In den USA zeigen die Bemühungen der Amazon-Mitarbeiter um bessere Arbeitsbedingungen in Warenlagern Wirkung. Anfang April gelang in Staten Island die Gründung einer Gewerkschaft, nun wird der Zugriff auf das eigene Handy am Arbeitsplatz wieder erlaubt. Dies war über Jahre verboten, die zeitweise Lockerung während der Pandemie sollte nun wieder eingestellt werden. Selbst nach dem Einsturz eines Lagers mit sechs Todesopfern in Folge eines Sturms im vergangenen Dezember kündigte Amazon die Wiedereinführung des Verbots an. Die Mitarbeiter erklärten, das Handyverbot habe für sie Warn- und Sicherheitshinweise auf das Unwetter verhindert. Dem Unternehmen gehe es um die Kontrolle über sie, erklärten sie in einer Petition mit 380 Unterschriften.

///// HANDEL NATIONAL
Cargo Trans Logistik mit höheren Transportzahlen
Die Stückgutkooperation Cargo Trans Logistik (CTL) vermeldet für das vergangene Jahr eine Steigerung des Sendungsvolumens um 14 Prozent. Dies hat nach Angaben der Kooperation, zu der 170 Speditionsunternehmen gehören, zu einem Umsatzzuwachs in Höhe von 18 Prozent auf 135 Millionen geführt. Das Hub-and-Spoke-System mit einem zentralen Knotenpunkt und fünf regionalen Umschlagplätzen habe sich während der Pandemie bewährt und werde daher auch weiter ausgebaut. Zwischen den regionalen Zentralen, über die mehr als die Hälfte der Transporte abgewickelt werde, gebe es einen täglichen Linienverkehr mit fixen Verbindungen. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei 2021 auch der Start der Produkte "CTL Home" und "CTL Handel" mit der direkten Zustellung zu den Kunden und an die Lager der Handelsunternehmen gewesen.

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Alibaba schaut über die Emissionen der Scopes 1, 2 und 3 hinaus
Angesichts des Klimawandels haben Führungskräfte weltweit die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und Führungsstärke zu zeigen. Als Vorreiter hat Alibaba das Konzept „Scope 3+“ eingeführt, welches die digitalen Plattformen von Alibaba nutzt. Dieses soll nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und umweltfreundliches Verhalten von sämtlichen Beteiligten im Ökosystem sowie neue Technologie- und Geschäftsmodellinnovationen anregen und bis 2035 eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 1,5 Milliarden Tonnen ermöglichen. Mehr

Lascana lebt vom Online-Handel
Für das Modeunternehmen Lascana ist der Online-Handel mit weitem Abstand der wichtigste Vertriebsweg. Im vergangenen Jahr lag der globale Umsatz bei 436 Millionen Euro, ein Plus von rund 80 Millionen Euro gegenüber 2020. Dabei flossen rund 90 Prozent über die Online-Kanäle in die Kassen, schreibt Internet World. Die wichtigsten Produktkategorien seien unverändert Fashion und Schuhe mit einem Volumen von 162 Millionen Euro. Beim Online-Vertrieb stünden der US-amerikanische Online-Handel, Online-Plattformen und die Marktplätze Otto, About You und Zalando an der Spitze. Ein Wachstum habe es aber auch bei den eigenen Ladengeschäften und den Shop-in-Shop-Angeboten gegeben.

Die Inflation erreicht den höchsten Wert seit 40 Jahren
Die Serie der hohen Inflationszahlen reißt nicht ab. Im April hat die Inflation einen neuen Höchststand erreicht, meldet das Statistische Bundesamt. Nach 7,3 Prozent im März waren die Preise im April voraussichtlich um 7,4 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dies ist der höchste Wert seit Oktober 1981. Der Anstieg von März auf April lag bei 0,8 Prozent. Den größten Schub erhielt der Preisindex im April durch die steigenden Energiepreise in Folge des Kriegs. Diese haben aber auch Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und anderen Produktgruppen zur Folge.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Rohlik mit kräftigem Wachstum
Die Rohlik Group, zu der der Lebensmittellieferdienst Knuspr gehört, vermeldet für 2021 ein Umsatzplus von 53 Prozent auf 490 Millionen Euro. Nach oben gegangen sei es auch bei der Zahl der Kunden, sie liege nun bei über einer Million. CEO Tomáš Čupr rechnet damit, dass der Konzern in den vier Märkten, in denen er aktiv ist, im kommenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle erreiche. In Deutschland soll nach München und der Region Rhein-Main im September auch Hamburg folgen. In München und Hamburg seien für 2022 Investitionen in die weitere Automatisierung der Warenlager geplant. Als weitere neue Märkte stünden Italien, Rumänien und Spanien auf der Liste.

