Der Einzelhandel und viele Städte in Deutschland befürchten ein Aussterben der Innenstädte, nicht erst seit Beginn der Pandemie. Die Entwicklung hat eine längere Zeitleiste, Corona hat nachgeholfen. Die Strategien und Initiativen der Städte, um die Stadtzentren wiederzubeleben und sie für Menschen wieder zu Anziehungspunkten zu machen, sind vielseitig und innovativ. Erfolge zeigt die im vergangenen April gestartete Initiative "Ebay Deine Stadt", in der die Städte mit dem Online-Handelsplattform zusammenarbeiten, um lokale Online-Marktplätze einzurichten. Mittlerweile sind mehr als 20 Städte mit von der Partie, im Februar kam Gladbeck dazu und konnte zum Start mehr als 110 lokale Händler an Bord ziehen. Sie sind damit auch auf dem nationalen Marktplatz von Ebay präsent und bauen mit städtischer Hilfe eine Omnichannel-Strategie auf.

///// HANDEL NATIONAL
Brax unterstützt den Handel bei Social-Media-Kampagnen
Der Bekleidungsproduzent Brax will seine Handelspartner verstärkt beim digitalen Marketing unterstützen. Nach einem Bericht der Textilwirtschaft soll der stationäre Handel seine Präsenz in den sozialen Medien verstärken können, Brax liefere dafür Content für die entsprechenden Kampagnen. Zugriff auf das entsprechende Material erhalte der Handel über die Plattform "Social Pals". Die Erstellung des jeweiligen Projekts liege bei Brax, die Partner könnten sie auf den von ihnen ausgesuchten digitalen Medien einsetzen. Dem deutschen Handel stünden die Hilfsmittel im Frühjahr zur Verfügung, der Start im Ausland sei für den kommenden Winter geplant. Brax wolle im Online-Handel mit Eigenvertrieb und dem Verkauf über externe Partner auf zwei Säulen stehen.

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Entspannung auf dem Frachtmarkt
Für die deutsche Fracht- und Logistikbranche ergibt sich eine bessere Zukunftsperspektive als in den vergangenen Monaten befürchtet. Die Ladekapazitäten in der Lkw-Logistik seien höher, die Transportpreise sinken, berichtet das Handelsblatt. Die von vielen Seiten befürchteten und erwarteten Engpässe in Folge der Omikron-Welle seien nicht eingetreten. "Die Welle scheint größtenteils an uns vorübergegangen zu sein", zitiert das Handelsblatt Martin Bulheller vom Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL). Die Kapazität im Bereich des Lkw-Transports sei im Januar um 5,9 Prozent höher gewesen als im Vormonat. Geringer als erwartet seien bei vielen Unternehmen die Zahl der erkrankten Mitarbeiter, hier gebe es eine Entspannung. Die Mehrheit der Logistiker könne ohne größere Einschränkungen arbeiten. Als einen Grund für die positive Entwicklung würden immer wieder die Hygiene- und Schutzmaßnahmen in Deutschland genannt.


Rebelle startet an der Börse in Stockholm
Rebelle zieht es an die Börse. Doch die Plattform für Second-Hand-Luxusmode aus Hamburg steigt nicht in den Aktienhandel in Frankfurt ein, sondern in Stockholm. Das 2013 gegründete Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 26 Millionen Euro erreichte, rechnet mit einer Kapitalspritze von rund 19 Millionen Euro durch den Börsengang. 16 Millionen davon sollen dann in den technologischen Ausbau und die internationale Expansion fließen, wie Gründerin Cécile Wickmann in einem Interview mit Textilwirtschaft erklärt. Im Mittelpunkt stünden die europäischen Märkte, genaue Angaben zu möglichen Übernahmekandidaten macht Wickmann aber nicht. Keine Änderungen seien bei der Logistik geplant, sie werde auch in Zukunft von Hamburg aus abgewickelt. Als Online-Marktplatz setze Rebelle auch in Zukunft auf Digitalmarketing. Ihr noch junges Unternehmen, das bislang nur rote Zahlen geschrieben hat, habe gute Chancen im Second-Hand-Markt, denn der Kuchen werde "drastisch größer". Gebrauchte Kleidung müsse in Zukunft für weitere Kundengruppen attraktiver werden.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Coop steigert den Online-Umsatz
Coop blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Schweizer Handelskonzern konnte den Umsatz im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 31,9 Milliarden Schweizer Franken (CHF) steigern, der Gewinn lag nach Unternehmensangaben bei 559 Millionen CHF. Nach oben ging es auch im Online-Handel, hier legte der Umsatz um 14,6 Prozent (353 Millionen CHF) auf knapp drei Milliarden zu. Im Online-Supermarkt umfasst das Produktportfolio mittlerweile rund 18.000 Produkte. Insgesamt erreichte der Einzelhandel, stationär und online, einen Nettoerlös von 12,1 Milliarden CHF und lag damit leicht unter dem Niveau von 2020. In Zukunft will die Handelsgruppe ihre Initiativen im Sektor Nachhaltigkeit verstärken und baut die neue Strategie auf den drei Säulen "Nachhaltige Sortimente", "Umwelt- und Klimaschutz" sowie "Mitarbeitende und gesellschaftliches Engagement" auf.

