Nie, nie, nie? Doch, doch, doch: Emma verkauft gut, sehr gut. Das Frankfurter Start-up wächst 2019 um 86 %, und das, weil es sich nur auf online und ein Mini-Sortiment mit Matratzen konzentriert, dafür aber viel Werbung auf reichweitenstarken Kanälen macht. Dass auch Butlers wieder eine Erfolgsspur gefunden hat, liegt an der Kombination aus Online- und Offline-Kanälen. Daraus folgt das Erfolgsrezept: Analysiere deine Kunden und sprich sie da an, wo sie sich aufhalten. Und verkaufe so, dass sie alles bequem nach Hause bekommen.

///// HANDEL NATIONAL
Wachstum mit Matratzen
150 Millionen Euro setzte das Start-up Emma 2019 mit dem Verkauf von Matratzen um – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 86 %. Und 50 Millionen Euro mehr als Gründer Dennis Schmoltzi im vergangenen Mai bei etailment in Aussicht stellte. Das Wachstum ist auch im Team sichtbar: 100 neue Kollegen stellte das Unternehmen aus Frankfurt ein. Schmoltzi und sein Mitgründer Manuel Müller führen ihren ihren Erfolg auf den Direktverkauf und die Internationalisierung zurück: Emma-Matratzen sind ist in 21 Ländern online zu haben. Und: Die Marke Dunlopillo ist zudem in 320 Möbelhäusern und Fachmärkten vertreten. "Wir stemmen unsere Marketingausgaben aus dem Cash Flow", so Schmoltzi. Außerdem investiert das Start-up in Fernseh-Werbung. Emma wurde 2013 gegründet und will 2020 beim Umsatz die 200 Millionen-Marge reißen.

Rewe will Kontrolle über Durst
Rewe will den Online-Getränkehändler Durst.de ganz, berichtet die Lebensmittelzeitung, und hat bereits im Januar bei den Kartellbehörden einen entsprechenden Antrag gestellt. Seit Frühjahr 2019 ist Rewe am Kölner Start-up Durststrecke beteligt, das an einer bundesweiten Plattform für Getränkebestellungen baut. Die Gründer Matthias Steinforth und Simon Biela halten zwar noch die Mehrheit, haben aber schon die Geschäftsführung niedergelegt. Geht offensichtlich nur noch um den Preis von Durst.

Gut kombiniert
Butlers wächst wieder: Die Möbelkette, die auch online verkauft, konnte 2019 ihren Umsatz um 8 % steigern, in einigen Filialen stiegen die Einnahmen sogar zweistellig. Butlers plant nun mit neuen Filialen und wird auch das Online-Angebot ausbauen, hat der Möbelmarkt erfahren.

Erfolgreicher Digital Commerce
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///// HANDEL INTERNATIONAL
Digital gegen Aldi und Lidl
Bis 2025 will Aldi in Großbritannien 1200 Läden betreiben, der Discounter aus Deutschland rechnet mit 3800 neuen Stellen. Die Offensive deutscher Discounter – auch Lidl ist auf der Insel aktiv – bringt britische Supermärkte unter Druck. Sainsbury will jetzt digital kontern und Marktanteile zurückgewinnen, berichtet das Handelsblatt: Dafür tauscht der Filialist die Führung aus. Im Juni übernimmt Simon Robert, er ist seit zwei Jahren bei Sainsbury und gilt als erfolgreicher Digitalisierer.

eBay entlässt
Läuft gerade nicht rund bei eBay: Im Herbst verließ CEO Devin Wenig den Konzern, danach folgte der verkauf von Stubhub, der Ticket-Plattform. Der Umsatz stagniert. Und jetzt entlässt der Online-Händler erste Mitarbeitende: 102 Angestellte aus den Niederlassungen in San Jose und San Francisco müssen sich beruflich neu orientieren, darunter auch Software-Ingenieure. Retail Dive steigt tiefer ein.

Fahrgeschäfte und mehr
Zielmlich hart ins Gericht geht Seeking Alpha mit Uber. Das Nachrichtenportal analysiert die Strategie von Uber, das eigentlich Uber Technologies heißt, und stellt fest: Essenslieferungen lohnen nicht, zumindest für den Konzern rund um Fahrdienstleistungen. Und weil sie schon am Analysieren waren, fielen den Autoren noch mehr wenig lukrative Geschäfte von Uber auf. Lesenswert.

Chinesische Plattform-Ökonomie
Wenn sich in Davos die Unternehmens-Lenker treffen, werden inzwischen auch Chinesen gehört: Alibaba-Chef Daniel Zhang erklärte in der Schweiz seine Plattform-Strategie und wie Daten beim Wachstum helfen. Interessanter Lesestoff von Alizilla. Zhang spricht im Interview übrigens auch von Nachhaltigkeit und Engagement (das ist inzwischen auch in China schick): Alibaba wolle den Armen Chinas dabei helfen, eigene Geschäfte aufzubauen und diese nachhaltig zu betreiben. Na klar, alles wird gut.

///// TRENDS & TECH


Mobile Gas geben
Nach Instagram kommt TikTok. Auch wenn die Communitie gewaltigen Ärger in den USA hat und gerade die Führung austauschen will – Händler sollten sich auch mit dieser Community beschäftigen: Weil sie hier die kauf- und ausgabefreudige Generation Z erreichen können. Das ist eine von 7 Entwicklungen, die Retail Dive zum Trend für 2020 erhebt. Außerdem sollten Händler sich um die richtigen und aussagekräftigen Daten kümmern, also deutlich weniger sammel. Hört, hört.

Zahlen des Tages
Im Vergleich zum Vorjahr gewann der Mobile Commerce 38 % neue Käufer, zeitgleich stiegen die Ausgaben der Verbraucher, die per Smartphone oderTablet bestellen um 68 %. Das rechnet BusinessofAppsvor, allerdings ohne reale Zahlen zu nennen. Interessant: Neue Mobile-Shopper geben im Schnitt 75 Dollar pro Bestellung aus, die versierten indes 41 Dollar. Die Wirtschaftswoche beziffert die Umsätze, die 2019 mobile durch Apps und Verkäufe erzielt wurden, auf 190 Milliarden US-Dollar.

Favorit der Leser
Dort verkaufen, wo die Kunden sind, klingt nach einer Binse. Verlangt aber Mut und Experimentierfreude – weil Verbraucher heute munter zwischen den verfügbaren Vertriebskanälen wechseln und überall zuschlagen. Wer seine Angebote darauf einstellt und verzahnt, gewinnt Umsatz; wer mit neuen Kanälen wie TikTok (s.o) experimentiert, neue Kunden.