Noch ist die Frankfurter Einkaufsmeile Zeil täglich voller Menschen. Schon bald aber könnte auch hier die Virusvariante gepaart mit den Warnungen den Weihnachtsshoppern die Flanierlaune verderben. In London ist das schon so. Um 15,2 Prozent sind die Besucherzahlen in den berühmten Einkaufsstraßen der Innenstadt in der vergangenen Woche gefallen. Ab gestern gilt in Großbritannien wieder die Home-Office-Pflicht. Experten rechnen mit weiteren Rückgängen und "back to online" für den Shopping-Endspurt zu Weihnachten. 

///// HANDEL NATIONAL
Ebay Deutschland eröffnet digitalen Weihnachtsmarkt
Glühwein gibt es nicht, aber Glühweingewürz: Ebay Deutschland hat einen Marktplatz programmiert, auf dem weihnachtliche Waren lokaler Händler zu finden sind, und nennt es "digitaler Weihnachtsmarkt". Das Ganze ist Teil der Initiative "Ebay Deine Stadt". Teilnehmer- oder Angebotszahlen nennt Ebay nicht. (Nur Gesamtzahlen: 26 deutsche Städte und Regionen, deren insgesamt rund 7.000 teilnehmende Händler*innen seit April über 5,5 Millionen Produkte verkauft haben.)

+++Anzeige+++

Erfahren Sie vom Schweizer Experten für Luxusuhren Bucherer, wie er mit den Herausforderungen der Pandemie umgeht. Maria Pfeifer berichtet aus erster Hand, wie nahtlos verknüpfte und personalisierte Einkaufserlebnisse nach dem Kauf realisiert werden. Außerdem stärken flexible Versandoptionen, aber auch Möglichkeiten wie Click & Collect die Kundenbindung und sorgen für mehr Umsatz im Unternehmen. Alle Details im Webinar.

Logistiker: Impfpflicht könnte Fahrermangel verstärken
Eine allgemeine Impfflicht könnte zu weiteren Lieferketten-Problemen führen – so der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV). Tagesschau.de zitiert Hauptgeschäftsführer Frank Huster, mögliche Folge einer Impfpflicht sei, dass Tausenden Fahrern die Einreise nach Deutschland verweigert werde, weil sie Impfstoffe erhalten haben, die in der EU nicht anerkannt seien, etwa Sputnik. Der DSLV schlägt auch eine Lösung vor, nämlich ungeimpften Fahrern aus dem Ausland ein Impfangebot zu machen. Das müsse vor Einführung einer Impfpflicht geklärt werden.

Amazon will Produktfälschern das Handwerk legen
Auf Onlinemarktplatz.de hat Amazon eine Stellungnahme zu seinem Vorgehen gegen Produktfälscher veröffentlicht. Allein im Jahr 2020 habe man 10.000 Mitarbeiter und 600 Mio. Euro zur Bekämpfung von Betrug, Fälschungen und Missbrauch eingesetzt, heißt es dort. Außerdem habe im vergangenen Jahr die Counterfeit Crimes Unit (CCU) ihre Arbeit aufgenommen, die mit Gerichten und Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite. Auch mit Zollbehörden wolle man kooperieren. 


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon-Lager in Illinois von Tornado getroffen
Sechs Menschen starben am Sonntag in den Trümmern eines Amazon-Lagers in Edwardsville, Illinois. Bildern und Berichten zufolge raste der Tornado quer durch das Gebäude. Die Tornadowarnung der Behörden sei lediglich 30 Minuten vorher bei Amazon eingegangen, schreibt der Business-Insider. 45 Personen konnten sich demnach mit leichten Verletzungen in Sicherheit bringen. Wie viele Menschen im Gebäude gewesen sind, sei jedoch unklar. 

