Ja sind wir schon im Wahlkampf? Plastikbeutel will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verbieten, das Klima schützen, die Bienen retten – und neuerdings auch den Onlinehandel: Marktplätze sollen genauer bei Angeboten aus China, Indien, Russland hinschauen. Weil da oft Standards unterlaufen werden und Steuern umgangen. Durchaus bemerkenswerte Initiative. Aber ganz Bayern ist in Ferien. Gewählt wird in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Wozu also Söders Sommertheater?

///// HANDEL NATIONAL
Bayern gegen China
Nicht nur US-Präsident Donald Trump sind Lieferungen aus China ein Dorn im Auge, auch im Freistaat kommt zu viel aus China an: 2017 waren es laut einer Anfrage der CSU rund 100 Millionen Warensendungen – 40 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Viele Händler aus China kümmern sich nicht um europäische Normen, Standards und Steuern und sie profitieren von subventionierten Versandgebühren. Gegen diese Wettbewerbsverzerrung will Bayern jetzt vorgehen, berichten die Onlinehändler-News: Per Entschließungsantrag im Bundesrat sollen Marktplätze zur besseren Kontrolle von Angeboten aus dem Ausland gezwungen werden. Das steht zwar auch schon auf der Agenda der EU, die aber will das bis 2021 regeln. 

Zooplus sieht weiter Rot
Abschreibungen vermiesen Zooplus die Halbjahresbilanz: In der stehen 7,1 Millionen Euro Miese – 500.000 Euro mehr als im Vorjahr. Der Online-Händler für Tierbedarf führt das auf Abschreibungen und Investitionen in seine Logistik und Prozesse zurück. Beides soll sich nun rentieren, berichtet die Wirtschaftswoche.

Penny lässt scannen
In zwei Kölner Filialen probiert Penny neueste Technik: Kunden können hier mit dem Smartphone ihren Warenkorb scannen und bargeldlos bezahlen. Ist in den USA, in Skandinavien und vor allem in Asien schon weit verbreitet, auch Ikea setzt aufs Selfscanning. Die Deutschen zögern noch, mehr weiß die Lebensmittelzeitung (Abonnement).

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Deutscher Handelskongress 2019
Auf dem Deutschen Handelskongress am 20. und 21. November in Berlin treffen sich die Branchenexperten des Deutschen Einzelhandels. Freuen Sie sich auf einen hochkarätigen Dialog zwischen Spitzenpolitikern und Top-Entscheidern des Handels. Setzen Sie Ihre individuellen Programmschwerpunkte auf die Themen Konsum 2020, Generation Z, Künstliche Intelligenz, Zukunft Personal, und viele mehr.

///// INTERNATIONAL

Macy's greift an
Höhere Steuern auf China-Importe und deutlich vorsichtigere Kunden: Nach einem guten ersten folgt bei Macy's nun ein eher maues zweites Quartal. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpfte der Umsatz leicht um 20 Millionen auf 5,5 Milliarden Dollar. Macy's geht daher in die Offensive: Der Warenhausbetreiber kooperiert jetzt mit der Google-Cloud, um seine Lagerhäuser und Prozesse zu optimieren, außerdem will er Kunden mit Mode-Abbonnements und Second-Hand-Deals binden: Die Zahlen gibt's bei Retail Dive, CNBC berichtet in mehreren Artikeln von Kooperationen, neuen Angeboten und der Lage

Heycar startet auf der Insel
Kurz vorm Brexit rollt Heycar noch schnell nach Großbritannien: Der Marktplatz für gebrauchte Fahrzeuge listet dort bereits 100.000 Angebote von 50 Marken (gibt's tatsächlich noch so viele?) und von 1400 Händlern. 50 Milliarden schwer soll der Gebrauchtwagenmarkt laut Britischer Gesellschaft der Autohersteller sein. Kein Wunder, dass an Heycars Geschäften und Expansion Daimler und Volkswagen beteiligt sind. Mehr weiß EU-Startups.

Clever fahren für Pendler
Immer mehr Städte verlangen von Unternehmen Maßnahmen, das Verkehrsaufkommen durch Pendler zu senken. Das US-amerikanische Startup Scoop hat dafür eine praktische Methode entwickelt: vorgeplante Fahrten und Carpooling. Bis abends 21 Uhr können sich Pendler per App für die Mitfahrt am Morgen und bis 15 Uhr für die am Abend eintragen: Scheint einleuchtend zu sein, daher investieren mehrere Beteiligungsgesellschaften, darunter Goldman Sachs und Activate Capital, mehr als 100 Millionen Dollar in das vier Jahre alte Unternehmen, weiß Techcrunch.

Geisterküchen liefern
Nicht mehr selbst kochen, sondern liefern lassen: Lieferdienste haben 2018 um 42 % zugelegt und in den USA rund 10 Milliarden Dollar umgesetzt. Schon sind viele Restaurants und Schnellkocher mit der Nachfrage überfordert – und richten Geisterküchen, Ghostkitchens, ein: Hier rühren und backen hilfreiche Geister, um allein die Nachfrage seitens der Lieferdienste zu befriedigen, erklärt CNBC. Offen bleibt die Frage, wie das zum Trend von Kochutensilien und Grillen passt.

///// TRENDS & TECH

E-Commerce verändert Lagerhäuser
Liegt nahe, aber nur wenige kümmern sich drum: Retail Dive hat recherchiert, wie sich die Lagerhäuser in den USA verändern. Aus einfachen, mit Regalen voll gestellten Hallen für eine Warengruppe werden zunehmend vollautomatisierte, hochmoderne Lagerfabriken, in denen Roboter unterschiedlichste Produkte vom Buch bis zum Möbel picken. Weil der Kunde eben alles schneller und zuverlässiger haben wil. Interessantes Lesestück.

Briten gegen sexistische Werbung
Politisch versteh' einer momentan die Briten, aber wenn's um Werbung geht, möchte frau (und mann) sie am liebsten umarmen und küssen: Die Advertising Standards Authority (ASA) geht jetzt gegen Werbung vor, die sexistisch ist und mit alten Klischees arbeitet, weiß T3N. Zwei Werbespots dürfen nicht mehr gezeigt werden: Philadelphia oder Mondelez zeigt im ersten Väter, die ihren Nachwuchs im Stich lassen wegen Käse. Bei Volkswagen wiederum erreichen Männer alles, die Berge und das Weltall, während Frauen Kinder hüten. Für wie blöd halten Marken eigentlich ihre Kunden?

Zahl des Tages
Autsch – das geht an die Substanz: 62 % der Händler zeigen in ihren mobilen Shops nicht auch das, was im Laden verfügbar ist. Dabei würden sich 42 % der Kunden genau das wünschen, hat die britische Marktforschung Cybertill erfahren, zu lesen bei Internetretailing.

Favorit der Leser
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