Die EU-Großbanken wollen sich von US-amerikanischen Bezahlsystemen wie Visa befreien und hoffen, dass sich das EU-Bezahlsystem aus dem Wiederaufbaufond finanzieren lässt. Während Amazon seine Lieferlogistik weltweit hochfährt, stellt Hermes seinen Spezialisten für taggleiche Lieferungen Liefery im Februar ein. Und schließlich setzt auch Drogeriehändler Müller ab Dezember auf den Online-Vertrieb. 

///// HANDEL NATIONAL
Drogeriehändler Müller setzt stärker auf Online-Handel
Im Dezember dürfte es soweit sein: Kunden des Drogeriehändlers Müller bekommen ihre Einkäufe nach Hause geliefert, wenn auch nicht alle Kategorien, berichtet die Lebensmittelzeitung, sondern zunächst lediglich Produkte aus der Parfümerie-, Spielwaren- und Haushaltsabteilung. Bereits im September hatte Müller diesen Schritt angekündigt, der einem Strategiewechsel gleichkommt. Zwar war Müller sehr früh in den Online-Bestellservice eingestiegen (2013), jedoch mussten die Kunden die Waren bisher in einer der mehr als 900 Filialen abholen.  

Logistik-Gruppe Hermes stellt Liefery ein
Aus strategischen Gründen wird die Hermes-Gruppe das 2014 gegründete Start-Up Liefery – ein Spezialist für taggleiche Lieferungen – Ende Februar 2021 dicht machen, berichtet das Handelsblatt. Der profitable, bei Zalando, Rewe, Nespresso und Apple gleichermaßen beliebte Lieferservice passe nicht mehr in die Unternehmensstrategie. 170 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Das Liefergeschäft soll künftig aus der Hermes-Gruppe heraus gestaltet werden. Ob für die bisherigen Kunden bis Ende Februar eine gleichwertige Alternative parat steht, ist unklar. 

Rekordjahr für Deutsche Post
Bereits fünf Wochen vor dem Jahreswechsel hat die Deutsche Post den Vorjahresrekord in der Paketzustellung eingestellt. Im laufenden Jahr seien schon 1,6 Milliarden Pakete transportiert worden, teilte das Unternehmen am vergangenen Freitag mit. Für das Weihnachtsgeschäft werden Corona-bedingt weiterhin große Paketmengen erwartet. Die Deutsche Post empfiehlt deshalb, Präsente möglichst frühzeitig zu verschicken. Damit sie noch rechtszeitig unter dem Weihnachtsbaum landen, sollten sie mindestens fünf Werktage vor Heiligabend aufgegeben werden. 

Vom Pfannen-Blog zum Online-Shop für hochwertige Pfannen
Seit dem Jahr 2016 betreiben Simon Köstler und sein Studienfreund Filip Mierzwa den Blog Pfannenhelden.de. Über 100.000 Leser informieren sich dort monatlich über Küchenpfannen. Nun haben die Gründer ihren eigenen Online-Shop Stur Cookware gegründet und in wenigen Tagen über die Finanzierungsplattform Kickstarter eine Millionen Euro Startkapital eingesammelt. Die Pfannen aus Gusseisen sollen in Deutschland hergestellt werden. 


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///// HANDEL INTERNATIONAL

Black Friday-Bilanz in den USA und anderswo 
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verkauf im stationären Handel in den USA am Black Friday um 52% eingebrochen - viele Geschäfte blieben geschlossen oder verringerten die Kundenfrequenz. Noch schlechter sei der Verkauf am Thanksgiving Day mit Einbußen von 95% ausgefallen, berichtet der Business Insider. Erwartungsgemäß sei der Online-Einkauf jedoch weiter stark gestiegen.
Auch in Deutschland zeichnet sich eine ähnliche Bilanz ab: Während online die Post abging, sank die Kundenfrequenz in den Läden bis zu 30%. 
Der Black Friday wurden in diesem Jahr von Klimaaktivisten stark kritisiert. Greta Thunberg forderte die Menschen auf, kein Zeug zu kaufen, dass sie nicht brauchen. Überkonsum zerstöre die gegenwärtigen und künftigen Lebensbedingungen und den Planeten selbst. 

