Und wieder ein neues Betrugsmodell: Unbekannte bieten auf dem Kleinanzeigenportal Vinted bekannte Marken zu günstigen Preisen an, samt Bezahlung über den Vinted-Käuferschutz, was üblicherweise ein Prüfstein gegen Betrug ist. Statt zu liefern, bestellen sie im Namen des Kunden bei Zalando, und Zalando liefert zum Originalpreis, die Geneppten müssten also nochmals zahlen. Spiegel.de zitiert Zalando: Werde ein Betrug gemeldet, deaktiviere man das gefälschte Konto, und wer die Ware zurückschicke, müsse nicht bezahlen. Vinted wiederum verweise auf die Möglichkeit, dem Käuferschutz-System das Problem zu melden.

///// HANDEL NATIONAL
Neuer Galeria.de-Auftritt soll zur Jahresmitte kommen
Lebensmittelzeitung.net hat erfahren, dass Galeria Karstadt Kaufhof den Online-Shop Galeria.de Mitte 2022 runderneuert an den Start bringen will. Unter anderem werde dann der gesamte Warenbestand einzelner Filialen online abrufbar sein – es geht also, wenig überraschend, Richtung Omnichannel. Über kurz oder lang sollen rund 100 Mio. Euro in den Online-Bereich fließen: in den Shop, in die Omnichannel-Verzahnung und in die Logistik. Gegen Amazon wolle Galeria.de mit einer besseren Kuratierung und Personalisierung des Angebots sowie inspirierendem Content bestehen.

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Zufriedene Kunden: Hybride Konzepte entzerren die Kassenzone im stationären Handel
Nicht erst seit der Corona-Pandemie stehen Händler:innen vor der Herausforderung, die Menschen wieder in die Einkaufszentren und Shoppingmeilen zu locken und eine Alternative zum Online-Handel zu bieten. Hybride Checkout-Modelle bieten einen wichtigen Mehrwert, indem sie die Kassenzone entlasten und das Einkaufserlebnis verbessern. Automatisierungslösungen für den Scan- und Bezahlvorgang erlauben dabei maximale Flexibilität und treffen Verbraucherwünsche optimal. Mehr

Rücksendungen an Zara kosten jetzt Geld
Die jüngste Überarbeitung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Zara stammt vom 28. April – offenbar steht das Rücksendeentgelt von 1,95 Euro pro Paket seit diesem Tag auf Seite 21. Textilwirtschaft.de zufolge ist es neu und ein Bruch mit der E-Fashion-Tradition. Zara hoffe auf bessere Online-Margen durch geringere Retouren-Kosten und darauf, dass die Kundschaft ihre Rückgaben über die Filialen abwickelt. Dort bleibe der Vorgang kostenlos.

"Ebay Deine Stadt": 400 Händler pro teilnehmender Stadt
"Ebay Deine Stadt" hat das Ziel, Händlern über Ebay die Teilnahme an lokalen Digital-Marktplätzen zu ermöglichen. Zum 1. Geburtstag nennt Ebay ein paar Zahlen: Mittlerweile seien 30 Städte und Regionen dabei, darunter Berlin, aus ihnen sind 12.000 Händler online (also im Schnitt 400 pro Stadt) und zeigen 25 Mio. Artikel. Alle drei Sekunden werde einer gekauft. Und ein Ebay-Expansionsprogramm ist die Aktion auch: Mehr als 2.900 Händlerinnen und Händler seien dazugekommen oder hätten inaktive Shops neu belebt. Die Initiative sei "das erste erfolgreiche Projekt zur Errichtung lokaler Online-Marktplätze in Deutschland".

Shopdaheim.de testet die Lieferung
Die Online-Plattform Shopdaheim.de, 2020 von den Buchhändlern Thalia Mayersche und Osiander gegründet, will den lokalen Handel digital zusammenführen und unternimmt die ersten Schritte Richtung Online-Shop: Wie Logistikdienstleister Fiege mitteilt, wird im Raum Düsseldorf zwei Monate lang gemeinsam die Bezahlung via Paypal und die Auslieferung per Shipcloud getestet. Bisherige Services von Shopdaheim.de sind digitale Termin-Vereinbarungen, Video- und Chat-Beratungen sowie Händler-Newsletter.


///// HANDEL INTERNATIONAL

USA: Instacart plant Börsengang
Einem Bericht von Reuters zufolge plant der US-Lebensmittel-Lieferdienst Instacart einen Börsengang. Das habe er der US-Börsenaufsicht mitgeteilt, allerdings ohne ein Datum oder die angestrebte Bewertung zu nennen. Die Firmenbewertung sei vor kurzer Zeit um rund 40 Prozent auf 24 Mrd. US-Dollar gesenkt worden. Laut Reuters liefert Instacart in 5500 US-Städten, arbeitet mit 300 Händlern zusammen und registrierte 2020 1,5 Mrd. US-Dollar Umsatz.

GB: Deliveroo einigt sich mit Gewerkschaft
Der britische Essenslieferdienst Deliveroo und die Gewerkschaft GMB haben sich, so Reuters, darauf geeinigt, dass die rund 90.000 selbstständigen Fahrerinnen und Fahrer in Tarifverhandlungen treten und Zuschüsse verhandeln. Laut GMB sei das Abkommen "das erste dieser Art in der Welt".

