Liebe Leserin, lieber Leser, Media-Markt und Saturn in der Krise. Okay. Kennt man. Amazon aber auch. Ein klitzekleines Bisschen jedenfalls. Denn Bezos liefert nicht die erhofften und gewohnten Zahlen. Tröstlich irgendwie, dass auch ein Koloss mal etwas kleiner wirkt.

Media-Saturn mit Wackelkontakt (zum Umsatz)
Es knarzt in der Bilanz von Ceconomy (Media-Markt, Saturn) wie in einem alten Röhrenradio. Der Umsatz schrumpft im vierten Quartal um 3,8 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr kommt ein knapp zweiprozentiges Minus zusammen. 2017/2018 gingen die Erlöse um 0,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zurück. Für 2017/18 rechnet man mit einem operativen Ertrag (Ebit) von rund 400 Millionen Euro. Knapp 100 Millionen Euro weniger als im Jahr zuvor. Vorstandschef Pieter Haas haben die Zahlen bereits den Job gekostet.
Wird nun alles besser? Ja, wenn Media-Saturn eine bessere Preisstrategie findet, die Mehrmarkenfamilie neu aufstellt und das Marketing renoviert. Auch der Online-Umsatz, der sich im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf nun 12,1 Prozent des Gesamtumsatzes erhöht hat, ist ein Hoffnungsschimmer. Was Ceconomy braucht, ist Geduld. Alte Transistoren brauchen bekanntlich länger bis sie warm genug für die volle Leistung sind.

Matratzen Concord schließt fast 200 Filialen
Matratzen Concord will noch in diesem Jahr 176 seiner rund 1.000 Filialen schließen. Die Omnichannel-Präsenz soll derweil gestärkt werden. Nachdem auch die ersten Matratzen-Start-up insolvent ist, muss man attestieren, dass es sich in dem Markt gerade nicht ruhig liegt. 

Bünting startet Webshop für combi
Das ostfriesische Handelshaus Bünting hat unter combi.de den Lebensmittel-Verkauf für seine gleichnamigen Nahversorgermärkte ans Netz gebracht, weiß die Lebensmittel Zeitung. Trotzdem liefert auch der Nahversorger bundesweit mit DHL. Bünting ist im Online-Geschäft national bereits mit Mytime.de aktiv. Für den Kunden lohnt der Vergleich: Bünting erlaubt sich abweichende Preise im Online-Geschäft. Für mich der Aussteiger: Für eine Frischegarantie, wenn man beispielsweise einen Salat bestellt, verlangt der digitale Kolonialwarenladen 4,90 Euro. "DOA" sagt zu so etwas der Fachmann - "Dead on Arrival". Oder ist Frische kein Standard? Oh! Wie dumm von mir.

Galaxus will mit Service locken
Der Schweizer Onlineshop Galaxus will jetzt in Deutschland durchstarten. Während das Sortiment eher beschränkt ist, will man beim Kunden mit Service und Beratung, auch durch eine Online-Community, punkten. „Drei von vier Fragen auf Galaxus oder Digitec werden von anderen Usern innerhalb von drei Stunden beantwortet“, sagt Deutschlandchef Frank Hasselmann in "Horizont".

Millioneninvestment für Keller Sports
Keller Sports macht sich fit mit der bis dato größten Finanzierungsrunde in zweistelliger Millionenhöhe. Mit der Wachstumsfinanzierung weitet Hauptinvestor Reimann Investors sein Engagement aus und wird durch die Co-Investor Gruppe als neuer Investor verstärkt.

Amazon baut Lieferzentrum in Sachsen -Anhalt
Amazon plant ein Logistikzentrum in Sachsen-Anhalt in Osterweddingen in der Börde (bei Magdeburg) auf einer Fläche von 45 Hektar.

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5.000 Geräte in 900 Läden: La Halle setzt auf Comarch für kundenorientierte Omnichannel-Strategien
Angesichts des starken Wettbewerbsdrucks in der Retail-Branche und sich wandelnder Kundenerwartungen hat La Halle sein Geschäfts-Informationssystem ausgebaut. Das Unternehmen will damit dem neuen Omnichannel-Kaufverhalten gerecht werden und die Qualität seiner Dienstleistungen verbessern. Unter anderem stehen den Verkäufern dafür nun mobile PoS-Geräte zur Verfügung. Erfahren Sie mehr >>.

INTERNATIONAL

Bilanz: Amazon gewinnt und verliert
Amazon hat im dritten Quartal beim Umsatz um 29 Prozent auf 56,6 Milliarden Dollar zugelegt. Der Gewinn liegt mit 2,9 Milliarden Dollar deutlich über den Erwartungen. Trotzdem sackte der Kurs an der Börse deutlich ab. Warum? Man hatte mehr Umsatz erwartet. Wie immer bläst vor allem das Cloud-Geschäft AWS mehr denn je Geld in Kasse. Der Handel? Nicht so sehr. Nur im Heimatmarkt geht es da wohl mit schwarzen Zahlen voran. Die weiteren Aussichten: Für das Schlussquartal erwartet Bezos einen Umsatz zwischen 66,5 bis 72,5 Milliarden Dollar. Auch da hatten Analysten mehr erhofft. Ein wenig mager für Amazon-Verhältnisse wirkt auch das Wachstum im Onlinehandel: 11 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 22 Prozent. Die Botschaft: Die Verfolger, gerade in den USA, holen auf. 


TRENDS & FAKTEN

Amazon investiert in Tado
Amazon investiert in den Münchner Heizungsvernetzer Tado. Mit in der Finanzierungsrunde sind E.ON sowie den Risikokapitalgebern Total Energy Ventures, Energy Innovation Capital, Inven Capital und der Europäischen Investment Bank. Zusammen kommen da insgesamt 50 Mio. Dollar ins Haus. Die vernetzten Thermostate von Tado hören natürlich auch auf Alexa.

Facebook baut AR-Brille
Facebook baut mit seiner Tochter Oculus nicht nur an einer Virtual Reality-Brille, sondern bastelt auch an einer Brille für Augmented Reality. Techchrunch hat ein paar Infos zusammengetragen.

Google und Amazon wollen Snapchat
Die Messaging-Plattform Snapchat könnte bald Google oder Amazon gehören. Beide Konzerne sollen sich mit dem Mutterhaus Snap in Übernahmeverhandlungen befinden. Bislang hat Snap Offerten immer abgelehnt.

Start-up des Tages
Fachhändler und filial-strukturierte Händler müssen sich in Zeiten des E-Commerce einiges einfallen lassen, um ihre Kunden in den Laden zu locken – und sie nicht an Amazon und Co. zu verlieren. Die drei Köpfe hinter dem Berliner Start-up kumkju wissen dies aus eigener Erfahrung und ermöglichen Einzelhändlern mit ihren interaktiven Produktpräsentationen am Point of Sale eine neue Art der Kundenansprache.

Beliebtester Beitrag am Vortag
Der süddeutsche Regionalfürst Feneberg hat beim Lebensmittel-Onlinehandel die Notbremse gezogen. Schluss ist mit dem eigenen Lieferdienst und dem Webshop Freshfoods. Stattdessen dockt man beim Edeka-Dienst Bringmeister an. Warum es nicht nur am Geld lag, warum E-Food im Mittelstand ganz andere Lösungen braucht, wann E-Food kostendeckend sein kann und wie man noch eine Chance gegen Amazon hat, sagt Feneberg-Digital-Manager Christoph Kappes im Interview mit etailment.