Amazon Nachrichten durchwachsen 
Die Berichterstattung über die Expansionspläne und Erfolge von Amazon nach dem Black Friday und vor der Weihnachtssaison ist omnipräsent. Mit über 400.000 neuen Mitarbeitern, 80 Frachtfliegern, 50.000 Lieferwagen und 50% mehr Lagerfläche bereitet sich der US-Gigant auf das Weihnachtsgeschäft vor und verspricht seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eine Prämie von 300 US-Dollar. Gleichzeitig regt sich weltweit Widerstand: Mitarbeiter und Umweltaktivisten in 15 Ländern demonstrierten am Freitag gegen die Arbeitsbedingungen und Lohndumping (#MakeAmazonPay). In Deutschland wurden außerdem sechs Lager bestreikt.  

EU-Banken streben Unabhängigkeit von Visa-Card & Co. an 
Raus aus der Abhängigkeit von Visa und Mastercard im internationalen Bezahlverkehr wollen die europäischen Großbanken. Bereits im Jahr 2022 soll das EU-eigene Bezahlsystem starten und 2025 als eigene europäische Marke 65% der Zahlungen in Europa abwickeln. EU-Kommissarin Mairead McGuinness sagte dazu auf der digitalen Bundesbank-Konferenz am Wochenende: ‚‚Wer die Zahlungssysteme kontrolliert, kontrolliert zunehmend unsere digitalisierten Volkswirtschaften." Auch die deutschen Sparkassen sind unter den Treibern der Geldverkehr-Revolte. Zur Finanzierung des Projekts hofft man auf Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufond, berichtet das Handelsblatt.


///// TRENDS & TECH

Neues CRM-System: Peek & Cloppenburg digitalisiert die Kundenbindung
P&C Düsseldorf hat sein Kundenbindungsprogramm ins digitale Zeitalter überführt. Das neue Multipartnerprogramm "Insider" der Töchter Peek und Cloppenburg, Fashion-ID und Anson's wurde komplett inhouse entwickelt. In einem Gastbeitrag spricht Marketingleiter Reinhard Ruch über die Herausforderungen dabei.

Kundenbewertungen wichtigste Qualitätsquelle für Online-Shopper
Wie informieren sich Online-Shopper über die Qualität der angebotenen Produkte? Ganz oben auf der Liste stehen bei 55% einer aktuellen, repräsentativen Bitkom-Umfrage unter 1.105 Internetnutzern die Kundenbewertungen, gefolgt von Preisvergleich- (47%) und Testseiten (39%). Viele Kunden tauschen sich vor dem Kauf aber weiterhin auch mit Familie und Freunden aus (38%). Jeder Zehnte lässt sich stationär im Einzelhandel beraten, kauft dann aber im Web. Erwartungsgemäß sind diese Zahlen altersbedingt unterschiedlich. Kundenbewertungen seien damit eine maßgebliche Entscheidungsgrundlage für die Käufer und ein Wettbewerbsvorteil für die Händler, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Social-Media-Kanäle wie Facebook, Instagram und Pinterest sind weiterhin vor allem für junge Zielgruppen der 16- bis 29-Jährigen (33%) eine veritable Informationsquelle. 

Was es online nun auch gibt...
Gibson, die Kultmarke für Gitarren, eröffnet einen eigenen Online-Shop auf der US-amerikanischen Musikalia-Börse Reverb und verkauft dort Gitarren, die es anderswo nicht zu kaufen gibt wie Vorführgitarren oder Prototypen. Insgesamt 40 Modelle stehen bereits zur Auswahl. 
Ebenfalls in den USA wollen Venture-Capital-Firmen die Gastronomie revolutionieren: Sogenannte Ghost Kitchens, auch bekannt als Virtual oder Cloud Kitchens, versprechen Gastronomen einen völlig neuen Marktzugang, da sie das Betreiben eines voll ausgestatten physischen Restaurants überflüssig machen. Stattdessen mieten sie sich Stunden-, Tage- oder wochenweise in eine professionelle Küche ein, bereiten dort ihre Speisen zu und vermarkten diese ausschließlich über Food-Delivery-Dienste. 
Der Kunstmarkt in Deutschland öffnet sich für den Online-Verkauf, berichtet die Wirtschaftswoche. Besonders bei jungen Talenten sei mit einer großen Wertsteigerung zu rechnen. 

Vorsicht bei smartem Spielzeug
Die Bundesnetzagentur hat zur Vorsicht bei smartem Spielzeug als Weihnachtsgeschenk gewarnt. Die so harmlos und intelligent daherkommenden Spielzeuge und Alltagsgegenstände könnten Abhör- oder versteckte Bildaufnahmefunktionen enthalten. Ist dies der Fall, sind sie in Deutschland verboten. Die Bundesnetzagentur warnt vor folgenden Produktkategorien: Smart Toys, Smartwatches, GPS/GSM-Tracker, sowie Futter- und Leckerli-Automaten.