Gehen uns auch in Deutschland die LKW-Fahrer aus? Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) warnt vor einem Kollaps, allerdings erst in zwei bis drei Jahren. Das sollte uns in der aktuellen Situation dennoch beunruhigen, schreibt das Handelsblatt, denn wie viele Fahrer bereits jetzt fehlen, könnte von den Stellenausschreibungen abgelesen werden. Bei der Jobbörse Stepstone gibt es im Herbst 133 Prozent mehr Stellenangebote von Speditionen als im Vorjahr. Frührentner aufgepasst: Vielleicht erhalten diese, wie die Deutschen in Großbritannien, schon bald ein Angebot zum Brummi fahren, weil ihr Führerschein sie dazu befähigt. 

///// HANDEL NATIONAL
Wegen Fachhändlerwegfall: norwegische Outdoor-Anbieter Bergans of Norway mit Online-Shop in Deutschland
Man habe weniger Möglichkeiten, seine Marke in Deutschland zu präsentieren, da einige mittelständischer Fachhändler in z.B. Köln, Frankfurt oder Hamburg weggefallen seien. Damit begründet der norwegische Outdoor-Anbieter Bergans of Norway den Schritt, mit eigenem Online-Shop in Deutschland vertreten zu sein. Auch wolle man auf Marktbesonderheiten eingehen und habe dafür Laura Ninnemann - ehemals Otto - als E-Commerce-Managerin ins Boot geholt. 

Uber Eats wirbt in Frankfurt
Bereits seit Juli 2021 ist es im Gespräch, nun kündigte sich in der vergangenen Woche der Essenslieferdienst Uber Eats tatsächlich bei den Bürgern und Unternehmen in Frankfurt am Main per Postwurfwerbung an. 15 Prozent Rabatt wartet auf alle bei der ersten Bestellung, wenn man die App runterlädt.  

Der Outdoor-Schuster Lowa setzt in Europa auf Online-Vertrieb
Ab November können Verbraucher*innen aus ganz Europa die Wanderschuhe von Lowa direkt auf der Webseite bestellen. Dafür wurde diese um eine Shopping-Funktion erweitert, die den Direktvertrieb möglich macht. Der neue Vertriebskanal soll vor allem Kunden ansprechen, die nicht in der Nähe eines stationären Geschäfts leben. Aufgrund der aktuellen Lieferengpässe startet Lowa mit limitierter Menge und einer definierten Modell-Auswahl. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

HelloFresh expandiert nach Italien
Der Berliner Kochboxenanbieter HelloFresh ist ab sofort auch für 26 Mio. Italiener verfügbar. Dies widerspreche der bisherigen Strategie des Unternehmens, nur in Ländern aktiv zu werden, die bereits Erfahrung mit Kochboxen gemacht haben, schreibt die DPA. Nächstes Expansionsziel von HelloFresh soll nun Japan sein. 

Marc O'Polo geht in 18 neuen Ländern online
Mit dem Ziel, Marc O'Polo zu einer Milliardenmarke zu machen expandiert das Unternehmen aus Stephanskirchen jetzt mit Online-Shops in achtzehn zusätzliche Märke. Die Internationalisierung sei für die Zielsetzung entscheidend, heißt es bei Marc O'Polo. Aktuell ist Marc-o-polo.com bereits in 23 Ländern vertreten. 


///// TRENDS & TECH

Deutsche vertrauen Lieferdiensten und Nachbarn
Eine repräsentative Studie des Verbraucherportals Paketda zeigt, dass sich drei Viertel der Menschen in Deutschland auch Pakete nach Hause liefern lassen, obwohl sie wissen, dass sie niemand entgegennehmen kann. Besonders sorglos sind dabei die Altersgruppe der 18 bis 39-Jährigen, Berufstätige und Männer (78 Prozent). Offenbar ist das Vertrauen in die Nachbarn groß und ungetrübt. Das spricht für eine gute Nachbarschaft. 

Alibaba nimmt ältere Menschen in den Blick 
Taobao hat eine neue Version der Shopping-App eingeführt, die für ältere Nutzer besser zugänglich ist. Der "Seniorenmodus" von Taobao, der im Vorfeld des 11.11 Global Shopping Festival in China eingeführt wurde, zeichnet sich durch größere Texte und Symbole, eine vereinfachte Navigation und sprachunterstützte Technologie aus. Er ermöglicht es Senioren auch, per Sprachbefehl nach Produkten zu suchen. Man werde in Zukunft neue Möglichkeiten erforschen, um Senioren den Online-Einkauf zu erleichtern. Ein Beispiel dafür seien Funktionen, die es ihren Kindern ermöglichen, ihnen beim Stöbern und Auswählen von Produkten zu helfen, heißt es bei Alibaba. Seit Oktober 2021 gibt es in Deutschland 20 Mio. Rentner*innen. Wann macht sich der Online-Handel hierzulande auf den Weg?

Geld wie Heu zur Start-up-Finanzierung
Das Online-Portal Deutsche-Startups.de hat eine beeindruckende Liste der wichtigsten Start-up-Investitionen in den ersten neun Monaten dieses Jahres publiziert. Gelistet sind die wichtigsten, interessantesten und größten Finanzierungsrunden jenseits von 25 Mio. Euro oder US-Dollar, darunter Celonis, Berlin Brands Group, Trade Republic, SumUp, Flixbus, wefox, Bitpanda, die Razor Group, GoStudent, Flink und Gorillas. Für die letzten beiden gibt es bereits neuerliche Finanzierungsrunden noch dieses Jahr. 

Dem digitalen Lieferschein gehört die Zukunft
Die Bundesvereinigung Logistik (BVL), GS1 Germany und T-Systems haben in einem Pilotprojekt mit 20 Unternehmen die Nutzung eines digitalen Lieferscheins getestet. Ergebnis: 68 Prozent würden das System weiter nutzen. Außerdem konnte die Dauer des Lieferprozesses in einigen Fällen um bis zu zehn Tage verkürzt werden. Der getestete digitale Lieferschein wird als Web-App in der Open Telekom-Cloud angeboten. Die Testergebnisse fließen in die Weiterentwicklung ein. Im kommenden Jahr soll es erste konkrete Anwendungen geben.  

///// NACHHALTIGKEIT

Uniqlo setzt auf profitables und nachhaltiges Online-Wachstum
Der japanische Bekleidungskonzern Uniqlo International erzielte im vergangenen Geschäftsjahr bereits ein Fünftel des Umsatzes online. Die Muttergesellschaft zieht daraus die Konsequenzen und setzt verstärkt auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit im Online-Vertrieb. Man wolle ein schlankes Unternehmen ohne unnötigen Ressourcenverbrauch werden, das seine Nachhaltigkeitsziele unter anderem dadurch erreicht, dass es weniger Produkte anbiete und von Rabatten abrücke, berichtet Internet-Retailing.