Es gibt keine Wirtschaftsbranche, die nicht vom Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine betroffen ist. Auch Logistik und Transport stehen vor großen Problemen, besonders die deutschen Seehäfen sind betroffen. In den ersten elf Monaten 2021 war Russland mit 24,1 Millionen Tonnen von insgesamt 265,3 Millionen Tonnen der größte Handelspartner der deutschen Seehäfen, gefolgt von Schweden mit 23,7 Millionen. Auch hier zeigen sich die Gefahren einer starken Konzentration auf einen Partner und einer zu schwachen Diversität, wie sie auch bei der Energie immer deutlicher wird. Die Politik ist gefordert, doch müssen sich auch alle anderen Beteiligten innerhalb kürzester Zeit zusammensetzen und eine gemeinsame Strategie entwickeln.

///// HANDEL NATIONAL
Der Einzelhandel erholt sich
Nach einem schwachen Abschluss des Vorjahres konnte der Einzelhandel im Januar nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts wieder aufholen. Gegenüber dem Vormonat ging es trotz der in diesem Zeitraum noch gültigen 2G-Regeln um zwei Prozent nach oben. Im Vergleich zum Januar 2021 waren die Umsätze um 10,3 Prozent höher. Einen Grund hierfür sehen die Statistiker in der Erhöhung der Mehrwertsteuer vom Dezember 2020 zum Januar 2021. Daher hätten viele Verbraucher ihre Anschaffungen in den Dezember 2020 vorgezogen. Auch beim Blick auf die Zeit vor der Coronakrise im Februar 2020 weisen die Umsätze ein Plus von 4,1 Prozent auf. Ein geringes Umsatzplus von 0,7 Prozent zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 melden die Statistiker für den Online-Handel. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat gab es einen Rückgang von neun Prozent.

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Self-Scanning im Supermarkt: Mit reibungslosen Abläufen zum smarten Einkaufserlebnis
Beim Self-Scanning erfassen Kunden ihre Waren im Geschäft per App, über die dann auch die Bezahlung läuft – ohne Halt an der Kasse. Vorausgesetzt, dass alle Produkte entsprechend mit Barcodes gekennzeichnet und in das Warenwirtschaftssystem integriert sind. Viele Produkte, wie Importware, unverpackte oder lokale Lebensmittel müssen daher im Supermarkt flexibel mit Etiketten gekennzeichnet werden. Mehr lesen


IT-Unternehmen unterstützen Sanktionen gegen Russland
Die deutsche Digitalwirtschaft steht hinter der Sanktionspolitik von Bundesregierung und EU gegenüber Russland. 96 Prozent einer nicht-repräsentativen Umfrage durch Bitkom unter 100 Unternehmen unterstützen die Sanktionen, 66 Prozent wären mit möglichen Verschärfungen einverstanden. 49 Prozent der Unternehmen erwarteten einen Umsatzrückgang, 13 Prozent seien bereits von den Sanktionen betroffen. Die Forderungen nach staatlicher Unterstützung seien bislang noch gedämpft, meldet der Verband. Direkte Zuschüsse seien für 36 Prozent relevant, 15 Prozent wünschten sich kostengünstige Kredite.

Ebay startet digitale Diskussionsreihe zu Fragen der Gleichberechtigung im Handel
In den nächsten Wochen diskutieren Experten aus dem Handelssektor im Rahmen der Ebay-Diskussionsreihe "Zusammen noch stärker" über den Begriff der Diversität, Fragen der Gleichberechtigung und der Chancen für Frauen im Handel. Zum Start am 17. März geht es um die Frage "Welche Maßnahmen braucht es, um die Gleichstellung von Frauen im Handel zu erreichen?" Am 22. März folgt das Thema "Die Hürden der Unternehmensgründung für Frauen", den Abschluss bildet am 30. März die Diskussion über "Personal Branding & Erhöhung von Sichtbarkeit".


///// HANDEL INTERNATIONAL

Bitcoin bleibt in der EU zulässig
In der EU bleibt der Handel mit Bitcoin weiter möglich. In Brüssel wurde wegen des hohen Energieverbrauchs und den daraus resultierenden Klimafolgen über ein Verbot der Kryptowährung diskutiert, das Verbot ist vom Tisch. Nach einer Meldung der Tagesschau ist der Entwurf für die Richtlinie vor der Abstimmung im Parlament geändert worden. Im Detail drehte es sich um "ökologisch nicht nachhaltige Konsensmechanismen", die das Verfahren bei Kryptowährungen darstellen, durch das sichergestellt wird, dass alle Teilnehmer einen einheitlichen Datenstand in der Blockchain haben. Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung solle nun in der nächsten Woche über den neuen Entwurf abstimmen.

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Sainsbury eröffnet den 400. Argos-Laden in einem Supermarkt
Die britische Supermarktkette Sainsbury setzt ihre Expansion der digitalen Ladengeschäfte von Argos weiter fort. In Sheffield hat die 400. Filiale in einem Supermarkt der Kette geöffnet, heißt es bei Internet Retailing. Die Kunden könnten nun ihre vorher online bestellten Gebrauchsgüter während ihres Lebensmitteleinkaufs abholen. Rund 90 Prozent der Einkäufe bei Argos erfolgten online, die Kunden könnten ihre Bestellungen aber auch vor Ort mit Hilfe eines Tablets abgeben. Mit dieser Neueröffnung befänden sich nun mehr als die Hälfte der Argos-Läden in einer Sainsbury-Filiale, die erste Eröffnung erfolgte 2015.


