Die Geschäftsbedingungen in China für importierte Marken werden immer schwieriger. Zumindest suggeriert das der Cect-Shop, ein von in China lebenden Deutschen betriebener Online-Shop für Smartphones, Tablets, Wearables und Zubehör. Man hänge das B2C-Geschäft an den Nagel, da man die Verfügbarkeit nicht mehr garantieren könne und der Versand extrem teuer geworden sei, heißt es bei Cect. Wie bereits am Freitag berichtet, leidet selbst Alibaba unter den aktuellen politischen Vorgaben. Ein Rückfall in Mao-Zeiten sei das nicht, kommentierte die Frankfurter Rundschau am Wochenende die Entwicklungen auf dem E-Commerce-Markt in China und zitierte Ha Zengyou, Generalsekretär der nationalen Entwicklungs- und Reformkommission: Man müsse vermeiden, künftig "faule" Menschen heranzuziehen, die sich auf der sozialen Hängematte des Wohlfühlstaats ausruhen könnten. 

///// HANDEL NATIONAL
Lieferengpässe machen Fahrradherstellern zu schaffen
Die Handelsketten seien weiterhin sehr fragil, erzählt Markus Storck, Gründer und Inhaber von Storck Bikes in Idstein im Interview der F.A.Z. Er beschreibt das Wettrennen um einzelne Komponenten, die Wichtigkeit des direkten Kontakts mit seinen Offline- und Online-Kunden und die Geduld der Kunden bei Wartezeiten bis ins Jahr 2024. 

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An der Retail Tech Konferenz der Universität St. Gallen werfen Handels- und Tech-Unternehmen. wie Google, Facebook, Amazon Web Services, SAP, Microsoft, TikTok, Salesforce, IBM, Klarna, Douglas, On und Valora einen Blick in die digitale Zukunft des Handels. Sichern Sie sich jetzt die letzten Tickets für den 18.März 2022 und profitieren Sie von neuen Impulsen für den Handel.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ukraine-Krieg trifft Online-Handel
Der Ukraine-Krieg ist auch für einige Online-Händler bedrohlich, denn so mancher hat seine IT-Verwaltung, Softwareentwicklung oder den Kundenservice dorthin ausgelagert. Viele dieser Dienstleister haben ihren Sitz in gerade umkämpften Städten wie Lwiw, Kiev oder Charkiv, die zweitgrößte Stadt des Land. Wortfilter.de hat Stimmen von Online-Händlern eingeholt, die deren Betroffenheit aufzeigen. 

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Etsy legt Quartalszahlen auf Rekordniveau vor
„Die Käufer lieben ihre Erfahrungen mit Etsy", kommentiert Josh Silverman, Chief Executive Officer, Etsy, Inc. den Verkaufserfolg des Unternehmens im 4. Quartal und für das Gesamtjahr 2021. Der konsolidierte Umsatz (GMS) erreichte demnach einen Rekordwert von 4,2 Mrd. US-Dollar, und damit ein Plus von 16,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weitere Rekorde gab es für den Etsy-Marktplatz mit 3,8 Mrd. US-Dollar und einem Plus von 11,8 Prozent. Silverman berichtet außerdem von Feiertagsrekorden, darunter 8 Prozent mehr GMS pro Käufer als im Vorjahr am Black Friday. Am vergangenen Freitag gab Etsy außerdem bekannt, die Transaktionskosten für seine Verkäufer von fünf auf 6,5 Prozent zu erhöhen. 

Doordash erweitert Lebensmittelangebot in den USA mit Target
Um sein Lebensmittelangebot zu erweitern, listet Doordash jetzt das Sortiment von Target als Lieferoption in zahlreichen großen Märkten auf. Dies geht aus Listen auf der Plattform der Liefer-App hervor. Die Sortimentserweiterung gilt als strategisch und wird als "Ninja-Shopping" bezeichnet, bei dem Liefer-Apps Einzelhändler auflisten, die keine Partner sind, um die Kundennachfrage in Schlüsselbereichen zu steigern, berichtet Retail Drive. 

