Schlagzeilen produziert der Online-Modehändler About You immer gerne und immer wieder für das Unternehmen. Nun sorgt Mitgründer und Co-CEO Tarek Müller für Gesprächsstoff. Er hält sich mit seinen Ambitionen nicht zurück, denn nach seinem Wechsel in die Politik will er Hamburger Bürgermeister werden. Ein Datum hat er nicht genannt, aber bis 2030 peilt er den Ausstieg aus der Wirtschaft an. Neben der Politik, zu der auch eine eigene Partei gehören kann, geht es ihm aber auch um einen verstärkten Einsatz im Non-Profit-Bereich. Sollte er das Amt des Bürgermeisters nicht erreichen, will er seiner Heimatstadt anderweitig helfen.

///// HANDEL NATIONAL
Radfahrer bevorzugen Fachhändler
Nicht trotz, sondern wegen der Schwierigkeiten bei den Lieferketten sieht Andrés Martin-Birner, Gründer und Chef von Bike24, den Online-Fachhändler in einer guten Position. In einem Interview mit Zeit Online erklärt er, dass es Bike24 im vergangenen Jahr sogar gelungen sei, stärker als der Gesamtmarkt zu wachsen. Da sie über ein breiteres Angebot und größeren Lagerraum verfügten, seien sie in einer besseren Lage als der stationäre Handel und hätten insofern von der Lieferkrise profitiert. Dabei hätten die Läden insgesamt aber gute Chancen, denn die Kunden wollten die Räder gerne selbst testen. Bike24 habe einen Laden in Dresden. Es sei erkennbar, dass die Zahl der Online-Kunden bei Präsenz in der jeweiligen Stadt wachse. Im Sommer solle ein weiterer Servicepoint in Berlin folgen. Klar sei aber auch, dass die Kunden in Fällen, in denen sie sich intensiver mit Produkten beschäftigten, bei Spezialisten einkauften. Daher spiele Amazon im Fahrradhandel keine Rolle.

Die ANWR Group schreibt wieder den August-Blanke-Preis aus
Nach einer zweijährigen Pause ist es dieses Jahr wieder so weit, die ANWR-Händlergruppe schreibt wieder den August-Blanke-Preis aus. Das Motto für die Teilnehmer aus den Bereichen Schuhe, Sport und Lederwaren lautet in diesem Jahr "Mut und Tatkraft". Die Auszeichnung erhalten Unternehmen, die besonderen unternehmerischen Mut und Tatkraft bewiesen haben, erstmals können in diesem Jahr Unternehmer auch ihre Kollegen aus dem Handel nominieren. Über die Gewinner entscheidet eine siebenköpfige Jury, die Preisverleihung findet im Rahmen des Händlerforums der ANWR GROUP am 13. Juni 2022 in Salzburg statt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 9. Mai.

Chrono24 will an die Börse
Der nächste Online-Händler plant den Gang aufs Börsenparkett. Nun denkt die Führung der Luxusuhren-Plattform Chrono24 über einen solchen Schritt im kommenden Jahr nach, berichtet das Handelsblatt. Der Uhrenspezialist, der im August 2021 durch General Atlantic aus den USA und die französische Investmentfirma Aglaé Ventures insgesamt 100 Millionen Euro erhalten hat, könnte dann eine Bewertung von rund einer Milliarde Euro erreichen. Von Unternehmensseite heiße es, dass sich das Unternehmen auf einen möglichen Börsengang vorbereite. Unter anderem soll das frische Kapital für eine mögliche Expansion nach Japan und China eingesetzt werden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Hirestreet kooperiert mit Marks & Spencer
Hirestreet hat einen neuen Produktpartner gefunden. Die Kunden der britischen Miet-Plattform für Mode haben nun Zugriff auf die Frühjahrskollektion von Marks & Spencer. Fashion United schreibt, dass 40 Produkte aus dem Bereich der Damenmode verfügbar seien. Dazu kämen weiterhin Hosen und Jacken. Nach Einschätzung der Verantwortlichen bei Hirestreet sei Mietmode mehr als ein vorübergehender Zugang zu Designerkleidung. Marks & Spencer stehe an der Spitze der Nachfrage für so genannte "Bündel". Dabei mieten die Kundinnen drei verschiedene Kleidungsstücke für eine 30-tägige Mietdauer für 50 Britische Pfund.

Society Pass gründet die Leflair Group für den Luxushandel
Die vietnamesische Society Pass hat im Rahmen der Umstrukturierung des Unternehmens den Handel mit Luxusprodukten in der Leflair Group zusammengefasst. Laut einem Bericht von Tech in Asia konzentriert sich Leflair auf die Akquisition in E-Commerce, Handel mit Lifestyle-Produkten und Online-Werbung. Ziel sei es, aus der Plattform für Luxusmode ein "Ökosystem für Lifestyle-Handel" in Südostasien aufzubauen. Society Pass hat die Marke Leflair im vergangenen Jahr übernommen, nachdem der Händler 2020 den Betrieb eingestellt hatte.