USA/Kanada: Amazon spendet 100 Mio. Produkte
Amazon hat nach eigener Meldung in Nordamerika 100 Mio. Produkte aus Retouren und Überbeständen an gemeinnützige Organisationen gespendet. Dazu gehöre Good 360, eine auf genau diese Art von Spenden spezialisierte Nonprofit-Firma, genauso wie lokale Akteure, etwa City Serve (Kalifornien) und Helping Hands End Hunger (Georgia).


///// TRENDS & TECH

Klarna verspricht virtuelles Shopping
Zahlungsdienstleister Klarna macht sein Virtual-Shopping-Angebot allgemein verfügbar, wie er mitteilt. Es soll Endkunden über Live-Chats und Video-Anrufe mit Expertinnen und Experten in Ladengeschäften verbinden – zu personalisierten Live-Onlineberatungen. Wer als Händler mitmachen will, muss Virtual Shopping in den eigenen Online-Shop integrieren, sodass die Kunden ein Symbol zum Draufklicken bekommen, und braucht die neue Store-App für die Kontaktabwicklung. Virtual-Shopping-Tools von Klarna würden bereits von rund 300 Marken genutzt, wirbt das Unternehmen.

Start-ups: Remazing will Marken sichtbar machen
In der Masse der Anbieter nicht unterzugehen ist die große Herausforderung beim Marktplatzgeschäft. Nicht nur die organische Suche wird immer herausfordernder, auch Werbeoptionen wie Sponsored Ads oder Amazon DSP bieten eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Das Hamburger Start-up Remazing will Marken und Händlern helfen, bei ihrer Marktplatzstrategie den Überblick zu behalten. Im Etailment-Interview spricht Gründer Hannes Detjen über die eigene SaaS-Lösung und darüber, warum sich Remazing von einer reinen Agentur zum Software-Unternehmen gewandelt hat.

"Shopify Audiences": Neues Tool für die Online-Werbung
Shop-Software-Anbieter Shopify kündigt ein Tool für die Werbeplanung an: "Shopify Audiences" soll dem Unternehmen zufolge "Zielgruppen mit hoher Kaufbereitschaft [...] schaffen", zunächst über Facebook und Instagram. Später sollen Tiktok, Snap, Pinterest, Microsoft Advertising, Criteo und andere dazukommen. Clou des Ganzen sei der Zugriff auf Kunden mit nachgewiesenen Kaufabsichten, die vom Tool zu Zielgruppen zusammengestellt und per Werbung angesprochen würden.

Kleine Meldungen zu Finanzierungen und Übernahmen
  • Wenn das kein Versprechen ist: Das Berliner Unternehmen Parloa entwickelt KI-gestützte Sprachbots ("Conversational AI"), um "dem Call-Center-Wahnsinn ein Ende zu setzen". Dafür gab es in dieser Woche vier Mio. Euro frisches Kapital.
  • Nets und der dazugehörige Zahlungsdienstleister Concardis haben nach eigenen Angaben ihre Beteiligung am Kassensystem-Anbieter Orderbird auf eine vollständige Übernahme aufgestockt.
  • Der britische Zahlungsdienstleister Checkout.com will noch in diesem Jahr Ubble übernehmen, wie er mitteilt, einen Spezialisten für digitale Identitätsprüfung. Das diene der Sicherheit unter anderem von E-Commerce-Zahlungen.

///// NACHHALTIGKEIT

GTS und Waves erleichtern die effektive Tourenplanung
Man muss gar nicht das "Problem des Handlungsreisenden" bemühen, um zu wissen, dass Tourenoptimierung Zeit, Energie und CO2 spart. Die Softwarehäuser GTS Systems and Consulting (Aachen) und Waves (Luxemburg) arbeiten jetzt zusammen und kombinieren die Optimierungssoftware "Transit" von GTS mit der Sustainability-Management-Platform von Waves. Damit "können Transport- und Speditionsunternehmen die CO2-Emissionen ihrer Touren und Produktionsprozesse präzise berechnen lassen und [...] optimieren", versprechen sie.

dfv Mediengruppe lanciert Initiative für unternehmerischen Klimaschutz
In eigener Sache: Die dfv Mediengruppe, in der auch die Zeitschrift "Der Handel" und dieses "Morning Briefing" erscheinen, lanciert unter der Marke GREEN.WORKS eine langfristig angelegte Initiative für unternehmerischen Klimaschutz. Sie beginnt am 17. Mai 2022 mit der einstündigen ersten Veranstaltung der neuen Reihe "Green Transformation Masterclass". In den zweiwöchentlich stattfindenden digitalen Live-Seminaren vermitteln Expert:innen die Grundlagen des unternehmerischen Klimaschutzes: von der Treibhausgas-Bilanzierung und der Definition von Klimazielen bis zum Change-Management; von Lösungen im Energieeinkauf bis zur ansprechenden und rechtlich korrekten Kommunikation von Klimaschutz-Bemühungen. Die Masterclass eignet sich für Unternehmen jeder Größe. Die Teilnahme an den Einführungsveranstaltungen kostet nichts.