Man könnte meinen, die obersten Richter in der Schweiz machen Tabula rasa: erst Uber, jetzt Booking.com. Gestern wurde bekannt, dass der Weltmarktführer seinen Vertragshotels nicht mehr verbieten darf, ihre eigenen Zimmer günstiger zu verkaufen als über Drittportale. Außerdem dürfen sie ihren Kunden Vorteile bieten, wenn sie eben nicht über Megakonzerne wie Booking buchen. Damit kippt in der Schweiz die Paritätsklausel. Ist das richtungsweisend? Yes. 

///// HANDEL NATIONAL
Versandhändler Baur wird zum Onlinehändler
Es klingt fast nostalgisch und ein bisschen wehmütig, wenn der Versandhändler Baur nach fast 100 Jahren ankündigt, ein letztes Mal Kataloge an 120-Tausend BAUR-Kundinnen und Kunden zu verschicken. Man bestätigte damit, dass sich das Handelsunternehmen in einer Transformation hin zum Online-Händler befinde, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Bedeutung des Online-Shops Baur.de und der Baur-Shopping-App sei sehr stark gestiegen.


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Software als Turbo für schnelles Wachstum im E-Commerce
Einen Need in der Gesellschaft erkennen, eine Lösung anbieten und damit erfolgreich werden. So stellen sich viele E-Commerce Gründerinnen und Gründer ihren Weg vor. Doch der Alltag entpuppt sich oft als monotones Abarbeiten. Dabei liegen hier genau die vermeintlichen Pain-Points, die zu Erfolg oder Misserfolg eines Startups beitragen. Mit smarter Software gelingt der Durchbruch. Mehr lesen

Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor Webshops chinesischer Händler
Eigentlich sollten Kundinnen und Kunden allein bei Preisen von fünf Euro für Pullover oder 21 Euro für Sommerkleider stutzig werden. Wenn aber die Händlerseiten deutschsprachige Namen tragen und .de-Domainen haben sowie eine deutsche Anschrift im Impressum steht, sind sie von Webseiten wie „Wolf Fashion“, „Susannes Beauty“ oder „Hallo BH“ leicht zu verführen. Die Verbraucherzentrale Hamburg stellt fest, dass viele dieser Webseiten und die Ware aus China kommen. Oftmals halte die Ware nicht, was versprochen werde, und eine Rücksendung sei nicht möglich. Deshalb raten die Hamburger zur Vorsicht. Hallobh.de ist ein gutes Beispiel. 

Bundeskanzler Scholz ist ein Online-Muffel
Er kaufe nicht online ein, weil er sich dann als herausgehobene Persönlichkeit des politischen Lebens" identifizieren müsse, erzählt Bundeskanzler Olaf Scholz seinem Publikum auf der Web 2.0-Konferenz re:publica in Berlin, die heute zu Ende geht. Auch die Lieferdienste bemühe er nicht. Er habe was zuhause. Wer für ihn einkauft, verriet er seinem Publikum nicht.   

Frankfurterin mit Torten-Back-Boxen erfolgreich
Luwam Tecle-Debesay scheiterte an der Geburtstagstorte für ihre Tochter. Daraus entstand die Idee, analog Hellofresh-Kochboxen, Pakete mit fertig abgewogenen Zutaten und Utensilien für Torten zu kreieren. Im Herbst 2019 startete die Frankfurterin ein Pilotprojekt mit mäßigem Erfolg. Erst als ihre Geschwister mit an Bord kamen, begann der Webshop Diebackhelden.de zu fliegen.  


///// HANDEL INTERNATIONAL

Jeff Bezos ist die graue Eminenz bei Amazon
Zieht Jeff Bezos bei Amazon weiterhin im Hintergrund die Fäden? Im Gespräch mit Bloomberg-TV bestätigt Amazon-Chef Andy Jassy immer noch in sehr regem Austausch mit seinem Vorgänger zu sein. Bezos sei fokussiert auf Amazon und weiterhin an großen Entscheidungen beteiligt. Es sei davon auszugehen, dass der Gründer immer involviert bleibe. 

Drohnenzustelldienst nicht rentabel
Die Schweizerische Post beendet ihr Pilotprojekt mit der Drohnenfirma Matternet beim Zustelldienst durch die Lüfte aus Rentabilitätsgründen. Das Projekt galt als Aushängeschild im Venture-Portfolio von Matternet. Man habe wertvolle Pionierarbeit für die ganze Branche geleistet, nun übergebe man das Projekt vollständig an den Kooperationspartner, heißt es bei der Schweizerischen Post. Es gelte zu erkennen, wann diese Innovationen auch breitflächig zum Einsatz kommen könnten. Aktuell sei eine Drohnenzustellung nicht rentabel. 

///// TRENDS & TECH

Neuheiten auf der K5 Future Retail Conference in Berlin
Nach zweijähriger Pause findet auch die K5 Future Retail Conference am 29. und 30. Juni 2022 im Estrel Berlin wieder statt. Mehrere Unternehmen werden dort Neuheiten präsentieren, wie zum Beispiel die Austrian Post International Deutschland GmbH: Sie hat für die Messe eine neue Versandlösung für den grenzüberschreitenden E-Commerce im Gepäck. Ebenfalls auf der Messe vertreten, wird PVS Europe sein, der sein Komplett-Servicepaket aus modularen
Fulfillment-Dienstleistungen vorstellen will. Im Mittelpunkt stehen neue Middleware und IT-Lösungen für Händler, Hersteller und Marktplatzbetreiber. 


Den Amazon-Aggregatoren geht die Luft aus
Sie kaufen erfolgreiche Amazon-Marken, schicken deren Gründer in die Wüste und versuchen die Produkte durch vermeintliche Synergie-Effekte noch gewinnbringender am Markt zu verkaufen. Dieses Geschäftsmodell von gefeierten Start-ups wie die Berliner Brands Group steht nun auf dem Prüfstand. 100 Mitarbeiter wurden gerade bei der Brands Group entlassen. Internetworld.de zieht ein vernichtendes Fazit: Es handele sich um einen überschätzten Markt, den Aggregatoren fehle die Liebe zum Detail und die Erfahrung. 

Amazon führt virtuelle Anprobe für Schuhe ein
In den USA und Kanada können Amazon-Kunden vor der Kaufentscheidung Schuhe virtuell anprobieren. Das sei ein interaktives mobiles Erlebnis und ermögliche es den Kundinnen und Kunden, sich die Schuhe aus jedem Blickwinkel und in jeder Farbe anzeigen zu lassen, heißt es bei Amazon. Tausende von Sneaker-Modellen seien bereits verfügbar. 

///// NACHHALTIGKEIT

Recycelte E-Bikes auf neuer Plattform
Eigentlich sind E-Bikes ja noch etwas vermeintlich Neues, aber es gibt sie schon Second Hand und zwar auf der neuen Online-Handelsplattform Upway. Nach Werbeaussagen des Start-ups sind die dort angebotenen Räder nicht nur preisgünstig und werden schnell geliefert, sie seien auch nachhaltig, weil refurbished. Man wolle Elektromobilität für alle schaffen.