Mehr Schnelligkeit, mehr Bequemlichkeit, mehr Werte. Weil der Kunde das erwartet. Gerade auf der letzten Meile wird diese Anforderung viele Anbieter in allen Segmenten unter die Nulllinie zwingen. Wer da durchhalten will, muss tiefe Taschen haben. Aber mit Taschen hat ja beispielsweise Zalando Erfahrungen.

///// HANDEL NATIONAL
Zalando wächst weiter deutlich
Zalando schafft weiterhin zweistellige Zuwächse. Der Umsatz im vergangenen Quartal wächst stärker als im Vorjahresquartal, nämlich um 26,7% auf 1,5 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen GMV steigt um 24,6% auf 1,9 Mrd Euro. Das unterstreicht die zunehmenden Bedeutung des Marktplatzgeschäfts. Das trägt vermutlich mit dazu bei, dass Zalando nun 29,5 Millionen (plus 17,5% im Vergleich zum Vorjahr) aktive Kunden erreicht. Auch die Zahl der Bestellungen steigt. Das bereinigte EBIT erreicht 6,3 Mio. Euro, was einer Marge von 0,4% entspricht.
Zalando erwartet weiterhin ein GMV-Wachstum von 20 bis 25% und ein Umsatzwachstum rund um das untere Ende dieser Spanne sowie ein bereinigtes EBIT in der oberen Hälfte der Spanne von 175 bis 225 Mio. Euro. Weiterhin plant Zalando in 2019 mit Investitionen in Höhe von rund 300 Mio. Euro.
Es gibt aber auch Dinge, die sind nicht so rosig. Die durchschnittliche Warenkorbgröße sinkt, der Investitionsaufwand (Capex) ist gestiegen.

Zalando wird nachhaltiger
Wer nicht glaubt, dass Werte wie Nachhaltigkeit unternehmensentscheidend werden, sollte vielleicht Zalando vertrauen. Die wissen meist ganz gut, was so läuft beim Kunden. Also verpflichtet sich der Modehändler jetzt zur Klimaneutralität für das eigene Geschäft, für Lieferungen und Retouren und will bis 2023 in eigenen Verpackungen Einwegplastik abschaffen. Die Eigenmarke Zign wird komplett zur Öko-Marke. Besser jetzt aktiv werden, bevor der Kunde es massiv einfordert  - oder dahin wechselt, wo seine Werte gelebt werden.

Real wird mehr
Wer nicht groß genug ist für tiefe Taschen, der muss sich halt zusammenschließen, hoffen, dass 1 Minion +  1 Minion + 1 Minion ein Mehrfaches ergibt. So rechnet man bei Real und gründet, als erlebe man gerade nicht genügend Abenteuer, das International Marketplace Network. Bei dem andere kleine Minions wie eMag, Cdiscount und ePrice mitmachen und man dann zusammen den Händlern und Kunden eine internationale Bühnen schaffen will. Angesichts des Marktumfelds eher Banana? Wird man sehen. Kommende Woche will man das Netzwerk nun offiziell vorstellen.

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///// INTERNATIONAL

Amazon wird schneller
Vorne sein (siehe Zalando), das kostet Geld. Auch Amazon wird da schmerzfrei sein müssen, wenn Prime Mitglieder nun eine zweistündige Lieferung von Lebensmitteln kostenlos erhalten. Bislang mussten die ja zusätzlich 14,99 Dollar pro Monat bezahlen, um an Amazon Fresh zu partizipieren. Auf Dauer aber bringt das treuere US-Kunden und höhere Einnahmen. In einem anderen Teil des Social-Media-Universum stoppt Twitter-Chef Jack Dorsey gerade jede politische Werbung in seinem Netzwerk. Eine Art Stinkefinger von einem CEO an den anderen.

///// TRENDS & TECH

Facebook verdient prächtig
Facebook, immer perfekter darin, die schlechten Seiten im Menschen zu triggern und auch nicht zimperlich, wenn man mit Lügen-Werbung Geld verdienen kann, machte im vergangenen Quartal mehr Umsatz als erwartet: 17.6 Milliarden Dollar (Das sind 29% mehr Umsatz als im Vorjahr) mit rund 2,5 Milliarden Nutzern und sechs Milliarden Dollar Quartalsgewinn.

Omnichannel Bootcamp ruft
Prof. Dr. Martin Fassnacht von der WHU - Otto Beisheim School of Management - zeigt beim Omnichannel Bootcamp in Düsseldorf, wie man online und offline Kunden im Retail optimal erreicht und Umsatzkanäle nachhaltig kombiniert. Im Fokus stehen die kundenzentrierte Ausrichtung von Strategie, Marketing und Sales mit verschiedenen Fachvorträgen und praktischer Arbeit an Real Life Cases von Unternehmen wie Vorwerk und Karlsberg Brauerei. Die Teilnahme ist auf 50 Führungskräfte begrenzt.

Lesetipp des Tages
Es gibt gute Bücher über und für den Onlinehandel. Es gibt sehr gute Bücher. Und es gibt Bücher, die sind Pflichtlektüre. So wie "Das E-Commerce-Buch" von Alexander Graf und Holger Schneider. Jetzt gibt es eine dritte, vollkommen aktualisierte Auflage. Wir haben es schon bei der 1. und 2. Auflage geschrieben: Es ist ein Super-Buch. Eine Art Bibel für Onlinehändler. Nur ohne die Wunder. Aber dafür magisch. Für Käufer der ersten Auflage gilt: Kann man sich durchaus nochmal gönnen zum neuerlichen lesen.
Offenlegung: ich bin da parteiisch. Das Buch ist in der DFV Mediengruppe erschienen, zu der auch etailment gehört. Und: Ich kenne und schätze Alexander Graf seit vielen Jahren. Grad deshalb aber gilt: Wenn das Buch nichts taugen würde, hätte ich es gar nicht erwähnt. (Alte Kaufmannsregeln)  

Favorit der Leser
Management erfordert eine Vision oder zumindest eine Vorstellungskraft von der Zukunft, sagt Etailment-Experte Professor Jochen Strähle und schaut nach vorne. Da gibt es einiges zu sehen.

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