Liebe Leserin, lieber Leser, die Sonne lacht – und wer jetzt nicht schon faulenzt, der schmiedet Ferienpläne. Vom Reisefieber sind auch Händler gepackt. Das Berliner Unternehmen Babbel macht jetzt Urlaub und verkauft neben Sprachkursen noch -Reisen: eine ziemlich lukrative Art, das eigene Geschäft auszubauen. Und Rewe will ab Sommer seine Eigenmarken nach China bringen. Via Tmall. Die, die zuhause die Stellung halten, freuen sich auf ein Sonnen-Wochenende: erst viel Spaß beim Lesen, dann am See.

///// HANDEL NATIONAL
Rewe zieht's nach China
Für seine Eigenmarken baut Rewe gerade einen Flagship-Store auf dem Online-Marktplatz Tmall auf. Für den Webshop wird Partner Alpenpartner verantwortlich zeichnen und den Verkauf übernehmen, berichtet die Lebensmittelzeitung (für Abonnenten).

N26 gewinnt Kunden
Mobile-Bankingkunden sind hart im Nehmen: Trotz negativer Schlagzeilen über Datenmissbrauch, Hackerangriffe und mangelnden Strategien gegen Geldwäsche haben sich laut Unternehmensangaben in den letzten drei Monaten eine Million Nutzer als Neukunden bei der Mobile-Bank N26 registriert. Damit, so folgert das Handelsblatt, wächst die Skandal-Bank schneller als im Vorjahr.

Babbel macht Urlaub
Das Berliner Unternehmen Babbel, bekannt für Online-Sprachkurse, verkauft jetzt auch Reisen. Lernende können über das Babbel Travel-Portal die Kurse von 210 Sprachschulen in 30 Ländern buchen. Babbel wurde 2007 gegründet und übernahm im vergangenen Jahr den Reiseanbieter Lingoventura. Ebenfalls 2018 setzte Babbel rund 100 Millionen Euro um, gibt allerdings mehr als 50 Millionen Euro für die Werbung seiner Sprachkurse aus, berichtet Gründerszene. Gut möglich, dass das Reisegeschäft einmal wichtiger sein wird als die Kurse.

Im Gründungsfieber
Insgesamt 192.000 Gewerbeanmeldungen hat das Statistische Bundesamt im ersten Quartal 2019 für Deutschland registriert, das sind knapp 3 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter den Anmeldungen finden sich 156.400 Neugründungen, knapp 35.000 sind Start-ups, die schnell wachsen wollen, schreibt die Wirtschaftswoche.

Schnecken-Internet
Halle an der Saale bietet die beste Abdeckung mit 4G-Mobilfunk, berichtet Onlinehändler-News. Den schlechtesten 4G-Empfang haben Smartphone-Nutzer in Frankfurt/Oder. Überhaupt schneiden Grenzregionen schlecht ab im Vergleich: Auch die Badener haben nur bedingt Zugriff auf 4G-Netze. Wie sieht's dort wohl mit dem Mobile Shopping aus? Besonders gut ist indes die Versorgung in Großstädten wie München, Köln, Hannover, Nürnberg oder Leipzig.

///// INTERNATIONAL

Post liefert Medikamente
Die Deutsche Post bastelt in den USA an einem Vertriebsnetz für Medikamente: Ihre Tochter DHL Supply Chain hat bereits 21 Verteilzentren aufgebaut und will ihr Netz um weitere neun Knoten ausweiten. Von hier aus bringt das Unternehmen Medikamente zu Krankenhäusern und Apotheken und übernimmt so immer größere Teile der Logistik von Pharmaunternehmen. Bringt laut Wirtschaftswoche bereits drei Milliarden Euro im Jahr.

Jet.com wird Walmart
Walmart wird Jet.com in seinen eigenen Online-Auftritt integrieren. Der US-Händler hatte den Marktplatz vor drei Jahren für 3,3 Milliarden Dollar übernommen. Das Unternehmen integriert Technik, Website und Prozesse nun in die eigenen Systeme, Jet.com-Chef Simon Belsham ist nur noch bis August für den Marktplatz verantwortlich, schreibt Reuters.

Target liefert schneller
Seit Wochen konkurrieren Amazon und Walmart um schnelle Lieferungen, jetzt mischt sich noch Konkurrent Target ein: Für knapp 10 US-Dollar können sich Online-Kunden in 47 Bundesstaaten die bestellten Waren am gleichen Tag liefern lassen, für einmalig 99 Dollar liefert Target sogar ein Jahr lang schneller, berichtet CNBC. 

Kohl's stellt Sonderverkäufe ein
Die US-amerikanische Warenhauskette Kohl's gibt ihre Aktionspreise für Rückläufer aus Filialen und Online-Shop auf. Vor vier Jahren hatte Kohl's erstmals Tests gestartet, Retouren-Ware zu beonders niedrigen Preisen zu verkaufen. Erfolgreich war das nie – wohl weil Kohl's auch reguläre Ware verbilligt. Retaildive vergleicht Kohl's Off-Price-Programm mit dem von Macy's: interessanter Beitrag zu unserer Retourendebatte.

Eine Milliarde für Boohoo
Der britische Modeversand Boohoo kann 2019 die Milliardengrenze beim Umsatz packen, meint Excitingcommerce nach der Analyse der Geschäftszahlen: 857 Millionen britische Pfund hat das Unternehmen 2018 eingenommen, 48 % mehr als im Jahr zuvor. Und im ersten Quartal wuchs Boohoo um 39 %, die Übernahme von Modemarken scheint zu greifen.


///// TRENDS & TECH

Keine DSGVO-Abmahnung
Können offensichtliche Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) abgemahnt werden? Stuttgarter Richter meinen nein, weil über diese Frage noch gestritten wird. Der Shopbetreiber-Blog beschäftigt sich mit dem Fall eines eBay-Händlers, der seine Kunden nicht darüber informierte, wie er mit ihren personenbezogenen Daten umging. 

GAFA unter Druck
Nach Europa wächst nun auch in den USA die Kritik an der Marktmacht von Google, Amazon, Facebook und Apple, kurz GAFA, und zwar parteiübergreifend in allen Lagern. Das berichtet das Handelsblatt. Besonders stark unter Druck ist Facebook, das Unternehmen ist nicht nur die Macht in den sozialen Medien, sondern geht nicht sorgfältig genug mit Personendaten um. Und wie reagieren die Konzerne? Mit mehr Lobbyismus. Nicht kundenfreundlich.

Zahl des Tages
Die Übernahme durch Amazon zeigt Wirkung: US-Lebensmittelhändler Whole Food's steigerte im ersten Quartal 2019 die Zahl seiner Kundenbesuche um 16,5 %, die Einnahmen wuchsen dadurch um 6 %, stellt die Marktforschung Forrester durch Umfrage und Zahlenanalyse fest.

Start-up des Tages
Bevors zum Wochenend-Shopping geht, stellt etailment hier drei Start-ups vor, die Mode für Kleine bieten, nachhaltige versteht sich.

Favorit der Leser
Warm anziehen sollte sich der Handel: Künstliche Intelligenz, Quantencomputer und Bioinformatik beflügeln die Plattformökonomie. Deutsche Unternehmen sind schlecht auf die Pläne von Alibaba, Amazon & Co vorbereitet, hat etailment erfahren.

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