Liebe Leserin, lieber Leser, immer mehr Waren werden online bestellt. Nach den Jüngeren entdecken jetzt nämlich die Senioren die Vorteile des Bestellens wieder. Aufgewachsen mit Katalogen hielten sie sich beim Online-Shoppen bislang zurück. Das ändert sich – und trägt zum E-Commerce-Wachstum, aber auch zum Ladensterben in den Innenstädten bei. Da hilft dem Einzelhandel nur eines: digital aufrüsten, der Blick nach China zeigt, wie Online und Offline zusammenrücken.

E-Commerce wächst weiter
Insgesamt 53 Milliarden Euro haben die Bundesbürger laut Handelsverband HDE 2018 online ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von gut 9 % oder 4,4 Milliarden Euro. Vor allem Mode-, Elektronik- und Möbelhändler auf der Fläche bringt das E-Commerce-Wachstum in Nöte, denn ihnen fehlt Umsatz, viele müssen schließen. Das nächste Handelssegment, das nun ins Netz wandert, ist der Heimwerker- und DIY-Markt. Und: Das Wachstum geht vor allem von den älteren Verbrauchern aus. Die entdecken jetzt, das Online-Shoppen so leicht ist wie das bestellen aus dem Katalog.

E-Books werden billiger
Endlich – auch für E-Books soll künftig der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 % gelten. Ein entsprechendes Gesetz hat laut Handelsverband bevh das Finanzministerium gerade auf den Weg gebracht. Es wird ab Anfang 2020 E-Books und auch Hörbücher billiger: zu Weihnachten also lieber Buchgutscheine verschenken.

Schneller liefern, neue Plattformen
Auch die Apotheken begreifen langsam, dass ohne Internet fast nix mehr geht. Die großen Online-Versender rüsten daher auf, bereiten schnellere Lieferungen vor oder werkeln an Marktplätzen und Plattformen. Exciting Commerce hat sich die Pläne mal angesehen: Bemerkenswert.

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INTERNATIONAL

Facebook macht in FinTech
Schon Anfang des Monats ließ Facebook im Handelsregister von Genf ein FinTech namens Libra Networks eintragen, hat Cointelegraph jetzt entdeckt. Zweck der neuen Firma seien "Dienstleistungen in den Bereichen Finanzen und Technologie sowie die Entwicklung und Produktion von Software und der dazugehörigen Infrastruktur", heißt es. Angeblich bastelt Facebook nicht nur an eigenem Payment, sondern auch an einer eigenen Cryptowährung. 

Royal Post setzt auf Paket-Kästen
Pakete so einfach wie einen Brief verschicken: Dazu wird die Royal Post von Großbritannien ab August landesweit 1400 neue Postkästen aufstellen, in die auch Pakete eingeworfen werden können, berichtet Internetretailing. Online-Händler und ihre Kunden sollen so leichter Produkte ver- und zurückschicken können. Bemerkenswert: Laut britischer Post sei  dies die erste Veränderung von Briefkästen seit 160 Jahren. 

LVHM lässt Echtheit prüfen
Der französische Luxus-Konzern LVMH setzt auf die Blockchain, Markenpiraterie zu bekämpfen. In Zusammenarbeit mit Microsoft und Consensys hat LVMH die Plattform Aura aufgebaut, über die Händler und Verbraucher die Produktion von Markenware nachverfolgen können, also die Herkunft von Materialien, Design, Hersteller. Zunächst soll laut Retaildive Aura für Produkte von Luis Vuitton und Parfüme von Christian Dior eingeführt werden.

Ikea beteiligt sich an Marktplatz
Ikea hat in den Marktplatz Livspace investiert, der in Indien Möbel und Dekoartikel anbietet. Livspace wurde 2015 gegründet und will sich nun laut Techcrunch in Indien stärker ausbreiten.

Amazons Deal
Was am Freitag noch Spekulation war, hat sich bestätigt: Amazon führte die siebte Finanzierungsrunde bei Deliveroo an. Der Lieferdienst sammelte insgesamt 575 Milllionen US-Dollar ein, ein Großteil von Amazon. Was den Deal interessant macht, darüber diskutieren gerade die Branchenexperten. Durchaus möglich, dass Deliveroo künftig Amazons Prime Now-Produkte ausliefert und nicht mehr nur Essen. Holyeats fasst die Meinungen zusammen: Interessant


TRENDS & FAKTEN

Googles Dometscher
"Translatotron" heißt die neue Übersetzungsmaschine von Google, die ohne Umweg wie ein Dolmetscher übersetzt, berichtet T3N. Bislang braucht Software dafür noch einen geschriebenen Text, Translatotron indes vermittelt Gespräche und ahmt dabei sogar die Sprechstimme nach. Vielleicht gibt's jetzt bald einen Allround-Kommunicator wie in Raumschiff Enterprise? 

Passt perfekt
Überfällig: Mit Hilfe von Daten will das US-amerikanische Mode-Start-up Law in Motion das Größensystem revolutionieren und besser passende Kleidung produzieren. 10.000 Frauen wurden dafür vermessen und gängige Größen auf unterschiedliche Figuren angepasst. Das kleine Schwarze, das Low in Motion als erstes produkt verkaufen will, gibt's in 99 unterschiedlichen Größen und wird on-demand nach Bestellung auf den Leib geschneidert. Die ganze Geschichte erzählt FastCompany.

Zahl des Tages
Gerademal 800 US-Dollar bekam Ronald Wayne von den Apple-Mitgründern Steve Jobs und Steve Wozniak für seinen 10%-Anteil am Unternehmen. Typischer Fall von zu frühem Verkauf: Wayne trennte sich 1976 von seinem Anteil, hätte er gewartet, wäre er heute Millionär oder gar Milliardär. Apple ist heute rund 900 Milliarden Dollar wert. Die Tagesschau erzählt die Geschichte des dritten Apple-Gründers.

Start-up des Tages
Auf Holz geklopft hat Henrik Roth – und das Material für würdig gefunden, um es zu Hosenträgern, Fliegen und anderen schicken Herren-Accessoires zu verarbeiten. BeWooden heißt sein Start-up, etailment stellt es vor.

Favorit der Leser am Vortag
Was die Zukunft dem Einzelhandel bringt, ist bereits in China zu besichtigen. Wie Smartphones dort Ladengeschäfte mit Online-Shops verbinden, hat sich etailment angeguckt.


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