Der Ausfall der Zahlungsterminals in der vergangenen Woche mit den heute noch anhaltenden Auswirkungen wird den Handel noch eine Weile beschäftigen. Auch wenn die Technik wieder ohne Einschränkungen läuft, muss die Ursachenforschung weiter gehen. Der HDE fordert eine genaue Aufarbeitung, es müsse über die standardmäßige Einführung von Notfallmechanismen nachgedacht werden. Es gehe um die Untersuchung der Resilienz der unbaren Zahlungsarten, das Vertrauen von Handel und Verbrauchern sei groß und daran müssten alle Seiten arbeiten.

///// HANDEL NATIONAL
Starker Rückgang des Einzelhandels im April
Der Einzelhandel verzeichnete im April wieder deutlich niedrigere Umsätze. Im Vergleich zum Vormonat ging es um 5,4 Prozent nach unten. Insgesamt bedeutet das nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts den niedrigsten Stand seit Februar 2021. Das Minus gegenüber dem Vorjahresmonat liegt bei 0,4 Prozent. Bei den nicht preisbereinigten Umsätzen liegt aber ein Plus von 6,2 Prozent vor, wobei die Differenz auf den hohen Preissteigerungen im Einzelhandel basiert. Ein Plus gab es für den Internet- und Versandhandel von März 2022 auf April in Höhe von 5,4 Prozent, gegenüber April 2021 ging es aber um 9,6 Prozent nach unten. Wesentliche Besserungen sind nicht zu erwarten. Nach den Zahlen des Ifo Instituts beklagten 80,1 Prozent der Einzelhändler im Mai Lieferprobleme. In allen Branchen fehlten Waren, dies könne sich länger hinziehen.

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Software als Turbo für schnelles Wachstum im E-Commerce
Einen Need in der Gesellschaft erkennen, eine Lösung anbieten und damit erfolgreich werden. So stellen sich viele E-Commerce Gründerinnen und Gründer ihren Weg vor. Doch der Alltag entpuppt sich oft als monotones Abarbeiten. Dabei liegen hier genau die vermeintlichen Pain-Points, die zu Erfolg oder Misserfolg eines Startups beitragen. Mit smarter Software gelingt der Durchbruch. Mehr lesen


Gorillas startet Handelspartnerschaft mit Alnatura
Vom 10. Juni können Gorillas-Kunden auch Produkte von Alanatura bestellen. Durch eine Handelspartnerschaft der beiden Unternehmen stehen bei dem Lieferdienst rund 250 Produkte der Bio-Supermarktkette zur Wahl. Die Bestellung kann über die App von Gorillas erfolgen. Nach Angaben von Gorillas erhöht sich der Anteil von Bio-Produkten auf 15 Prozent des Gesamtangebots. Die Partner hatten die Kooperation in den vergangenen zwei Monaten in Nordrhein-Westfalen getestet.

Tegut liefert jetzt auch im Großraum Fulda
Tegut erweitert die Zahl seiner Liefergebiete und bietet den Lieferservice nun auch am Unternehmenssitz in Fulda an. Das Liefergebiet umfasst neben der Stadt die Umgebung mit Hünfeld, Schlüchtern, Bad Brückenau und der Rhön. Kunden können das reguläre Programm eines Supermarkts der Kette bestellen, dazu gehören auch frische Lebensmittel und Produkte aus der Frischetheke, der Mindestbestellwert beträgt 20 Euro. Der alte Haken bleibt aber bestehen: Zur Verfügung steht der neue Service nur Mitgliedern von Amazon Prime, die Bestellung ist online oder über die Amazon-App möglich.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Seattle sichert Kurieren als erste US-Stadt Mindestlohn
In Seattle wurde als erster Stadt in den USA ein Mindestlohn für die Mitarbeiter der Lieferdienste festgeschrieben. Er liegt bei 17,27 US-Dollar pro Stunde und tritt 2023 in Kraft. Die Festsetzung der Rate hat mehr als ein Jahr gedauert. Lieferanten bei den Lebensmitteldiensten Uber East und Grubhub werden pro Fahrt bezahlt, dazu kommt noch das Trinkgeld, meldet Business Insider. Ziel seien auch eine höhere Transparenz und ein Schutz für die Flexibilität der Kurierfahrer. Die Initiatoren des Mindestlohns im Stadtparlament fordern, dass die Städte auf die sich ändernden Bedingungen in der Wirtschaft reagieren.

Levi Strauss erhöht die Umsatzprognosen
Bei Levi Strauss herrscht großer Optimismus. Die Unternehmensleitung hat die Umsatzerwartungen für den Zeitraum bis 2027 von ursprünglich vier bis sechs Prozent auf sechs bis acht Prozent heraufgesetzt, meldet CNBC. Unverändert liegen die Prognosen des Jeansproduzenten für das Geschäftsjahr 2022 auf einer Spanne zwischen elf und 13 Prozent. Bis 2027 solle der Direktvertrieb auf einen Anteil von 55 Prozent ansteigen, den Umsatz im Online-Handel will das Management verdreifachen. Im vergangenen Geschäftsjahr habe der Anteil des Direktvertriebs bei 36 Prozent gelegen, der E-Commerce erreichte 22 Prozent des Gesamtumsatzes von 5,8 Milliarden US-Dollar. In der Zeit vor Corona sei der Online-Handel nach Unternehmensangaben ein Verlustgeschäft gewesen. Die Zuversicht beruhe auf den aktuellen Trends, die Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Situation werde die Nachfrage nach Jeans nicht schwächen.