Amazon weist Berichte über hohe Zahl von Krankmeldungen zurück
In der vergangenen Woche gab es Meldungen über eine hohe Zahl von Meldungen von Verletzungen bei Mitarbeitern von Amazon. CEO Andy Jassy sprach in seinem ersten Aktionärsbrief davon, dass die statistischen Zahlen falsch interpretiert worden seien, schreibt Business Insider. Bemängelt hatten unter anderem Behörden, Abgeordnete und Gewerkschaften die hohe Zahl an Verletzungen bei Mitarbeitern in Lager- und Logistikzentren von Amazon. Das Risiko sei hier doppelt so hoch wie bei Bürotätigkeiten. Diese Zahlen würden in vielen Fällen falsch interpretiert, so Jassy. Er habe nach seinem Start als CEO viel Zeit für die Analyse der Situation genutzt, doch eine einfache Lösung gebe es nicht. Dabei berufe sich Jassy bei den von ihm vorgelegten Daten aber auf Zahlen von 2020, stellt Business Insider klar. Die Rate sei im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 7,9 schwere Verletzungen bei 100 Menschen gestiegen.


///// TRENDS & TECH

Verbesserungspotenzial bei den Öffnungszeiten
Der Kundenservice im Online-Handel macht zu früh Feierabend. Dies ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie von Salesupply und dem Cross Border Magazine bei einer Befragung von 118 deutschen Online-Händlern. Danach kaufen 54 Prozent der Kunden zwischen 18 und 22 Uhr ein, doch bei 17 Prozent der Shops schließt der Kundenservice bereits vor 17 Uhr. Bei jeweils knapp einem Drittel der Anbieter können die Mitarbeiter zwischen 17 und 18 sowie 18 und 19 Uhr nach Hause gehen. Nur fünf Prozent bieten einen Kundenservice rund um die Uhr. Diese Öffnungszeiten gelten auch am Wochenende, doch nur 22 Prozent sind samstags verfügbar, am Sonntag sind es zehn Prozent. Positiv schätzen die Autoren der Studie dagegen den Cross-Border-Customer-Service ein. 81 Prozent der Händler mit eigenen Webshops in den jeweiligen Ländern bieten dort auch einen nationalen Service an, 22 Prozent haben einen mehrsprachigen Kundendienst.

Marni startet mit Wearweare ins Metaverse
Der Luxusmode-Produzent Marin unternimmt den ersten Schritt ins Metaverse. Mit Wearweare sollen die Kunden die Möglichkeit erhalten, die Kollektion für den nächsten Sommer online kennenzulernen, meldet Fashion United. Die Produkte würden in 3D transferiert, möglich werde ein Zugriff über Augmented Reality. Virtualität stelle keine Abtrennung von der Realität dar, sie sei vielmehr ein anderer Ansatz für die Erfahrung menschlicher Erlebnisse, so der Kreativdirektor Francesco Risso.

Pinterest kooperiert mit Woocommerce
Pinterest hat die Verkaufskapazitäten erweitert und das Open-Source-Shopsystem Woocommerce integriert. Händler, die auf Woocommerce zugreifen, können ihre Produkte in Zukunft auch über Pinterest anbieten, meldet Internetworld. So könnten nach Angaben von Pinterest die Produkte durch kaufbare Pins abgebildet werden, die kaufbaren Pins würden auch in den Feeds der Nutzer und Nutzerinnen angezeigt. Nach dem Anklicken der Pins erfolge eine Weiterleitung auf den Online-Shop des Anbieters. Mit Hilfe der Erweiterung sei nun eine automatische Aktualisierung von Produktverfügbarkeiten und Preisen möglich.

Elektronisches Meldesystem gegen Umsatzsteuerbetrug: Was sich perspektivisch für Händler ändert
Die sogenannte "Mehrwertsteuer-Lücke" durch Umsatzsteuerbetrug betrug 2019 nach einer aktuellen Studie der EU-Kommission in Deutschland 23,4 Milliarden Euro. Um die Betrugsanfälligkeit zu senken, aber auch um die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Unternehmen zu modernisieren, plant die Bundesregierung die Einführung eines einheitlichen und elektronischen Meldesystems. Gastautor Dr. Donovan Pfaff, CEO des Beratungsunternehmens Bonpago sagt, welche Länder bei der Digitalisierung ihrer Meldesysteme schon weiter sind und was sich perspektivisch für den deutschen Einzelhandel ändert.


///// NACHHALTIGKEIT

Gorillas startet "SOStainable Bags"
Gorillas will mit der neuen Kategorie der "SOStainable Bags" einen nächsten Schritt gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen. In diesen Taschen sind Lebensmittel erhältlich, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, aber noch unbedenklich essbar sind, erklärt der Lieferdienst. Die Mischung der Tüten ändert sich täglich. Erhältlich sind sie in den Zusammensetzungen bunt-gemischter Produkte, vegetarisch und Backwaren. In der App haben die Nutzer für die Suche nach veganen, vegetarischen, bio-, fair trade- und lokalen Produkten nun Zugriff auf die neue Kategorie Gorillas X Earth. Gorillas hat als Ziel vorgegeben, bis Mitte 2023 keine essbaren Lebensmittelabfälle mehr zu produzieren.

Klarna verdoppelt Spenden während der Earth Week
Zahlungsdienstleister Klarna will die Spendensumme während der Earth Week deutlich steigern. Spenden der Kunden, die über die App eingehen, werden für Initiativen zum Schutz des Planeten auf die doppelte Summe gesteigert, teilt das Unternehmen mit. Käufer von Kleidungsstücken haben in Zukunft mit dem CO2-Emissionstracker auf der App die Möglichkeit einer Aufschlüsselung der Emissionen während des Produktlebenszyklus. Unter dem Namen "The Earth Day Edit" finden die Kunden Produkte von Marken mit einem besonders sparsamen Umgang mit Ressourcen und Abfällen sowie Produkte, die Maßnahmen für eine nachhaltige Produktion einsetzen.