Amazon lässt nichts aus. Jetzt kommt wieder eine Bewegung aus dem virtuellen ins reale Leben. In Großbritannien wird ein neues stationäres Geschäft eröffnet und der Konzern findet wieder ein neues Feld. Diesmal sind es keine Läden, in denen die Kunden kontaktlos einkaufen können, jetzt gibt es nach Waren ausgewählt nach Kundenbewertungen. In Seattle finden sich immer wieder neue Varianten, nach einer ersten Phase in den USA geht es dann über Atlantik oder Pazifik, dieses Mal nach Großbritannien. Mit diesem Schritt will Amazon nicht nur die entsprechenden Spuren hinterlassen, sondern der Konkurrenz auch die Schranken aufzeigen, die es für Amazon nicht gibt. Wer den längsten Atem hat, ist keine Frage und wenn es mal doch nicht klappen sollte, wird es als Fehltritt abgehakt und weiter geht‘s.

///// HANDEL NATIONAL
Stärkstes drittes Quartal für den E-Commerce seit 2017
Nach den neuesten Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (BEVH) konnte der Online-Handel in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Plus von 14,8 Prozent auf 22,194 Milliarden Euro erzielen. Damit habe der E-Commerce das stärkste dritte Quartal seit 2017 erreicht. Das größte Wachstun habe in diesen drei Monaten der Multichannel-Handel mit 21,2 Prozent auf rund 3,5 Milliarden verzeichnet. BEVH-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer stuft diese Entwicklung als "besonders erfreulich" ein. Es zeige sich, dass sich viele stationäre Händler erfolgreich im Digitalhandel festsetzten. Der Handel auf den Online-Marktplätzen habe erstmals die Grenze von zehn Milliarden Euro überschritten. Der Verband bleibt zuversichtlich, dass die Marke von 100 Milliarden Euro für das gesamte Jahr für den interaktiven Handel einschließlich Dienstleistungen bei einem starken Weihnachtsquartal erreicht werden kann. In den ersten neun Monaten wurden 74 Milliarden Euro umgesetzt.

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Verbessertes Kundenerlebnis – So optimieren Sie Ihr Online-Geschäft
Das Thema Payment wird von beinahe jedem fünften Händler als Herausforderung gesehen. Susanne Steinwart von PayPal, Händlerbund COO Tim Arlt und Markus Deibler von Luicellas Ice Cream diskutieren in der "Lunch & Learn Session" typische Fragen von Onlinehändlern.

Shop Apotheke kommt wieder zurück in geplante Bahnen
Für die Shop Apotheke geht es wieder aufwärts. Nach einem Bericht des Handelsblatts ist der Umsatz in den vergangenen neun Monaten um 9,8 Prozent auf eine Summe von 772 Millionen Euro gewachsen. Die Online-Apotheke habe in den vergangenen Monaten mit Problemen bei der Produktbeschaffung und -auslieferung zu kämpfen, da in dieser Zeit der Umzug in ein neues Logistikzentrum stattfand (das Morning Briefing berichtete) . Im dritten Quartal musste das Unternehmen ein Umsatzminus von 0,3 Prozent verzeichnen, der Gesamtwert habe bei 238 Millionen Kunden gelegen. Dabei könne es sich aber um einen Zuwachs der aktiven Kunden um eine Million auf 7,3 Millionen freuen.

Der HDE lehnt eine Paketsteuer ab
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat sich gegen eine vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (das Morning Briefing berichtete) vorgeschlagene Paketsteuer ausgesprochen. Sie sei "kein sinnvolles Instrument für die Innenstadtentwicklung". Vielmehr stelle sie "eine drohende Belastung auch für pandemiebedingt angeschlagene innerstädtische Händlerinnen und Händler" dar. Die Politik müsse für die Sicherung des freien Wettbewerbs im internationalen Handel eine gerechte Besteuerung aller Handelsunternehmen durchsetzen. Eine Paketsteuer würde Händler schaden, die sich im Online-Vertrieb ein zweites Standbein geschaffen hätten. Die beiden Vertriebswege dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ocado setzt auf autonomes Fahren
Der britische Online-Lebensmittelhändler Ocado hat zehn Millionen Britische Pfund in das Technologieunternehmen Wayve investiert. Wayve ist spezialisiert auf die Entwicklung von Technologie für autonomes Fahren und beide Partner wollen nun entsprechende Systeme entwickeln, mit denen die Lebensmittel dann durch stark frequentierte Straßen transportiert werden können, meldet Reuters. Erste Tests sind in London geplant, die Einsätze würden von Fahrern überwacht. Ein Teil der Fahrzeugflotte von Ocado solle mit Geräten ausgestattet werden, die die Daten über das Verhalten und die Reaktionen der Fahrer sammeln sollen.