Victoria's Secret baut den Online-Shop zum Marktplatz um
Online-Kunden von Victoria's Secret haben in Zukunft eine wesentlich größere Auswahl, denn auf dem neuen Marktplatz sind 19 weitere Marken zu finden. Dabei sollen die Unternehmen, von denen 75 Prozent von Frauen gegründet wurden oder geführt werden, die Ziele von Victoria's Secret in Bezug auf Innovation und Inklusion verfolgen. Der Wäschehersteller möchte mit der Aufnahme der externen Hersteller Produktfelder abdecken, in denen der US-Konzern nicht tätig ist. Zu den Partnern gehören Marken wie der Anbieter von Bademode Bfyne der nigerianisch-amerikanischen Designerin Buki Ade, aber auch der Hersteller nachhaltiger Bademode Baobab. Dabei sollen die Marken immer wieder ausgetauscht werden, informiert werden die Kunden in den sozialen Medien oder einem Newsletter, ein Schritt für eine engere Kundenbindung.


///// TRENDS & TECH

Corona stärkt das Zusammenspiel von E-Mail und E-Commerce
E-Mails spielen beim Online-Einkauf eine wesentliche Rolle und nach den Zahlen einer Untersuchung von Annalect hat sich dieser Zusammenhang im Laufe von Corona noch weiter verstärkt. Die Spezialisten der Omnicom Media Group Germany für technologie- und datengetriebenes Marketing haben dieses Phänomen im Auftrag von United Internet Media im Rahmen einer Umfrage unter mehr als 2.000 Personen analysiert. Rund 25 Prozent dieser Verbraucher, die mindestens einmal im Jahr online einkaufen, haben zur Anmeldung beim Online-Shop die E-Mail-Adresse genutzt. 90 Prozent der Befragten bevorzugen ihr E-Mail-Konto für den Erhalt weiterer Informationen. Für 77 Prozent stellt dies den schnellsten und einfachsten Kommunikationsweg dar. 61 Prozent nutzen das Postfach zur Aufbewahrung der Verkaufsunterlagen, für 70 Prozent ist der Einkauf ohne E-Mail nicht möglich.

Gucci startet den Verkauf auf Roblox
Seit Mai 2021 ist Gucci auf der Online-Spieleplattform Roblox vertreten, nun folgt dem Gucci Garden die Gucci Town. Dazu gehört neben einer virtuellen Galerie und einem Cafe auch ein virtuelles Geschäft, schreibt Retail Dive. Dort könnten Kunden der Luxusmarke einkaufen oder ihre Avatare die Gucci-Kleidung testen lassen. Gucci wolle so stärker im Metaverse aktiv werden und die Verkaufsmöglichkeiten testen, der Aufbau sei in Zusammenarbeit mit einigen Roblox-Entwicklern erfolgt.

"Local-Expectation-Management": Wie Händler lokale Vorlieben als Wettbewerbsvorteil nutzen
Dirndl in Düsseldorf, Weißwurst in Wuppertal: Was im Süden ein Gähnen hervorruft, kann im Norden ein Knüller sein. Nur wer das Sortiment auf die lokale Kundschaft maßschneidert, schöpft sein Absatzpotenzial voll aus - und kann Kunden erfolgreich binden. Etailment erklärt, wie lokale Differenzierung gelingt.


///// NACHHALTIGKEIT

Klimaneutralität gewinnt Bedeutung für den Handel
Der Handel wird in Fragen der Klimaneutralität aktiver und ergreift nach den Ergebnissen der neuen Studie "Klimaneutralität im Handel und für weitere Unternehmen" von EHI und Microsoft verstärkt die erforderlichen Maßnahmen. Aktiv werden die Handelsunternehmen beim Umstieg auf regenerative Energiequellen. So wollen laut Studie 32 Prozent von ihnen die Photovoltaik-Leistung auf den Dächern der Geschäfte in den nächsten fünf Jahren um 100 Prozent steigern, 41 Prozent planen eine Verdoppelung bis Vervierfachung, für 18 Prozent kommt eine Steigerung um bis auf das Zehnfache in Frage. Als Ansatzpunkte für eine höhere Energieeffizienz wird auch eine stärkere digitale Vernetzung der Heiz- und Kühlsysteme genannt, hier liege ein Einsparpotenzial von 29 Prozent. Die Autoren der Studie empfehlen eine umfassende Analyse aller Prozesse der Wertschöpfungskette, die Verantwortung sollte zentral bei der Geschäftsführung liegen.