Was wäre der E-Commerce ohne die E-Mail? Jetzt wird sie 50 Jahre alt: Im November 1971 versandte der US-amerikanische Programmierer Ray Tomlinson die erste elektronische Nachricht, deren Adresse das Zeichen @ enthielt. Herzlichen Glückwunsch, liebe E-Mail! Und verzeih, dass wir Dich immer so kritisch anschauen. Aber Du bist halt auch ein Risiko, da hat Bitkom schon Recht: Nur extrastarke Passwörter, der Verzicht auf sensible Inhalte und das Ignorieren verdächtiger Anhänge machen Mailen sicher. Und vertrauenswürdige Absender, wie der des "Morning Briefings".

///// HANDEL NATIONAL
Transaktionskosten der Übernahme bringen Zooplus ins Minus
Der Bieterwettstreit zwischen den Finanzinvestoren EQT und H&F um die Aktien des Tierbedarfs-Onliners Zooplus war guter Nachrichtenstoff – außer für Zooplus: Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, haben die Sonderkosten der Übernahme das Unternehmen ins Minus geschoben; der operative Verlust (Ebitda) habe im dritten Quartal 26,8 Mio. Euro betragen. Zooplus selbst spricht in der Q3-Mitteilung von "einmalige[n] Transaktionskosten in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags zu Lasten des Ergebnisses". Der Umsatz des Quartals allerdings stieg um 18 Prozent auf 514,0 Mio. Euro, und die ersten neun Monate brachten 1,516 Mrd. Euro Umsatz (plus 17 Prozent) und 15,4 Mio. Euro EBITDA (minus 68 Prozent; jeweils laut Quartalsmitteilung).

HDE: 27 Prozent mehr Umsatz an Black Friday und Cyber Monday
Shopping-Feste boomen genauso wie der Online-Handel insgesamt: Nachdem der "Singles Day" am 11.11. den chinesischen Plattformen neue Rekorde brachte (das "Morning Briefing" berichtete), soll es Ende November auch in Deutschland krachen: Der Handelsverband Deutschland prognostiziert für den "Black Friday" (26. November) und den "Cyber Monday" (29. November) einen Umsatz von 4,9 Mrd. Euro und damit ein Plus von 27 Prozent. Er stützt seine Erwartung auf seinen "Online-Monitor", demzufolge 96 bzw. 80 Prozent der Online-Shopper die beiden Tage kennen und 46 bzw. 33 Prozent die Aktionen nutzen wollen. 1,2 Mrd. der 4,9 Mrd. Euro sollen Ausgaben für Weihnachtsgeschenke sein.

Galaxus meldet Nachfrage-Boom für E-Auto-Ladestationen
Das Schweizer Online-Händler Galaxus führt Ladeausrüstung für E-Autos im Programm und nimmt offenbar den Nachfrage-Schwung dieser Branche mit: Nach eigenen Worten hat sich 2021 im deutschen Shop die Nachfrage nach E-Auto-Ladestationen verdreifacht. Galaxus.de habe zudem viermal mehr Ladekabel verkauft als zuvor. Die meisten E-Auto-Ladestationen gingen nach Bayern, gefolgt von Brandenburg, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Das Lieferketten-Dilemma im Handel: Jetzt ist die Politik gefordert
Ausverkaufte Artikel, Lieferzeiten von mehreren Wochen oder gar Monaten: Immer mehr Konsumenten fürchten um die Geschenke unterm Christbaum – und der Handel um sein Jahresendgeschäft. Die aktuellen Lieferkettenprobleme sind kein vorübergehendes Phänomen, sondern eine "tickende Zeitbombe" für unseren Wohlstand, sagt Etailment-Experte Professor Gerrit Heinemann. Er beleuchtet die verschiedenen Ursachen hinter den Lieferproblemen im Handel und erklärt, warum die Politik jetzt reagieren muss.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Ebay verkauft Korea-Geschäft an Emart
80,01 Prozent der Ebay-Geschäfte in Korea gehören jetzt Emart, dem laut "Wikipedia" größten Einzelhandelsunternehmen in Südkorea. Wie Ebay mitteilt, wurden die Anteile unter anderem an G-Market, IAC und G-9 für einen Bruttoerlös von rund 3,0 Mrd. US-Dollar abgegeben. Zu den Gründen äußert sich Ebay eher schwammig: Der Zusammenschluss bedeute "für das koreanische Geschäft von Ebay enorme Chancen", und Ebay wolle sich "mit dieser Übernahme weiter auf das Wachstum unseres Kernmarktes konzentrieren". Für Emart ist die Sache dagegen klarer: Nach Einschätzung von Tamebay.com hole das Unternehmen gegenüber Coupang auf, dem größten E-Commerce-Unternehmen der Region, und könne Online und Stationär zu einem "360-Grad-Ökosystem" verknüpfen.

