In der Jahresergebnis-Pressemitteilung der Deutsche Post DHL Group steht davon nichts, in der Pressekonferenz aber hieß es laut Spiegel.de deutlich: Auf Geschäftskunden kommen in den nächsten Wochen "signifikante Preissteigerungen" zu. Das zusätzliche Kerosin, das für die Umfliegung der Ukraine gebraucht wird, geht zulasten der Frachtkapazität und ist zudem teurer geworden. Auch der Lieferverkehr am Boden ist von steigenden Dieselpreisen betroffen. Die Kriegsfolgen werden im Handel spürbarer.

///// HANDEL NATIONAL
Online-Handel trägt zum Rekordergebnis der Post bei
Die Deutsche Post DHL Group meldet "den höchsten Umsatz der Konzerngeschichte": Die Erlöse des Jahres 2021 lagen mit 81,7 Mrd. Euro um 22,5 Prozent über dem Vorjahr. Klare Worte zu den Ursachen: "der signifikant angestiegene Welthandel und der anhaltend starke Onlinehandel mit weiter wachsenden Sendungsmengen." Die Division E-Commerce Solutions habe zweistellige Steigerungen der Sendungsvolumina in nahezu allen Regionen erreicht, insbesondere in den Niederlanden und Italien. Die EBIT dieser Division von 417 Mio. Euro bedeuten ein Plus von 163 Prozent, was der Konzern auf die effizientere Auslastung der Systeme durch das hohe Aufkommen zurückführt. Für 2022 erwartet er allerdings weniger Paketvolumen.

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Self-Scanning im Supermarkt: Mit reibungslosen Abläufen zum smarten Einkaufserlebnis
Beim Self-Scanning erfassen Kunden ihre Waren im Geschäft per App, über die dann auch die Bezahlung läuft – ohne Halt an der Kasse. Vorausgesetzt, dass alle Produkte entsprechend mit Barcodes gekennzeichnet und in das Warenwirtschaftssystem integriert sind. Viele Produkte, wie Importware, unverpackte oder lokale Lebensmittel müssen daher im Supermarkt flexibel mit Etiketten gekennzeichnet werden. Mehr lesen

Online-Händler entgeht Verurteilung wegen gefälschter Kfz-Embleme
Das Amtsgericht in Frankfurt am Main hat das Strafverfahren gegen einen Online-Händler eingestellt, er muss aber 4.000 Euro an eine Flüchtlingsorganisation zahlen. Bei dem geständigen, vorstrafenlosen Mann war, so die Deutsche Presse-Agentur, im Jahr 2018 "eine größere Menge" gefälschter Kfz-Embleme gefunden worden. Insgesamt habe er 747 Embleme für rund 7400 Euro verkauft.

Denkmalschutz: Gorillas muss Standort in Berlin schließen
Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas schließt Ende März den Darkstore in der Rungestraße nahe der Jannowitzbrücke in Berlin. Der Grund seien Denkmalschutzauflagen, das Bezirksamt habe die Nutzungsänderung abgelehnt, berichtet "Gründerszene". Alle Fahrer sollen entlassen werden, da die Bestellungen auf umliegende Darkstores verteilt würden. Pikant sei, dass in dem Lager auch drei Mitglieder des Betriebsrats arbeiten, denen nun die Kündigung drohe. Das gehe, weil jedes Lager als eigene GmbH organisiert sei.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Plattformen stoppen Russland-Geschäfte/helfen der Ukraine
  • Amazon hat Warenlieferungen an Kunden in Russland und Belarus mit sofortiger Wirkung gestoppt, und es werden keine neuen Händler aus diesen Ländern akzeptiert, schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Die Neukunden-Sperre gelte auch für den Cloud-Dienst AWS. Für russische Kunden sei außerdem der Zugriff auf Prime Video gesperrt. Amazon betreibe seit jeher weder Rechenzentren, Infrastruktur noch Büros in Russland.
  • Ebay verzichtet nach eigenen Angaben auf sämtliche Verkaufsentgelte ukrainischer Händler. Ebay will zudem dafür sorgen, dass Sendungen in die Ukraine und nach Russland rückwirkend bis zum 21. Februar 2022 keine negativen Auswirkungen auf die Servicestatus haben (verspätete Lieferungen, negative Bewertungen). Ebay Europa habe eine halbe Million Euro an das Rote Kreuz gespendet, „Ebay für Charity“ unterstütze Initiativen, die Artikel über den Marktplatz verkaufen und die Erlöse spenden.
  • Es gibt auch Eingriffe in die Sortimente, so Tamebay.com: Ebay wolle alle Artikel aus dem Programm nehmen, die Wladimir Putin unterstützen, zum Beispiel Wandkalender, die Putin als "Peacemaker" feiern. Amazon habe T-Shirts mit Z-Aufdruck vom Marktplatz entfernt. Das Z gilt als Symbol für die Unterstützung des Krieges.

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Schweiz: Lokaler Online-Handel holt sich Anteile aus Asien zurück
Im Jahr 2021 wurden in der Schweiz Waren und Güter im Wert von 14,4 Mrd. Franken online gekauft, was einem Plus von 1,3 Mrd. Franken oder 9,9 Prozent gegenüber 2020 entspreche. Das meldet der Handelsverband.swiss. Mit 12,3 Mrd. Franken kam der Löwenanteil aus dem Inland (plus 11,6 Prozent), während der Online-Auslandseinkauf unverändert bei 2,1 Mrd. Franken blieb. "Der scheinbar unaufhaltsame Wachstumstrend getrieben von asiatischen Angeboten in den Jahren 2015 bis 2019 ist endgültig gebrochen", schreibt der Verband, "der Schweizer Onlinehandel hat über die letzten drei Jahre Marktanteile zurückgewonnen." Im Segment Heimelektronik/Haushaltsgeräte werde rund 50 Prozent online umgesetzt, im Nahrungsmittelsektor 3,8 Prozent.

