In China setzt die Regierung mal wieder deutliche Zeichen. Ende 2020 wurden die Schrauben bei Alibaba enger angezogen, Gründer Jack Ma war monatelang verschwunden, nun haben sich die staatlichen Stellen den wachsenden Livestream-Handel vorgenommen. Das Signal an den Markt und die Anbieter ist deutlich und unmissverständlich. Die führende Anbieterin Huang Wei, die im Land unter dem Namen Viya als "Königin des Livestreaming" angesehen wird, muss wegen Steuerhinterziehung eine Strafe von rund 186 Millionen Euro zahlen. Wie in China nicht anders zu erwarten, hat sie die Strafe akzeptiert und sich bei ihren Fans entschuldigt. Das ist aber erst der Anfang der staatlichen Eingriffe in die Boombranche, denn die Regierung hat auch andere Influencer und Personen aus dem Online-Segment im Blick. Sie will das Internet unter ihrer Kontrolle halten.

///// HANDEL NATIONAL
GfK meldet eine starke Schwächung der Konsumstimmung
Die Abkühlung der Zahlen zieht sich bei der GfK fort, hier ist das Konsumklima rückläufig, zum zweiten Mal in Folge. Der Wert für Januar liegt nach der Analyse der Marktforscher bei -6,8 Punkten, im Dezember waren es -1,8 Punkte. Nach unten ging es bei Konjunktur- und Einkommenserwartung, aber auch bei der Anschaffungsneigung, zugelegt hat die Sparneigung. Als ausschlaggebende Faktoren sehen die Autoren der Studie die vierte Coronawelle, deren weitere Entwicklung auch entscheidend für die Aussichten für 2022 sei, dazu kämen noch die deutlich gestiegenen Preise. Die Konjunkturaussichten sind um 13,9 Punkte auf 17,1 Punkte gesunken, einen niedrigeren Wert hatte es zuletzt im April mit 7,3 Punkten gegeben. Einen deutlichen Rückgang gab es bei der Anschaffungsneigung von 8,9 Punkten auf 0,8.

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Douglas steigert den Online-Umsatz deutlich
Douglas konnte im vergangenen Jahr den Umsatz mit 3,1 Milliarden Euro fast auf dem Niveau des Vorjahres mit 3,2 Milliarden halten. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war der Online-Handel, hier ging es um rund 47 Prozent nach oben, der stationäre Vertrieb auf der anderen Seite verlor rund 19 Prozent. Dabei hat die Parfümeriekette hier auch die Schere angesetzt, denn die nicht rentablen Filialen werden geschlossen, die Zahl sank europaweit von rund 2.500 auf 2.000. Der Umsatzanteil, der über Mobilgeräte in die Kassen fließt, liegt mittlerweile bei 71 Prozent, vor zwölf Monaten wies er einen Wert von 65 Prozent auf. Beim operativen Gewinn musste Douglas einen Rückgang um 19,1 Prozent auf 222 Millionen Euro hinnehmen, insgesamt wurde ein Minus von 342 Millionen Euro erwirtschaftet, zwölf Monate zuvor waren es 479 Millionen Euro.

Das DIW-Konjunkturbarometer gibt nach
Nach den schwächeren Prognosen des Ifo Instituts in der vergangenen Woche meldet nun auch das DIW, dass sein Konjunkturbarometer nachgegeben habe. Die aktuelle Coronawelle habe zu einer Absenkung um einen Punkt auf 96 geführt, heißt es aus Berlin. Für das Schlussquartal erwarten die Wirtschaftsforscher somit eine Schrumpfung, der neutrale Wert liegt bei 100. Der stärkste Rückgang sei in der Dienstleistungsbranche festzustellen.

Von Schweden nach Deutschland
Der schwedische Paketdienst Instabox unternimmt den nächsten Schritt und nimmt nach den bisherigen Stammregionen Skandinavien und Niederlande den Betrieb im kommenden Jahr auch in Deutschland auf. Nach einem Bericht der Lebensmittelzeitung will Instabox die Dienste zum Start im Rheinland, in Hamburg und Berlin anbieten. Dabei halte sich das Start-up aus Stockholm aber mit den Zielen nicht zurück, denn die Zustellung solle am gleichen Tag erfolgen. Dazu erhielten die Kunden die Möglichkeit, ihre Bestellungen an rund 1.000 eigenen Paketstationen selbst abzuholen. Eigene Logistikzentren seien ebenfalls geplant, die ersten beiden sollen in Berlin und Düsseldorf entstehen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Wildberries jetzt auch in Großbritannien präsent
Der Online-Modehändler Wildberries setzt die internationale Expansion fort, denn nun haben auch britische Kunden Zugriff auf den Online-Shop. Großbritannien ist das zehnte Land, in denen Wildberries aktiv ist, zu diesen gehört auch Deutschland. Die Plattform hat ihren Ursprung in Russland. Dort sei sie mittlerweile der größte Online-Händler im Bekleidungssektor, 450.000 Unternehmen nutzten den Marktplatz, heißt es bei Fashion United. In Großbritannien umfasse das Angebot rund 5,5 Millionen Produkte von mehr als 164.000 internationalen Marken. Dazu gehörten nach Unternehmensangaben sowohl globale als auch kleine lokale Anbieter.