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Amazon eröffnet den ersten 4-Star-Store außerhalb der USA
Bluewater, südöstlich von London, ist die Heimat des ersten 4-Star-Store, den Amazon in Europa in Betrieb nimmt. Ein weiterer Schritt des Internet-Giganten, um im stationären Handel Fuß zu fassen. In dem neuen Geschäft stehen den Kunden nur Produkte zur Wahl, die eine Bewertung von mindestens vier Sternen erhalten haben, hohe Verkaufszahlen erreichen oder auf der britischen Amazon-Webseite für neue Trends sorgen, berichtet Tamebay. Zu den Produktkategorien gehörten unter anderem Elektrogeräte, Spielwaren, Bücher und Küchenartikel. Darüber hinaus stünden auch Waren aus der Eigenproduktion von Amazon, wie die Ebook-Reader von Kindle, zur Wahl. Das Produktangebot werde nach den Ergebnissen der Kundenbewertungen regelmäßig ausgetauscht. Zu finden seien im Laden auch gut eingestufte Produkte von kleineren britischen Anbietern.

Chronext verschiebt den Börsenstart
Chronext wird nicht, wie geplant, am 8. Oktober das Börsendebüt in Zürich feiern. Der Online-Uhrenhändler hat sich wegen der "derzeit ungünstigen Marktbedingungen für Wachstumsunternehmen" zur Absage des Börsenstarts und der Verschiebung auf eine unbestimmte Zeit entschlossen, heißt es in der Wirtschaftswoche. Der Start mit dem Aktienhandel sei aber nicht endgültig ad acta gelegt, sondern nur verschoben, bis sich die Marktbedingungen stabilisiert hätten. Vor rund drei Wochen war eine Kapitalspritze von rund 250 Millionen Schweizer Franken angestrebt gewesen, nun wurde von rund 680 Millionen gesprochen.


///// TRENDS & TECH

Erstmals Sneaker aus dem 3D-Drucker
In der Bekleidungsindustrie gibt es ständig neue Entwicklungen und Produkte. Hersteller setzen bei Bekleidung und Schuhen auf Lebensmittel und recycelten Müll, nun geht Heron Preston bei der Produktion von Kleidung und Schuhen einen neuen Weg. In Kooperation mit Stock X und dem Technologieanbieter Zellerfeld hat der Modehändler erstmals einen Sneaker mit einem 3D-Drucker produziert. Die Kommunikation der Beteiligten habe mit Hilfe sozialer Medien stattgefunden, iterative Drucke seien innerhalb weniger Stunden produziert worden, teilen die Unternehmen mit. Nun sei die Produktion der Schuhe in Standardgrößen möglich, die Anpassung sei durch einen iPhone-Fußscan möglich. Das Material sei komplett wiederverwendbar, giftige Klebstoffe kämen nicht zum Einsatz.

Marketingführer fürs Weihnachtsgeschäft
Wie im vergangenen Jahr will Smarketer den Online-Handel auch 2021 in der Vorbereitung aufs Weihnachtsgeschäft unterstützen. Im Mittelpunkt des neuen Marketings Guides der Google-Ads-Agentur stehen Aspekte wie die Suchmaschinenwerbung, die Entwicklung des Singles‘ Day zu einem Verkaufsevent und das wachsende Bewusstsein der Kunden im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Als Partner für die Datenerfassung Smarketer holte Google und Microsoft an Bord. Als Ergebnis gibt es fünf Tipps für die kommenden Wochen. In der Agentur herrscht die Überzeugung, dass die Kunden in der Weihnachtszeit bevorzugt neue Marken kaufen werden. Dazu kommt die Einschätzung, dass die Kundennachfrage von Shopping Events geprägt werde und der Mix aus On- und Offline neue Erwartungen produziere. Die Anbieter sollten Shops für Mobilgeräte einrichten, denn 55 Prozent der Einkäufe erfolgten per Smartphone. Im Hinblick auf die Logistik heißt es aus dem Hause Smarketer, dass das unterschiedliche Verbraucherverhalten Einfluss auf ihren Aufbau haben werde.

Kundenbindung und Service: Warum der Black Friday mehr als eine Rabattschlacht ist
Bald ist es wieder so weit: Der Handel sieht schwarz. Auch bei deutschen Kunden ist das Signal für den Black Friday längst gelernt - und im B2B-Bereich ist das Shopping-Großereignis ebenfalls angekommen. Etailment-Gastautor Tobias Kaiser erklärt, wie sich Händler auf den 26. November 2021 vorbereiten - und warum sie dabei nicht nur auf Prozente, sondern auch auf Loyalitätsprogramme und zusätzliche Serviceleistungen setzen sollten.

///// NACHHALTIGKEIT

Parcel Lab will den nachhaltigen Versand fördern
Das Münchener Start-up Parcel Lab sieht bei den Unternehmen einen stärkeren Bedarf und eine stärkere Erfordernis, den Versand nachhaltiger aufzuziehen. Der Anbieter für eine White-Label-Lösung für den E-Commerce, mit dem der Versand der Produkte optimiert und die Kundenbindung gestärkt werde, will nun im Segment des Versands das Defizit in Nachhaltigkeitsfragen verringern. Die Anbieter sollten den CO2-Fußabdruck des Kunden einbeziehen, Abfall beim Versand vermeiden und die Zustellung verschlanken, um die Umweltbelastung durch den Transport möglichst gering zu halten.