Amazon: Erfolg gegen gefälschte Bewertungen

Im Februar hatte Amazon Klage gegen die Websites App Sally and Rebatest eingereicht, sie seien "Makler gefälschter Bewertungen" (das "Morning Briefing" berichtete). Jetzt sagte Amazon unter anderem Heise.de gegenüber, sowohl die US-amerikanische als auch die deutsche Website von App Sally böten keine Amazon-Rezensionen mit Anreizen (also gegen Geld oder kostenlose Produkte) mehr an. Bei App Sally seien weiterhin Vermarktungskampagnen für Amazon buchbar, aber keine Bewertungen mehr.

Großbritannien: M&S kauft sich bei The Sports Edit ein
Der britische Kaufhausbetreiber Marks & Spencer hat Anteile am Sportkleidungs-Online-Händler The Sports Edit gekauft. Das sei, so das Unternehmen, die "Fortführung des strategischen Konzentration auf Activewear", The Sports Edit sei "eine ergänzende und mit ihrer aktiven Kundschaft gut im wachsenden Activewear-Markt positionierte E-Commerce-Plattform". Sie werde mit ihrer sorgfältigen Markenauswahl "wertvolle Lernmöglichkeiten bieten", vor allem für die Plattform "Brands at M&S". Die Höhe der Anteile wird nicht genannt.

USA: Online-Apotheke will Preistreiberei beenden
Handelsblatt.com wirft einen Blick auf den US-Arzneimarkt und konstatiert, das System aus mächtigen Großhändlern und fehlender Transparenz führe zu stark überhöhten Preisen. Dem will sich ein neuer Onliner entgegenstellen: Costplusdrugs.com des Milliardärs Mark Cuban verspricht: "Keine Mittler. Keine Preisspielchen. Riesige Einsparungen." Als Beispiele nennt die Startseite "Imatinib" für 17,10 US-Dollar (Liste: 2502,50 Dollar) und "Fluoxetine" für 3,90 Dollar (Liste: 22,94 Dollar). Die Seite arbeitet offenbar mit Partner-Apotheken zusammen und kündigt eine eigene Medikamenten-Produktion an. Das "Handelsblatt" ist leicht skeptisch: "Die amerikanische Pharmabranche [hat] schon andere Kaliber als Mark Cuban ausgesessen."


///// TRENDS & TECH

Twitter führt in den USA "Twitter Shops" ein
Twitternde Händler können in den USA über die neue Funktion "Twitter Shops" die Schaltfläche "Visit Shop" an die Spitze ihrer Tweet-Listen setzen. Wie Tamebay.com schreibt, führen diese Buttons zu neu einzurichtenden Shops der Händler, wo sich bis zu 50 Produkte darstellen ließen. Der Kauf aber laufe über die Händler-Websites. Die Funktion, bisher eine Beta-Version, sei kostenfrei und nicht mit dem "Shop Module" von Twitter zu verwechseln, das fünf Produkte im Twitter-Profil erlaubt. Zu den Ersthändlern gehören Verizon und Gay Pride Apparel – in Deutschland wird die Schaltfläche allerdings nicht gezeigt.

USA: Uber Eats ermöglicht getrennte Rechnungen
Eigentlich gilt "Getrennte Rechnungen, bitte" als Eigenheit der Deutschen, aber auch in den USA scheint sie üblich zu sein: Uber Eats jedenfalls hat in den USA die Möglichkeit des "Group Ordering" in die App gebaut. Damit sei es möglich, gemeinsam zu bestellen, aber getrennt zu zahlen, so Cnet.com.

Geld oder Nutzen: Verbraucher lassen sich ihre Daten abkaufen
Wann sind deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher am ehesten bereit, persönliche Daten herauszurücken? Gegen Rabatte (48 Prozent), für mehr Bequemlichkeit (Convenience, 33 Prozent) oder personalisierte Angebote (18 Prozent). Das hat das "Consumer Barometer" von IFH Köln und KPMG nach einer Umfrage unter 500 Deutschen herausgefunden. Ganz ohne Diskussionen geht es aber nicht: 90 Prozent wünschen sich einen exakten Nachweis über die Verwendung der Daten.

///// NACHHALTIGKEIT

DPD nimmt 150 E-Lieferfahrzeuge in Betrieb
Paketdienstleister DPD hat 150 elektrisch betriebene Lieferfahrzeuge entgegengenommen. Wie das Unternehmen schreibt, sei der Pilotbetrieb erster Fahrzeuge des Typs "Mercedes-Benz E-Sprinter" erfolgreich gewesen, die neuen Wagen kommen an die Standorte Hamburg, Essen und Nürnberg. Dort stehe Ladeinfrastruktur mit Ökostrom aus regenerativen Quellen bereit, die Touren würden so geplant, dass unterwegs nicht nachgeladen werden müsse. Eine Ladung reiche für 128 bis 158 Kilometer. Die Fahrzeuge könnten maximal 849 Kilogramm laden.