Doordash will in den USA die Gebühren für McDonald's-Restaurants ändern
Der Lieferservice Doordash setzt in der Zusammenarbeit mit McDonald‘s auf Änderungen bei den Liefergebühren, die die Restaurants zahlen müssen, berichtet Business Insider. Zwar sinke die Basisrate im nächsten Jahr von 15,5 Prozent auf 11,6 Prozent, auf der anderen Seite müssten die Restaurants zukünftig eine Rate von 17,6 Prozent bezogen auf den Gesamtpreis bezahlen, wenn die Mahlzeiten nicht rechtzeitig fertig seien und die Kuriere von Doordash länger warten müssten. Bei Bestellungen von Inhabern eines Dashpass liege die Rate bei 20,1 Prozent. Eine direkte Stellungnahme habe es von Doordash nicht gegeben, das Unternehmen habe nur mitgeteilt, dass die Gebühren abhängig vom Standort des Restaurants, der Größe der Bestellung, der Lieferdistanz und weiteren Faktoren sei.

Ferrero steigt in Italien in den Online-Handel ein
Nun können Schokoladenfreunde ihr Nutella in Italien auch online direkt beim Hersteller kaufen. Der Süßwarenhersteller Ferrero bietet seine Produkte aus den Gruppen Nutella und Kinder jetzt auch in einem eigenen Online-Shop an, berichtet die Lebensmittelzeitung. Für die Bestellungen fielen Liefergebühren von 4,99 Euro an, ab einer Bestellhöhe von 35 Euro erfolge die Lieferung kostenfrei. Partner bei der Entwicklung der Plattform sei das Start-up Deliverti gewesen, zu der Kooperation gehörten auch die Verwaltung von Lageraktivitäten, Rechnungsstellung und Inkasso.


///// TRENDS & TECH

Ekomi und BR-DGE integrieren Nutzerbewertungen in Bezahlprozesse
Ekomi bietet Online-Shops, deren Bezahlverfahren über BR-DGE abgewickelt werden, nun die Möglichkeit, authentische Nutzerbewertungen in die Prozesse einzubauen. Die Kunden erhalten die Möglichkeit, ihre Bewertungen nun vor Abschluss des Bezahlvorgangs abzugeben. Für die Händler solle so die Abhängigkeit von externen Bewertungsplattformen verringert werden, teilen die beiden Unternehmen mit. Hier könnten die Echtheit einer Bewertung nicht überprüft werden. Die Kontrolle solle zurück in die Hände der Händler. Die beiden Unternehmen, die sich auf eine strategische Partnerschaft geeinigt haben, haben sich das Ziel von einer Milliarde Transaktionen pro Monat, in die authentisches Kundenfeedback integriert ist, gesetzt.

Videos und Fotos spielen wichtige Rolle im E-Commerce
Für die Online-Shops zeichnen sich bei den Verkaufsmethoden und -techniken einige Veränderungen ab. Nach den Ergebnissen des Strato-E-Commerce-Kompass bildet ein verstärkter Einsatz von Videos und Fotos einen der Trends des Online-Marketings. So setzten 72 Prozent der Online- Händler heute selbstgemachte Fotos ein, 24 Prozent nutzten selbst produzierte Videos. Eine große Bedeutung stellen die Autoren der Studie auch für das Social-Media-Marketing fest, rund 50 Prozent des Handels sei auf Facebook und Instagram vertreten, jüngere Händler setzten auch auf Tiktok und Youtube. Auch sei mit einem Ausbau des Omnichannel-Vertriebs zu rechnen. Für 40 Prozent stehe der Online-Shop an der Spitze, doch digitale Marktplätze, soziale Netzwerke oder Messenger würden in Zukunft verstärkt eingesetzt.

Ohne Umwege zum Warenkorb: Wie Fans und Follower zu Kunden werden
Ob klassischer Onlinestore, Social Shopping oder exklusive Kampagnen-Seite: Damit der E-Commerce erfolgreich ist, kommt es nicht nur auf eine kreative Marketingkampagne an. Je niedrigschwelliger der Kaufprozess im Moment der Interessenbekundung abläuft, desto höher ist die Chance, dass auch tatsächlich gekauft wird, sagt Gastautor Michael Santner von Nets/Concardis.


///// NACHHALTIGKEIT

Rechenzentren benötigen erneuerbare Energien
Nach den neusten Zahlen der Bitkom-Studie "Rechenzentren in Deutschland" ist der Energiebedarf deutscher Rechenzentren und kleinerer IT-Installationen von 2010 bis 2020 von 10,5 auf 16 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr angewachsen. Damit entfielen 0,6 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland auf die IT-Branche. Bitkom rechnet mit einem wachsenden Strombedarf von 3,5 bis fünf Prozent pro Jahr bis 2030. Die Höhe der CO2-Emissionen habe sich 2020 dagegen mit sechs Millionen Tonnen auf dem Niveau von 2010 bewegt. Um die Klimaneutralität der neuen Rechenzentren bis 2027 zu erreichen, wie von der Bundesregierung geplant, sei eine ausreichende Lieferung von Strom aus regenerativen Energien erforderlich. Als Ansatzpunkte sieht der Verband Energieeffizienz bei Klimatisierung und Servern sowie vor allem die Nutzung der Abwärme.