Der harte Lockdown ist da. Anders als im Frühjahr, betrifft er auch Baumärkte. Wie vor acht Monaten gibt es einmal mehr landesspezifische Unterschiede. Diese betreffen unter anderem auch die von vielen als Rettungsanker gesehenen Click & Collect-Angebote. Eine Prognose: Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

///// HANDEL NATIONAL
Click & Collect wird regional uneinheitlich gehandhabt – Galeria Karstadt Kaufhof verspricht Abhol-Service bis 23.12.
Während Kunden in Hessen und in Nordrhein-Westfalen online bestellte Ware im Geschäft abholen dürfen, ist das Click & Collect-Geschäft in Baden-Württemberg unterbunden worden. Allerdings dürften Händler bestellte Artikel ausliefern oder ausliefern lassen. Bemerkenswert ist eine Meldung von Galeria Karstadt Kaufhof: Über galeria.de könnten Kunden auch noch kurzfristig Geschenke in den Filialen online reservieren und diese bis zum 23.12. dort kontaktlos an den Abholstationen entgegennehmen. Dass im Buchhandel ganz unterschiedlich verfahren wird – Buchläden bleiben in Brandenburg und Sachsen-Anhalt geöffnet, in Berlin auch – dürfte Anlass für juristische Überprüfungen der Lockdown-Regeln geben.

HDE passt Prognosen an: Lockdown-Handel verliert ein Fünftel seines Jahresumsatzes
Nach der Entscheidung für eine erneute Schließung des Nicht-Lebensmittelhandels passt der Handelsverband Deutschland (HDE) seine Prognosen für das Gesamtjahr 2020 und das Weihnachtsgeschäft entsprechend an. Demnach verliert der vom Lockdown betroffene Handel im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent seines Jahresumsatzes. Gleichzeitig erzielt der Online-Handel mehr als 20 Prozent Plus.

Webinare des HDE zur Digitalisierung des Handels
Der Handelsverband Deutschland HDE organisiert in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel verschiedene Formate, um Händlerinnen und Händler weiter bei der Digitalisierung und der Finanzierung zu unterstützen. Hier geht es zur Anmeldung.

Ceconomy bilanziert Online-Wachstum um 44,1 Prozent
Die MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy hat ihr Online-Geschäft deutlich ausgebaut. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018/2019 ist der Online-Handel 2019/2020 um 44,1% auf knapp 4,2 Mrd. Euro gewachsen. Der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz der Unternehmen ist von 13,7% auf 20,2% gestiegen. Besonders drastisch fielen die Unterschiede im ersten Lockdown im März-April aus, als die Online-Verkäufe im Jahresvergleich um über 200% anstiegen, während das Gesamtgeschäft um 42% einbrach. Das Online-Wachstum von Ceconomy habe deutlich über dem des gesamten Online-Marktes gelegen, heißt es.

Amazon entzieht Sellern die Kommentarfunktion und damit die Möglichkeit, auf negative Bewertungen zu reagieren 
Seit gestern können Amazon-Seller Rezensionen ihrer Kunden nicht mehr kommentieren, berichtet Internet World. Amazon habe die entsprechende Funktion entfernt. Angeblich wurde die Kommentarfunktion nur selten verwendet. Damit entziehe Amazon den Partnern die Möglichkeit, die eigene Sicht auf eine ungut verlaufene Transaktion zu schildern.

E-Commerce verkennt Retouren-Potential
Online-Händler sollten Rücksendungen als Chance sehen, den Kunden besser kennenzulernen. Durch das Festhalten an starren Prozessen wie etwa der veralteten Beilegerretoure verhinderten sie jedoch diese Möglichkeit – sagt Artjom Bruch von Trusted Returns. In seinem Beitrag für die Marketing Börse erklärt er, warum ein Strategiewechsel im E-Commerce auf softwarebasiertes Retourenmanagement sinnvoll ist und wieso die Beilegerretoure immer noch nicht der Vergangenheit angehört.


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Der Handel sollte jetzt handeln
Corona hat das Leben verändert – privat als auch geschäftlich: Restriktionen in den Geschäften und die Verlagerung von Umsätzen in Online-Shops stellen den Handel vor besondere Herausforderungen. Doch mit speziellen Cloud-Lösungen kann er schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Mehr.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Händler werben in den USA für Click & Collect, weil es für andere Lieferwege wohl zu spät ist
Gestern war in den USA bei UPS, FedEx und den U.S. Postal Service Stichtag für den Standardversand von Paketen, die noch bis 24. Dezember ankommen sollen. Der Termin liege aber nicht nur wegen des höheren Paketaufkommens früher als gewohnt – die meisten Einzelhändler hätten die Lieferfristen um mindestens ein bis zwei Tage verlängert, etwa ein Viertel sogar um mindestens eine Woche, berichtet CNBC. Deshalb werben große Händler wie Kohl's und J.C. Penney darum, Click & Collect-Angebote zu nutzen.