Eurora erhöht 40 Millionen US-Dollar
Die auf die Umsetzung und Einbindung der unterschiedlichen nationalen E-Commerce-Vorschriften spezialisierte Plattform Eurora erhält durch eine Finanzierung der Serie A eine Kapitalspritze von 40 Millionen US-Dollar. Der Technologieanbieter mit Sitz in Estland will das neue Kapital für eine Expansion nach Großbritannien, in die USA und den Nahen Osten investieren, meldet Tech.eu. Im Zentrum der Produkte von Eurora steht die Automatisierung der unterschiedlichen Steuer- und Zollvorschriften in den Online-Marktplätzen, für die Anwendungen wird Künstliche Intelligenz eingesetzt. Die B2B-Plattform ist neben den Marktplätzen auch auf Online-Shops, Logistikunternehmen sowie Post- und Paketdienstleister ausgerichtet, die Zahl der Kunden liegt bei rund 200 weltweit.

Shoppymore wird international
Die Online-Plattform Shoppymore ist erst seit rund einem Jahr auf dem Markt, doch schon ist eine Expansion aus Malaysia in weitere Länder der Region geplant. Nach einem Bericht von Tech in Asia soll der Einstieg in Indien, Indonesien und den Philippinen erfolgen, das Angebot werde sich auf Produkte aus Malaysia konzentrieren. In den ersten zwölf Minuten hätten sich 100 Händler dem Marktplatz angeschlossen, dieses Jahr soll die Zahl um das Zehnfache ansteigen. Als Umsatzziel für 2022 peile Shoppymore 2,3 Millionen US-Dollar an, das tägliche Transaktionsvolumen liege derzeit bei 11.460 US-Dollar. Dabei wird der Wettbewerb im E-Commerce in Malaysia intensiver, denn nun wird auch Tiktok dort aktiv. Der Online-Marktplatz der Video-App, Tiktok Shop, hat in Malaysia den Betrieb aufgenommen. Die Plattform richte sich vorwiegend an kleine und mittelständische Anbieter, sie könnten ihre Konten bei Tiktok nutzen, um ihre Produkte im Shop anzubieten. Die Verkaufsgebühr liege bei einem Prozent.


///// TRENDS & TECH

Mirakl übernimmt Target 2 Sell
Die SaaS-Plattform für Enterprise-Marktplätze Mirakl hat die Unternehmensgruppe um den E-Commerce-Personalisierungsanbieter Target 2 Sell erweitert. Der Einbau von Target 2 Sell, dessen Dienste auf Künstlicher Intelligenz aufbauen, solle es dem Online-Handel ermöglichen, die Personalisierungsfunktionen auszubauen. Mirakl gibt an, dass die Konversionsraten dadurch um bis zu 15 Prozent verbessert werden können. Als weiteren Schritt für die Vergrößerung des Produktportfolios kündigt Mirakl die Einführung von Payout an. Das Ziel der neuen Auszahlungsplattform sei eine Vereinfachung der Zahlungsaktivitäten auf Online-Marktplätzen. Dazu gehörten die Abwicklung von KYC-Anforderungen (Know Your Customer) und die Regelung von Treuhandgeschäften, Währungsumtausch und Rückerstattungsreserven. Der Start sei für den Herbst 2022 geplant. Im Mai soll die Freischaltung der Customer Care Intelligence und der Product Data Mapping AI für das Mapping von Produktkatalogen erfolgen.

Schwarz entwickelt eigene Werbeplattform
Der Mutterkonzern von Kaufland und Lidl, die Schwarz Gruppe, strickt an einer eigenen Werbeschiene, der Schwarz Media-Plattform, meldet die Lebensmittelzeitung. Der Start solle in den nächsten Wochen erfolgen, dann sei die erste personalisierte Werbung geplant. Die Verantwortung für die Entwicklung der neuen Plattform liege bei zwei ehemaligen Amazon-Managern. Schwarz setze in Folge der sinkenden Zahlen im konventionellen Werbegeschäft auf die neue Werbeschiene. Der erste Schritt sei im vergangenen Jahr die Übernahme von SO1 gewesen, einem Spezialisten für personalisierte Kundenansprache. Die Daten für die neue Plattform kämen von Lidl plus und der Kaufland Card.


///// NACHHALTIGKEIT

DPD eröffnet in Berlin den ersten DPD Store
Mit einem neuen Konzept löst sich DPD von seiner Betriebsidee als Paketlieferdienst, verspricht dabei aber eine Verstärkung der Nachhaltigkeit. In Berlin-Friedrichshain steht der erste DPD Store, der als Zieladresse für Einkäufe genutzt werden kann, aber über eine einfache Packstation hinausgeht. Nach Angaben des Logistikdienstleisters können Kunden ihre Einkäufe dort an- und ausprobieren, Rücksendungen direkt von dort vornehmen. Für nicht mehr benötigte Kartons und Verpackungsmaterial bestehe die Möglichkeit der Rückgabe, sie würden dann wieder an Kunden kostenlos ausgegeben. Die Auslieferung von Paketen erfolge von dort mit Lastenfahrrädern. Im Gebäude sei auch eine Kaffeebar mit Fair Trade Kaffee und Bio-Snacks zu finden, für die Lagerung von Waren und Gegenständen habe der Partner Storebox eigene Abteile eingerichtet, die kurzfristig oder dauerhaft gemietet werden könnten. DPD plant die bundesweite Einrichtung weiterer Stores.