So dünn wie heute, ist die Nachrichtenlage selten. Es beginnt die Zeit der Jahresrück- und -Ausblicke, wobei doch schon alles gesagt zu sein scheint. Während sich die Deutschen zuhause bei Puzzle und Geduldspielen eingraben (Ebay-Jahresrückblick), erwartet Stanford-Professor Niall Ferguson einen gigantischen Einkaufsrausch seiner Mitbürger, der alle wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in einer kollektiven Amnesie vergessen lässt.

///// HANDEL NATIONAL
Amazon müllt die Weltmeere zu
Umweltschützern ist der Online-Handel wegen des Verpackungsmülls und damit auch Amazon als größter Online-Händler weltweit ein Dorn im Auge. In der neuen Studie der Umweltorganisation Oceana wird Amazon vorgeworfen, allein für 10.000 Tonnen neuen Plastikmüll in den Weltmeeren im Jahr 2019 verantwortlich zu sein. Amazon bestreitet das. Der Plastikmüll sei drastisch falsch berechnet worden.

Ebay-Jahresrückblick: 2020 dreht sich alles um das eigene Zuhause
Wie heißt es so schön: My home is my castle! Im Pandemiejahr 2020 haben die Deutschen daraus ‚‚my home is my office" gemacht. Entsprechend stiegen die Suchanfragen auf Ebay insbesondere nach Webcams für Online-Meetings (+2.149%), Notebook- und Desktopzubehör (+124%) sowie Bürostühle (+100%), zeigt der Jahresrückblick 2020. Außerdem bestätigt er den Heimwerker- und Fitnessboom. Ein Novum befördert die Auswertung aber doch an den Tag: Waren im Frühjahr und Sommer Videospiele und VR-Brillen gefragt, stehen in Herbst und Winter Puzzle und Geduldspiele (+393%), Sammelkarten (+437) und Schach (+43%) ganz oben auf der Suchliste.

Marktguru steigt ins Online-Cashback-Geschäft ein
Der Münchner Smart-Shopping-Spezialist Marktguru erweitert seine App um einen Cashback-Service. Für Nutzer der Prospekt- und Sonderangebotsplattform wurden zum Start des neuen Zahlungsfeatures Online-Deals von mehr als 2.000 Herstellern und Händlern aus unter­schiedlichsten Branchen integriert. ‚‚Markguru positioniert sich damit als ganzheitlicher Omnichannel-Lösungspartner für Hersteller und Handel", erläutert Geschäftsführer Dr. Marc-Etienne Geser die Unternehmensstrategie in einer Pressemitteilung. 


– Anzeige –

Der Handel sollte jetzt handeln
Corona hat das Leben verändert – privat als auch geschäftlich: Restriktionen in den Geschäften und die Verlagerung von Umsätzen in Online-Shops stellen den Handel vor besondere Herausforderungen. Doch mit speziellen Cloud-Lösungen kann er schnell und flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Mehr.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Amazon will Vortritt bei Impfungen seines Personals
Gestern häuften sich die Nachrichten von Corona-Fällen in deutschen Amazon-Lagern, heute fordert Amazon die US-Regierung auf, die Impfung seiner Mitarbeiter vorzuziehen. Der Grund: Die Mitarbeiter könnten nicht von zuhause aus arbeiten. Allein in den USA beschäftigt Amazon 800.000 Personen.

Expertenberatung online erfolgreich
Das britische Uhrenspezialist Watches of Switzerland berichtet von einem Online-Boom für Luxusuhren im Corona-Jahr. Mehr als 65% sei der Umsatz im E-Commerce in den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahrs gestiegen. Der Erfolg sei auch auf eine ganze Reihe von Online-Chat und -Beratungstool zurückzuführen, unter anderem arbeite man mit Zoom für virtuelle Beratungen. 