Benelux: Bol.com soll 2022 an die Börse
Der niederländische Handelskonzern Ahold Delhaize will seine Online-Plattform Bol.de im Laufe des zweiten Halbjahres 2022 an die Börse bringen, aber die Mehrheit behalten. Wie Boerse.de und Lebensmittelzeitung.net schreiben, soll das weiteres Wachstum ermöglichen. Bol.com ist den Medien zufolge der größte Online-Händler in der Region Benelux mit (laut LZ) geplanten fünf Mrd. Euro Umsatz im laufenden Jahr. Bis 2025 solle sich der Umsatz verdoppeln und die Online-Sparte profitabel arbeiten.

USA: Online-Großhändler Faire erhält 400 Mio. US-Dollar
In einer Finanzierungsrunde (Serie G) hat der US-amerikanische Online-Großhandels-Marktplatz Faire 400 Mio. US-Dollar erhalten, so Fashionunited.com. Das hebe die Gesamtfinanzierung auf mehr als eine Mrd. Dollar. Faire wolle das Geld außer für mehr Mitarbeiter auch für die internationale Expansion nutzen. Faire wurde 2017 gegründet und sitzt in San Francisco; die deutschsprachige Seite wirbt mit 40.000 Marken, Details zur Expansion nach Europa finden Sie auch auf etailment.

Zwei Amazon-Meldungen in Kürze
  • Für alle, denen Selbstlob nichts ausmacht ("die kundenzentrierteste Apotheke der Welt"), erklärt Amazon die Funktionsweise seiner Online-Apotheke – vor allem in den USA, denn es geht unter anderem um Hersteller-Gutscheine, Rabattprogramme und die Möglichkeit, die wichtigsten Medikamente für einen US-Dollar pro Monat zu erhalten.
  • Im US-Bundesstaat Kalifornien habe sich Amazon verpflichtet, eine Geldstrafe von 500.000 US-Dollar zu bezahlen, weil – grob zusammengefasst – das Benachrichtigungssystem im Falle von Covid-Infektionen nur lückenhaft sei, berichten der Amazon-Watchblog des Händlerbunds wie auch Businessinsider.com.

///// TRENDS & TECH

GfK sieht datengestützte Entscheidungen im Kommen
"Datengestützte Entscheidungen sind vor dem Hintergrund der disruptiven Veränderungen und einer zunehmend polarisierten Gesellschaft der einzige zukunftssichere Weg für den Handel": Mit dieser Aussage wird Michael Müller von der GfK heute auf der Bühne des Handelskongresses Deutschland stehen, wie GfK gestern ankündigte. Technische Gebrauchsgüter beispielsweisewürden inzwischen zu 46 Prozent über das Internet gekauft, zudem seien die Websites der Händler innerhalb von zwei Jahren zum wichtigsten digitalen Touchpoint geworden, wobei Social-Media-Kanäle gleichzeitig stark an Reichweite gewönnen. All das erfordere flexible Reaktionen – idealerweise datengestützt. Man muss wissen: GfK verkauft genau diese Daten.

Datensicherheit: "Das beste Passwort ist kein Passwort"
Mit dem Black Friday steht nicht nur das Weihnachtsgeschäft in den Startlöchern, auch Cyber-Kriminelle bringen sich verstärkt in Position. Okta, Anbieter von cloudbasierten Lösungen für das Identity und Access Management, gibt sieben Tipps für sichere Kommunikation mit den Kunden: Dazu gehören eine einfache Erstregistrierung, Social-Login-Optionen, die Authentifizierung per App statt per Passwort, und ein möglichst einfacher Passwort-Reset.

///// NACHHALTIGKEIT

Marks & Spencer verleiht jetzt Mode
Das britische Kaufhausunternehmen Marks & Spencer hat am gestrigen 16. November einen Kleiderverleih eröffnet, zunächst testweise, wie das Unternehmen schreibt. Die erste zu mietende Charge bestehe aus 40 Damenkleidern der Eigenmarken "Autograph" und "M&S X Ghost". Sie kosteten im Verkauf 69 bis 299 britische Pfund und seien im Verleih für 13 Pfund für vier Tage zu haben. Der Verleih läuft über die Website Hirestreet, an deren Betreiber Zoa Group Marks & Spencer eine Beteiligung hält (über sein M&S & Founders Factory Joint Venture). Laut Textilwirtschaft.de sind die britischen Luxuskaufhäuser Selfridges, Harrods und Harvey Nichols bereits im Markt für "zirkuläre Mode" unterwegs, mit Marks & Spencer folge jetzt eine Kette klassischer Innenstadt-Kaufhäuser.