Lee Jeans eröffnet einen virtuellen Laden
Das wichtigste europäische Ladengeschäft von Lee Jeans steht in Antwerpen, nun können sich die Kunden die Reise nach Belgien sparen und in einer virtuellen Version des Ladens einkaufen. Nach einem Bericht von Fashion United können sie nach einem Blick durchs Schaufenster durch einen dreidimensionalen und interaktiven Laden schlendern und die Produkte nach der Auswahl in einen Einkaufswagen packen. Mit einigen interaktiven Elementen wie Videobildschirmen, Pop-ups und anklickbaren Artikel wolle Lee Jeans auch die Nachhaltigkeitsinitiative des Denim-Produzenten vorstellen. Produkte, es gebe drei Produktreihen jeweils für Männer und Frauen, die im Laden zu sehen seien, seien dann auch online verfügbar. Zugang zum Laden gebe es über die Webseite des Jeansproduzenten und die sozialen Medien.

Marley Spoon übernimmt Chefgood in Australien
Marley Spoon will den Wettbewerb mit Hello Fresh auf gleicher Augenhöhe weiterführen, erhöht dafür das Expansionstempo und übernimmt Chefgood. Damit verbreitert Marley Spoon in Australien den Vertrieb von Kochboxen um das Angebot von Fertiggerichten, meldet Exciting Commerce. Chefgood hat seinen Sitz in Melbourne und bietet jede Woche rund 30 Gerichte. Marley Spoon erwarte als Folge der Akquisition ein breiteres Angebot und weitere Kundengruppen. Dazu sollten auch übergreifende Werbe- und Vertriebsaktionen eingesetzt werden. Das Investitionsvolumen für die 100-prozentige Übernahme werde mit rund 13,3 Millionen Euro angegeben, sie soll im Januar 2022 abgeschlossen werden.



///// TRENDS & TECH

Trend Micro mit einem Planspiel über die Entwicklung der Cyberkriminalität
Aus drei Perspektiven, der eines fiktiven Bürgers, eines Unternehmens und einer Regierung, untersucht Micro Trend innerhalb des "Project 2030" die mögliche Entwicklung der Cyberkriminalität in den nächsten acht Jahren und die Anforderungen und Herausforderungen für die entsprechenden Sicherheitsprogramme. Präsentiert werden diese Ideen im Rahmen einer Video-Serie, dazu kommt ein Forschungspapier. Dabei handele es sich aber nicht um eine absolute Vision, es sei ein Gedankenspiel, heißt es von Seiten des Anbieters von Cybersicherheitslösungen. Es gehe unter anderem um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei den Cyberattacken, Desinformationskampagnen, eine bessere technische Anbindung durch 5G und 6G oder den Aufbau von Schattenmärkten.

Onlinehandel im Ausnahmezustand: Welche A/B-Tests gerade jetzt wertvolle Erkenntnisse liefern
Eine gute Customer Experience ist gerade im Weihnachtsgeschäft wichtig, denn die Kunden sind zwar kaufwillig, aber auch gestresst. Sollten Onlinehändler deshalb in dieser Zeit anders vorgehen als während des restlichen Jahres? Und sollten Händler gerade im Weihnachtsgeschäft neue Marketingmaßnahmen testen oder nach dem Motto handeln "Never stop a running system"? Kasthuri Gnaneshwaran von AB Tasty gibt in einem Gastbeitrag Antworten.

Auctane steigt bei der Versandplattform Packlink ein
In der europäischen Versandbranche steht die nächste Übernahme vor der Tür. Nach einem Bericht von Tamebay will der Anbieter von Vertriebs- und Fulfillment-Software Auctane die europäische Plattform für den Versandhandel Packlink unter sein Unternehmensdach ziehen. Packlink sei der Dienstleister für den Versand bei Ebay, zu den Auctane-Marken zählten Ship Station, Stamps.com, Ship Engine, Meta Pack und Endicia. Damit könne nun das Angebot angepasster Lösungen für Versand und Fulfillment für Unternehmen unterschiedlicher Größen ausgebaut werden. Auctane erhoffe sich mit diesem Schritt eine stärkere Präsenz auf den europäischen Märkten.


///// NACHHALTIGKEIT

Deutsche Post DHL Group startet die Green Carrier Certification
Die Deutsche Post DHL Group führt für die Subunternehmen mit der Green Carrier Certification ein neues Siegel in Bezug auf die Nachhaltigkeit ein. Es gehe darum, die "Nachhaltigkeitsanstrengungen seiner Partner im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie" zu würdigen, erklärt der Logistikkonzern. Ziel ist eine Senkung der Treibhausgasemissionen, bis 2030 sollen es 29 Millionen Tonnen sein. Der Straßentransport habe einen Anteil von 21 Prozent der Emissionen. Nun sei es gelungen, einheitliche und transparente Kriterien für die weitere Zusammenarbeit mit den Partnerunternehmen zu entwickeln. Der Aufbau dieser Kriterien sei hausintern in den Unternehmensbereichen Express, Freight und Supply Chain erfolgt. Eine Voraussetzung sei, dass eine eigene Umwelt- und Nachhaltigkeitsstrategie Bestandteil der Unternehmensstruktur der Subunternehmen sei. Zu den Maßnahmen gehörten der Einsatz von Leichtlaufreifen, aerodynamische Verbesserungen und Leerlaufabschaltung, aber auch die Arbeit mit nachhaltigen Kraftstoffen und alternativen Antrieben.