"Sprechen Sie nie von Umstrukturierung, dann denken gleich alle an Stellenabbau", hat mal ein Unternehmensberater erzählt. Aber genau so ist es – Prozesse werden in der Regel betriebswirtschaftlich optimiert, selten geht es um die Arbeitsatmosphäre. Und schon sind die (Personal-)Kosten im Fokus der Strukturierer. Bei Ceconomy bestätigt sich gerade mal wieder das Klischee.

///// HANDEL NATIONAL

Ceconomy-Aufsichtsrat stimmt Neustrukturierung bei MediaMarkt und Saturn zu, sprich: Stellenabbau kann beginnen
Der Aufsichtsrat des Elektronikhändlers Ceconomy hat der Neuausrichtung des Konzerns zugestimmt (siehe Morning Briefing vom 6. August). Im Mittelpunkt der Neuorganisation stünden über alle Länder hinweg einheitliche Führungsstrukturen und standardisierte Prozesse und Abläufe, teilte der SDax-Konzern laut Wirtschaftswoche mit. Ceconomy wurde bislang dezentral geführt. Konkret bedeutet dies, dass bei MediaMarkt und Saturn bis zu 3500 Stellen abgebaut werden – wie es heißt, vorwiegend im europäischen Ausland.

Unter dem Namen Bodenhaus will Hornbach einen neuen Fachmarkt eröffnen
Hornbach gehört aktuell zu den Profiteuren der Krise – während des Lockdowns stieg der Umsatz, die Geschäftsprognose wurde jetzt angehoben. Expansionsmöglichkeiten sieht Vorstandschef Erich Harsch derzeit vor allem im Ausland. Im Interview mit der WirtschaftsWoche eröffnete er jedoch, in Deutschland eine differenzierte Strategie zu verfolgen: „In Berlin werden wir Ende des Jahres unter dem Namen Bodenhaus einen Fachmarkt ausschließlich für Bodenbeläge eröffnen“, kündigte Harsch an. Dort soll es, so die WiWo, auf rund 9000 Quadratmetern Fliesen, Parkett, Laminat und Dielen geben. Weitere Standorte seien geplant. Hauptfokus bleibe aber die Expansion mit großflächigen Bau- und Gartenmärkten.

etailment-Expertenrat: So senken Online-Händler (nicht nur bei Bekleidung) die Retourenquote
Fragt man Shopbetreiber nach ihren größten Sorgen, werden mit Sicherheit viele das Thema Retouren nennen. Die Fashion-Branche trifft es zum Beispiel besonders hart. Händler mit Rücksendequoten von mehr als 60 Prozent sind hier keine Seltenheit. Felix Schirl, Geschäftsführer und CEO der auf Onsite-Personalisierung spezialisierten trbo GmbH, gibt in einem Gastbeitrag für etailment sechs Tipps, mit denen sich (nicht nur bei Bekleidung) die Retourenquote senken lässt.

Handelsverband Deutschland (HDE): Regelbezugsdauer von Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern
Nach einer aktuellen Schätzung des ifo-Instituts waren im Einzelhandel in Deutschland im Juli rund 240.000 Beschäftigte in Kurzarbeit (Vormonat: 400.000). Die Zahl ist damit zwar rückläufig, allerdings weiter auf hohem Niveau. In der Gesamtwirtschaft warebn laut ifo-Institut im Juli weiterhin 5,6 Millionen Menschen in Kurzarbeit. Damit wird Kurzarbeit nach wie vor in einem beispiellosen Umfang eingesetzt.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) spricht sich deshalb für eine Verlängerung der befristeten Sonderregeln bei Kurzarbeit aus: "Die Regelbezugsdauer von Kurzarbeitergeld sollte auf 24 Monate verlängert werden", so der HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales, Steven Haarke. Die Große Koalition hatte im Juni beschlossen, im September 2020 eine verlässliche Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 1. Januar 2021 vorzulegen.

///// HANDEL INTERNATIONAL

Corona hat dazu geführt, dass US-Kunden ihren Marken untreu wurden, aber der Prozess lässt sich umkehren.
Vor Corona waren das Produkt, der Preis, der Kundendienst und das Treueprogramm einer Marke die entscheidenen Kriterien für Kundenloyalität. Doch mit Covid-19 änderten viele Verbraucher ihr Einkaufsverhalten, unter anderem begannen sie auch Waren zu hamstern, wodurch die Regale geleert und die Produkte für andere Kunden nicht mehr erhältlich waren. Diese "Out-of-Stocks" haben Verbraucher veranlasst, nach alternativen Marken zu suchen. Einer McKinsey-Studie nach haben in den USA mehr als 75 Prozent der Verbraucher während der Pandemie neue Marken, Einkaufsstätten oder Einkaufsmethoden ausprobiert.
Das ist die schlechte Nachricht für Marken und Händler. Die gute ist, dass dieses Verhalten zwar häufig aber umkehrbar ist und im Ranking der größten Gefahren für Kundenbindung nicht ganz oben rangiert. Diese Liste wird angeführt von Kriterien wie "schwieriger Rückgabeprozess" und "schwer zu navigierende Website oder App", so McKinsey. RetailDive hat Stimmen gesammelt, wie Händler Kundenloyalität gewinnen können. Die Antworten der US-Retailer lassen sich 1:1 auf den deutschen Handel übertragen: ein reibungsloses End-to-End-Erlebnis, Optimierung der Basics, emotionale Bindung, schnelle Reaktion bei Problemen, Dienstleistungs-Fokus.