Alibaba-Nachrichten in Kurzform:
  • Alibaba hat eine Frau entlassen, die einem Vorgesetzten sexuellen Missbrauch auf einer Geschäftsreise im Juli vorwirft, schreibt die New York Times. Es handele sich um Falschinformationen, heißt es in einem Brief des Online-Riesen an die Angestellte.
  • 100 Mio. US-Dollar hat Alibaba in einer Finanzierungsrunde für seine im Jahr 2018 gegründete Supermarktkette T11 eingespielt, die sowohl online als auch offline aktiv ist. 


///// TRENDS & TECH

Weihnachtsgeschäft laut BEVH: Bisher "erstaunlich ,normal'"
Das Weihnachtsgeschäft im deutschen Online-Handel läuft "erstaunlich ,normal' für ein Jahr, das kaum chaotischer hätte sein können" – so der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) zur Marktlage aus dem Oktober und November 2021 (mit Black Friday, ohne Cyber Monday). Der Umsatz liege mit 20,1 Mrd. Euro um 15,8 Prozent über den Vorjahresmonaten, nach einem Plus von 17,5 Prozent im Vorjahr. Langfristig nähere sich die Umsatzentwicklung dem gewohnten Wachstumskorridor aus Vor-Pandemie-Zeiten an. Beispiel Kleidung: Laut Textilwirtschaft.de lag der Umsatz um 17,3 Prozent im Plus (4,2 Mrd. Euro), nach einem Plus von 20,5 Prozent in den Vorjahresmonaten.

Weihnachtsgeschäft laut IDH: Angebote im Mittelpunkt
Die Umfrage der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH) kommt zu etwas vorhersehbareren Ergebnissen als der BEVH: Die Deutschen nutzten gezielt digitale Angebotsportale für Weihnachten, beispielsweise schauten 34 Prozent, ob bestimmte Artikel, wie zum Beispiel Weihnachtsgeschenke, im Angebot sind. Insgesamt versuche 77 Prozent der Befragten, Geschenke dann zu kaufen, wenn sie im Angebot sind. Und zwar bevorzugt bei Handelsketten stationär (53 %) oder online (31 %) sowie in kleineren Läden (26 %). Zusätzlich seien 51 Prozent auch auf den großen Online-Plattformen unterwegs.

Verbraucher wollen personalisierte Kommunikation
Durchschnittlich zwölfmal pro Tag erhalten Verbraucher:innen Mitteilungen von Unternehmen, denen sie beim Einkauf ihre persönlichen Daten zur Verfügung gestellt haben, jeder zehnte sogar 25mal. Ob per E-Mail, SMS, als Beitrag in sozialen Medien oder über gezielte Werbeanzeigen - eine individuelle Ansprache ist das in der Regel nicht. Dabei wünschen sich Verbraucher genau das, zeigt eine repräsentative Umfrage von Opinium im Auftrag von Treasure Data. 

Digitalisierung im Großhandel
Welche Chancen die Digitalisierung bietet, beleuchten die Experten von Comarch in dem Webcast „Digitalisierungschancen im Großhandel“, der ab sofort kostenfrei zum Abruf zur Verfügung steht. Thomas Böing, Presales Consultant ERP, und Frank Siewert, Vorstand Sales und Presales Consulting, beide Comarch, sprechen über die Digitalisierung von Logistikprozessen (Asset Tracking & Sensortechnik) und die Datenanalyse mit Business Intelligence (BI) und Künstlicher Intelligenz (KI) in der Vertriebsplanung und -prognose. 

///// NACHHALTIGKEIT

Fashion for Good will Polyester recyceln
Mehr als 52 Prozent des globalen Fasermarktes besteht aus Polyester, der sich nicht kompostieren lässt. Deshalb landen Textilprodukte aus Polyester auf Mülldeponien oder werden verbrannt. Beides ist schlecht für die Umwelt. Die niederländische Innovationsplattform Fashion for Good will dem Kunststoff jetzt mit chemischen Recyclingtechnologien an den Kragen und deren Finanzierung und Umsetzung in der gesamten Branche fördern.