Made mit deutlichem Umsatzplus
Für den Online-Möbelhändler Made ging es 2021 beim Umsatz um 50 Prozent auf 371,9 Millionen Britische Pfund nach oben. Der Verlust vor Steuern lag im vergangenen Jahr bei 31,4 Millionen Britische Pfund, im Vorjahr waren es 14,6 Millionen Britische Pfund gewesen, meldet Internet Retailing. Durch die Lieferprobleme habe es am Jahresabsschluss noch offene Aufträge mit einem Volumen von 56 Millionen Britische Pfund gegeben, die steigenden Frachtkosten hätten sich ebenfalls negativ ausgewirkt. Einen Zuwachs vermeldete der Spezialist für Designmöbel bei den Kundenzahlen, die um 26 Prozent auf 1,3 Millionen angestiegen seien. Das Unternehmen befinde sich nach eigenen Angaben auf dem Weg, das geplante Umsatzziel von 1,2 Milliarden Britische Pfund bis 2025 zu erreichen.

Der Verlust wächst bei Global Fashion Group
Die Global Fashion Group hat ein durchwachsenes Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus um 17 Prozent auf rund 1,56 Milliarden Euro abgeschlossen, der operative Verlust vergrößerte sich im gleichen Zeitraum um 62 Prozent auf 104,7 Millionen Euro. Dabei ist der Umsatz des Online-Modehändlers im vierten Quartal nur noch um 13 Prozent auf 494,7 Millionen Euro angestiegen, berichtet Textilwirtschaft, im gleichen Zeitraum 2020 habe das Plus bei 19 Prozent gelegen. In dieser Drei-Monats-Frist sei der Ebit-Verlust von sechs auf 24,1 Millionen Euro angestiegen. Dabei gebe es global beträchtliche Unterschiede. In Australien sei es für die Tochtergesellschaft The Iconic um 43,2 Prozent nach oben gegangen, in Lateinamerika und Südostasien seien die Umsätze rückläufig gewesen. Unsicherheit für das laufende Jahr gebe es jetzt durch die russische Tochtergesellschaft Lamoda, eine genaue Prognose wolle der Luxemburger Konzern zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht abgeben.



///// TRENDS & TECH

Swiftly baut technische Lösungen für den Lebensmittelhandel aus
Das in Seattle beheimatete Start-up Swiftly setzt auf den weiteren Ausbau der technischen Lösungen für den Lebensmittelhandel. Mit neuen Anwendungen und Apps, mit denen die Kunden die Waren in den Geschäften schneller finden oder die Produkte mit Hilfe ihrer Handys einscannen können, sollen kleinere Ketten und einzelne Läden bessere Chancen gegen Amazon und andere Online-Riesen erhalten. Eine Kapitalspritze von 100 Millionen US-Dollar durch diverse Investoren machten diese Zukunftspläne möglich, berichtet Geek Wire. Zu den Anwendungen gehöre auch die Möglichkeit, die Produkte, die im Laden nicht verfügbar seien, sofort für die Lieferung nach Hause zu bestellen. Swiftly wolle den konventionellen Händlern so eine Verknüpfung von stationärem und elektronischem Handel bieten.

Gesetzliche Grenze für Google und Apple in Südkorea
Der Marktmacht von Apple und Google bezüglich ihrer Bezahlsysteme gegenüber IT-Firmen sind in Südkorea neue Grenzen gesetzt. Das neue Gesetz ist nach einem Bericht von Reuters das Erste in einer der großen Wirtschaftsnationen gegenüber den beiden Online-Riesen. Es soll am 15. März in Kraft treten und verhindern, dass Anbieter mobilen Contents zum Einsatz eines ausgewählten Dienstes gezwungen werden. Verboten sei nun unter anderem das Ablehnen, Blockieren oder Überprüfen von mobilem Content, bei dem Systeme von anderen Anbieter genutzt werden.

Wie das Start-up Stryze zu einer führenden D2C-Markenholding werden will
Im Markt der Aufkäufer von Amazon-Sellern fließen enorme Summen, denn E-Commerce-Marken werden von Investoren zunehmend als eine neue Klasse von Vermögenswerten gesehen. The Stryze Group gehört hierzulande zu den wichtigsten Aggregatoren - beschränkt sich aber nicht darauf, Amazon-Shops aufzukaufen. Was das Geschäftsmodell von anderen mit viel Geld ausgestatteten Playern unterscheidet, sagt Mitgründer und CEO Sebastian Funke im Etailment-Interview.


///// NACHHALTIGKEIT

EU will Unabhängigkeit von russischem Gas
Nicht zuletzt der Ukraine-Krieg zeigt die Gefahren der Abhängigkeit von russischer Energie mehr als deutlich. Nun will die EU reagieren und die Unabhängigkeit im Rahmen des Green Deal bis 2030 umsetzen. Der Anteil der erneuerbaren Energien muss kräftig wachsen, der Verbrauch fossiler Kraftstoffe ebenso deutlich sinken. Ein Plan, bei dem aber auch die Wirtschaft gefordert ist, denn der Energieverbrauch muss dafür innerhalb eines Jahres um zwei Drittel reduziert werden, schreibt das Handelsblatt. Notwendig sei neben der Steigerung erneuerbarer Energien und einer Erhöhung der LNG-Importe auch eine Senkung des Verbrauchs durch Unternehmen und Privatpersonen. Möglich seien aber auch Zwangsmaßnahmen für Unternehmen, wenn das Einsparvolumen sonst nicht erreicht werde.