großes Logistikzentrum bauen, doch nun starten Diskussionen im Parlament, wie das Magazin Politico berichtet. Der grüne Abgeordnete Samuel Cogolati habe darauf hingewiesen, dass Alibaba kein Privatunternehmen sei, sondern der chinesischen Kommunistischen Partei unterstehe und unter Regierungsvorgaben handle. Belgien müsse seine Augen öffnen, die eigene Sicherheit und die Grundrechte gewährleisten sowie die persönlichen Daten der Belgier sichern, wird er von Politico zitiert. Chinesische Geheimdienstler hätten Zugang zu gesicherten Bereichen des Flughafens. Die chinesische Botschaft in Belgien habe die Vorwürfe zurückgewiesen, berichtet Politico. Mittlerweile sei es zu Gesprächen der Außenminister der beiden Länder gekommen.

Amazon startet ein neues Gesundheitsprogramm
Mit dem neuen Programm "Working Well" will Amazon die Zahl der Unfälle und Verletzungen von Mitarbeitern senken. Das Ziel sei es, dass die Zahl bis 2025 um 50 Prozent sinke, heißt es bei Retail Dive. Zu dem Programm gehörten mentale und körperliche Übungen zur Stärkung der Mitarbeiter, es ist Bestandteil eines Sicherheitsprojekts mit einem Volumen von 300 Millionen US-Dollar in diesem Jahr. Mit ersten Anwendungen des Programms sei es gelungen, die Zahl der Erkrankungen des Bewegungsapparats um 32 Prozent zu senken. Die ersten Schritte seien 2019 erfolgt, nun soll "Working Well" auf alle Standorte in den USA ausgedehnt werden. Aufgebaut sei es auf körperlichem Training, Wellness, technischen Anwendungen und einem Angebot gesunder Ernährung.


///// TRENDS & TECH

Customer Experience zählt auch im B2B-Handel
Customer Experience (CX) kann nicht nur im Endkundenvertrieb ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, auch im B2B-Handel wächst die Bedeutung von CX zusehends. Dies ist das Ergebnis des neuen B2Best Barometer von ECC Köln und Creditreform, über das Onlinemarktplatz berichtet. Danach schätzten rund 22 Prozent aller Großhändler und Hersteller CX als wichtigstes Element für eine gute Geschäftsbeziehung ein, die Faktoren Produktangebot und Preis lägen mit 21 Prozent respektive 17 Prozent dahinter. Dabei hätten die Unternehmen auf diese Entwicklung, die durch Corona noch beschleunigt worden sei, reagiert, denn 80 Prozent sähen sich gut bis sehr gut vorbereitet. Eine der wichtigsten Funktionen sei der Self-Service, der auf den Kundenportalen eingebaut werden solle. Dieser Meinung seien 74 Prozent, doch für Elemente wie Statusabfrage (63 Prozent), Tracking (60 Prozent) oder Rechnungsdownload (55 Prozent) gebe es noch Potenzial für einen Ausbau. Rund 80 Prozent der Unternehmen hätten den Bedarf nach einer Verbesserung der CX im Haus erkannt.

Die Deutsche Telekom will den Glasfaserausbau forcieren
Nach Berlin sollen nun mit Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main drei weitere deutsche Großstädte besser mit Glasfaserkabeln ausgestattet werden. Über diese Ankündigung der Deutschen Telekom berichtet Inside Digital. Der Ausbau solle bis 2025 abgeschlossen sein, doch einen Anschluss für jeden Haushalt gebe es auch dann nicht. Neben den Großstädten habe die Telekom aber durch die Unterstützung der Bundesregierung und der Landesregierungen auch eine bessere Versorgung der ländlichen Regionen auf der Liste stehen. So sollten in diesem Jahr 200.000 Haushalte und Unternehmen versorgt werden. Im Rahmen des wirtschaftlichen Eigenausbau liege der angestrebte Wert bis 2025 bei drei Millionen Haushalten. In den Städten gebe es aber Probleme bei ausreichenden Informationen für die Anwohner und der Zustimmung von Vermietern und Eigentümergemeinschaften.

WhatsApp als Verkaufskanal ausbauen
Mit dem Contact Center Dienstleister Gevekom und dem Software-Entwickler Messenger People haben sich zwei neue Partner entschieden, WhatsApp für andere Unternehmen als Verkaufskanal aufzubauen. Im Mittelpunkt der Kooperation steht der Conversational Commerce, der das Ziel hat, die Verkaufszahlen durch einen Dialog zwischen Unternehmen und Kunden zu steigern. Für diesen Dialog soll nun WhatsApp als primäres Kommunikationsmittel zum Einsatz kommen. Technologie, Schulung und Implementierung liegen in den Händen von Gevekom. "Der Ton in der schriftlichen Chat-Kommunikation ist viel wertschätzender als am Telefon", ist Roman Molch, geschäftsführender Gesellschafter von Gevekom, überzeugt.