Auslandsexpansion: Der Trend geht zum indirekten Markteintritt
Für viele kleine und mittelständische Händler sind Plattformen das Ticket für die Internationalisierung. Große Handelskonzerne treiben die Auslandsexpansion zunehmend über Online-Markteintritte und Omnichannel-Modelle voran. Eine neue Folge der HandelsMonitor Mega-Trends 2030+ beleuchtet unter anderem die Expansionskonzepte von Walmart und Zara.

Was der Brexit für Amazon-Händler bedeutet
In gut zwei Wochen endet die Übergangsphase des Brexit und bislang sieht es nicht danach aus, als würde das dringend benötigte Handelsabkommen vereinbart werden. Online-Händler News hat zusammengefasst, was Händler, die auch weiter über Amazon in das Vereinigte Königreich verkaufen wollen, zu beachten haben. Dazu gehören Fragen wie die nach den Amazon-Logistikzentren, der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und Antworten wie die, dass Marktplatzhändler weiterhin nur ein Verkäuferkonto verwenden können.

///// TRENDS & TECH

EU-Kommission veröffentlicht Entwürfe für Digital Services Act und Digital Markets Act
Die Europäische Kommission hat gestern Vorschläge für einen neuen Rechtsrahmen für digitale Dienste vorgelegt – den Digital Services Act und den Digital Markets Act. Mit ersterem sollen vor allem Fragen der Haftung und des Umgangs mit illegalen Inhalten geklärt werden, die bislang von der E-Commerce-Richtlinie geregelt werden. Mit dem Digital Markets Act will die EU Wettbewerbsregeln aktualisieren und gleichzeitig sogenannten Gatekeeper-Plattformen neue Verbote auferlegen. Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom, begrüßte die Entwürfe als ‚‚die bedeutendsten und umfassendsten Änderungen der europäischen Internet-Regulierung seit 20 Jahren‘‘.

Parcellab: Liefernachrichten in Bestell-Postfach
Die
Versandplattform Parcellab unterstützt nun das intelligente Postfach von GMX und Web.de. Dieses erkennt per Künstlicher Intelligenz Transaktions-Mails von Händlern und Logistikdienstleistern. Unter „Bestellungen” werden unter anderem Rechnungen und E-Mails, die den Versand der Ware, Lieferverzögerungen oder Zustellankündigungen betreffen, angezeigt. Kunden sollen dadurch mehr Übersicht beim Online-Shopping erhalten, Händlern soll es erleichtern, während des Versandprozesses direkt und individuell mit den Kunden in Kontakt zu treten. Derzeit zählen die Freemail-Dienste GMX und Web.de nach Angaben der Muttergesellschaft United Internet AG rund 35 Millionen Nutzer. Parcellab verschickt nach eigenen Angaben täglich rund 7 Millionen Transaktions-Mails, 46 Prozent davon an Kunden mit Web.de- und GMX-Accounts.

Dashboard Deutschland: Neues Datenportal ist online
Mit dem interaktiven Portal bündelt das Statistische Bundesamt (Destatis) hochaktuelle Daten zu den Themenbereichen Wirtschaft und Finanzen sowie Gesundheit und Mobilität. Zum Start bietet das im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI), des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) entwickelte Dashboard bereits mehr als 100 Indikatoren. „Dashboard Deutschland“ ist für mobile Endgeräte optimiert und ohne Registrierung frei zugängig
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Amazon hat einen Service zur Herstellung maßgefertigter T-Shirts gestartet
Amazon hat in den USA den Service ‚‚Made for You‘‘ gestartet, mit dem Nutzer T-Shirts nach ihren Maßen erstellen können, berichtet CNBC. Hierzu müssen die Nutzer ihre Größe, ihr Gewicht, ihren Körperbau angeben und zwei Fotos von sich selbst hochladen. Diese Informationen werden zur Erstellung eines ‚‚virtuellen Körperdoubles‘‘ verwendet, das als Modell für das individuelle T-Shirt dient. Die derart ‚‚maßgefertigten‘‘ T-Shirts kosten 25 Dollar.

Commerzbank startet das Bezahlen per Swatch
Nach dem Start von Bezahlmöglichkeiten für Apple Watch, Fitbit Pay und Garmin Pay können Kunden der Commerzbank jetzt auch per SwatchPay bargeldlos zahlen, ist auf lout.plus zu lesen. Bei SwatchPay handele es sich um eine kontaktlose Bezahlfunktion auf NFC-Basis, klärt das IT-Finanzmagazin auf: In der analogen Uhr sei ein NFC-Chip integriert, der ähnlich wie bei der Kredit- oder Debitkarte arbeite und sich so mit allen hierfür geeigneten Kassensystemen nutzen lasse.