Amazon umwirbt Marktplatzverkäufer, parallel nehmen Regulierungsbehörden das Unternehmen ins Visier
Amazon veranstaltet vom 1. bis 3. September seine virtuelle Konferenz Amazon Accelerate für externe US-Verkäufer. Die dreitägige Veranstaltung soll Drittanbietern Tipps geben, wie sie ihre Umsätze ausbauen können. 2019 hatten 1800 Händler an den kostenlosen Konferenzen teilgenommen. Der Zeitpunkt ist kritisch: Die US-Regulierungsbehörden sehen sich gerade sehr genau an, wie Amazon die Anbieter auf seinen Marktplätzen behandelt, die heute für etwa 60 Prozent der physischen Verkäufe von Amazon stehen. Im letzten Quartal stiegen die Verkäufe von Drittanbietern im Jahresvergleich um 52 Prozent. Amazon sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, auf Drittverkäufer Druck auszuüben, indem das Unternehmen Daten zur Schaffung von Konkurrenzprodukten nutzt und gleichzeitig hohe Gebühren für Dienstleistungen wie Werbung berechnet.

Selfridges startet erste Designer-Mietkollektion
Selfridges hat sich mit Hurr Collective zusammengetan, um seine erste Verleihkollektion von Designer-Mode auf den Markt zu bringen. Die Kollektion besteht aus über 100 Stücken von mehr als 40 Marken, die für 4, 8, 10 oder 20 Tage zu vergünstigten Preisen gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung (RRP) des Designers gemietet werden können. Die Pop-up-Mietkollektion für Designermode wird ab Montag, dem 17. August, für sechs Monate bei Selfridges erhältlich sein.

///// TRENDS & TECH

TeamViewer Web-Monitoring-Modul überwacht Performance von Online-Shops und simuliert Test in anderen Ländern
Wer im Ecommerce erfolgreich sein will, muss die Erreichbarkeit und Performance des jeweiligen Online-Shops messen und optimieren. Kritisch sind vor allem die Ladezeiten der Seite und die reibungslose Funktionalität. Die Ladezeit beeinflusst beispielsweise die Bouncerate und somit unmittelbar die Conversionrate und das Suchmaschinen-Ranking. Hier setzt TeamViewer mit Integration des Web-Monitorings von Monitis im Rahmen seiner bestehenden “Remote Monitoring und Management”-Lösung an. Neben der Überwachung und Fernwartung des Servers haben Betreiber von Online-Shops nunmehr unter anderem auch die Möglichkeit, mit einem Skript-basierten Modul automatisiert Testkäufe oder ähnliche Prozesse wie Kundenlogins durchzuführen. Eine Besonderheit des Erreichbarkeitstests und des Ladezeitenaudits ist, dass die Tests aus verschiedenen Ländern simuliert werden können.
Monitis war 2012 von TeamViewer übernommen worden, 2019 wurde das Unternehmen formell namentlich in die TeamViewer-Gruppe aufgenommen. Aus Monitis wurde jetzt TeamViewer Web Monitoring.
(In einer ersten Fassung fehlte die Referenz zu Monitis, wir haben dies geändert.)

Weitere Beschleunigung des E-Commerce vorausgesagt
Globaldata hat seine Prognose für die weitere Entwicklung des E-Commerce in den kommenden Jahren vorgestellt. Den Boom während der Corona-Zeit sieht der Report als Beschleunigung eines schon vorher laufenden Prozesses. Für die Branche komme es nun darauf an, wie stark das neue Konsumverhalten auch nach Covid-19 bei den Verbrauchern verankert werden könne.

MEHR ZUM THEMA

Internationale Marktplätze jenseits von Amazon haben mehr zu bieten als nur Flohmarkt-Charakter
© Kolbrück
Marktplätze

Es muss nicht immer Amazon sein: Die Stärken lokaler Plattformen


© shutterstock / Corona Borealis Studio
Reden wir über Corona

Hornbach-Chef Harsch: "Die Meeting-Kultur hat sich geändert"


Wer im Netz sucht, muss schnell fündig werden
© Hanna / fotolia
Suchmaschinenwerbung

SEA - Amazon klotzt mit Werbung bei Google