Allegro weitet Marktplatz auf Europa aus
Der polnische E-Commerce-Marktplatz Allegro startet seinen englischsprachigen Service und wird EU-weit tätig. Alle europäischen Märkte haben ab sofort Zugriff auf den Allegro-Marktplatz. Allegro hilft dabei, internationale Lieferungen und Zahlungen durch seine Partner abzuwickeln. Zusammen mit dem geplanten Kauf der Mall Group, die in Mittel- und Osteuropa tätig ist, festige dies die europäische Präsenz von Allegro, heißt es in einer Pressemitteilung.



///// TRENDS & TECH

Online und Offline: Die Kanäle beginnen zu verschmelzen
Jeder zweite stationäre Händler verkauft heute im Internet, gleichzeitig eröffnen native Onliner Ladengeschäfte. Omnichannel ist das Modell der Zukunft. Es bietet Händlern ungeahnte Möglichkeiten - stellt sie aber gleichzeitig vor Herausforderungen. Vor allem die intelligente Verzahnung der IT-Systeme von Online- und Offline-Welt bereitet vielen Schwierigkeiten. 

Meta führt Reels weltweit ein
Für den Facebook-Konzern Meta ist die Video-App TikTok zum harten Konkurrenten geworden, dem man nun eine eigene Kopie entgegensetzt: Reels. Gleichzeitig macht Facebook neue Funktionen zum einfacheren Erstellen von Reels-Videos verfügbar. TikTok ist aktuell die einzige globale Social-Media-App, die nicht aus den USA kommt, sondern aus dem chinesischen Konzern Bytedance. Facebook war im vergangenen Quartal kaum noch gewachsen. 

Luxusmarkt wächst online ungebremst
Farfech, nach eigenen Angaben die weltweit führende Online-Plattform im Bereich Designer-Fashion, berichtet über ein Umsatzwachstum um 35 Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar (1,7 Mrd. Euro) im Jahr 2021. Der Bruttowarenwert (GMV) für das Jahr belief sich auf 4,2 Mrd. US-Dollar (3,1 Mrd. £), 33 Prozent höher als im Vorjahr und 98 Prozent höher als 2019. Mehr als 1.400 Luxusboutiquen aus der ganzen Welt handeln auf dem Marktplatz. Farfech sieht sich gut aufgestellt für ein “incredible” 2022, in dem der Online-Handel weiterhin floriert. 

Voice-Shopping im Anmarsch
Business Insider USA berichtet über die zunehmende Bereitschaft der US-Konsumenten am sogenannten Voice-Shopping teilzunehmen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist einer Umfrage des Insider Intelligence E-Commerce Survey dazu bereit, diese Einkaufsform zu nutzen. Walmart ermögliche es Kunden bereits über den Google Assistent, ihre Einkaufswünsche zu übermitteln und habe dafür das KI-Start-up Botmock gekauft. Andere Lebensmittelhändler wollen Amazon Alexa anbinden. 

///// NACHHALTIGKEIT

H&M bringt App für Second-Hand-Plattform auf den Markt
Die Second-Hand-Plattform Sellpy von H&M bekommt eine App, mit der Kund:innen leichter ihre Kleidung aus zweiter Hand auf der Plattform verkaufen können. Dies kündigte das Unternehmen in der vergangenen Woche an. Sellpy wurde bereits im Jahr 2014 aus der Taufe gehoben. Die App ist für iOS und Android-Systeme verfügbar. 

Schwacher Start für Rebelle
Dass Secondhand-Plattform für Bekleidung kein einfaches Geschäft sind, zeigt sich gerade auch beim Börsengang eines Mitbewerbers von Sellpy, der Marke Rebelle, die gerade schwach an der Stockholmer Börse gestartet ist. Der erste Kurs lag bei rund 22 schwedischen Kronen (2,06 Euro) und damit über 21 Prozent bzw. 6 Kronen unter dem Ausgabepreis von 28 Kronen.