Accenture-Studie: Lieferzeiten in den USA im Jahr 2019 stark gestiegen 
Durchschnittlich 2,8 Tage brauchten Online-Händler in den USA im vergangenen Jahr für die Lieferung an ihre Kunden, das ist ein Tag länger als noch 2018. Keiner, der 119 Händler war in der Lage, am selben Tag zu liefern, heißt es im Report der Unternehmensberatung Accenture. Die besten Lieferzeiten erzielten Top-Marken wie Zara, The North Face, Staples, Zappos und Patagonia. Bei mehr als 21% der untersuchten Händler kam die Ware erst innerhalb einer Woche an.
 

Online-Automarkt konsolidiert sich
Der britische Auto-Online-Händler Cazoo schluckt die ebenfalls in Großbritannien ansässige Auto-Abo-Plattform Dover. Ziel des Deals sei die Expansion in Europa, wo Dover bereits in Bukarest, Lissabon und Paris vertreten ist. Außerdem ergänze das Abo-Geschäft die eigene Verkaufsplattform, heißt es bei Cazoo. Den Preis für die Übernahme verrät das Unternehmen nicht. 

Hinter der Maske ist vor der Maske mit ‚‚Be your Selfie"
Der Maskenhersteller Friendlyface aus Seattle produziert Masken auf der Basis von Selfies und will das eigene Lächeln wieder auf die Gesichter zaubern. Dafür laden die Kunden ihr lächelndes Selfie auf die Plattform hoch und suchen sich ein Design für die Kinnpartie der Maske aus. Die Maske sei ein fotografisches Abbild des Originals, verspricht die Firma. Kostenpunkt: 29 US-Dollar. 

Google darf Fitbit übernehmen
Unter Auflagen haben die Wettbewerbshüter der EU-Kommission der Übernahme des Produzenten von Fitnessgeräten Fitbit durch Google zugestimmt. Die über Fitbit-Geräte generierten Daten dürfen nicht für die Optimierung des Anzeigengeschäfts von Google genutzt werden. Auch muss es Fitbit-Nutzern möglich sein, die Dienste von Google abzuschalten.


///// TRENDS & TECH

Vision Marketplace-Commerce: So kann es aussehen
Nutzerfreundlichkeit, personalisierte Angebote, flexible Fulfillment-Optionen: Im Fokus jeder digitalen Strategie muss der Kunde mit seinen Bedürfnissen stehen. Für Händler, die die Welt des E-Commerce gerade erst erschließen, kann eine Omnichannel-Plattform mit Marketplace-Funktion die Lösung sein. Etailment-Experte Steven Bailey erklärt, was bei der technischen Umsetzung zu beachten ist.

Neue Startups mit guten Ideen
Die Medien sind voll von Berichten über Rekordinvestitionen in Startups aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Nachrichtenportal deutsche.startups.de stellt in einer aktuellen Meldung sieben weitere Gründungen mit guten Ideen vor, darunter Talaa zum Ausleihen von Dingen des täglichen Lebens, Niqa Cosmetics mit Halal-Kosmetik und Visense, das die Ferndiagnose von Maschinen möglich macht. 

Alibaba-Podcast zur Entwicklung des Luxusmarktes in China
Der chinesische Anteil am Luxusmarkt wird sich im Jahr 2021 verdoppeln, das ist die Prognose des China Luxury Report 2020. Dabei hat sich der Einkauf von Luxusartikeln nunmehr auf den Online-Einkauf in China verlagert – zuvor wurde Zweidrittel der Ware im Ausland gekauft. Insgesamt ist der Einkauf von Luxusartikeln im Corona-Jahr aber auch in China zurückgegangen. Im Alicast-Podcast berichtet Bruno Lannes, Co-Autor der Studie und Senior Partner bei Bain & Co., über viele weitere Trends im Online-Handel in China

Pandemie wird keine wirtschaftlichen Schäden hinterlassen
Während der Pandemie haben die Haushalte zwangsweise gespart. Diese Reserven werden nach der Pandemie für Einkaufstouren mit gigantischen Ausmaßen sorgen, prognostiziert der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson im Gespräch mit dem Handelsblatt. Der Stanford-Professor sieht keine nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden auf die USA und die Welt zukommen, vielmehr setze eine kollektive Amnesie ein, durch die die Menschen auch andere Pandemien und Kriege überstanden hätten.