Am vergangenen Wochenende gab es gleich mehrere Déjà-Vus: Das Klopapier wird noch teurer - ein Plus von 20 Prozent hat der Papier-Riese Essity angekündigt. Ryanair-Chef Michael O'Leary beschimpft die Mitglieder der britischen Regierung als Idioten und nennt sie unfähig. Der IFO-Geschäftsklima-Index fällt weiter. Und dann ist da noch Verdi, deren Amazon-Experte den Online-Riesen über eine Vergesellschaftung in die Schranken weisen will. Auch kündigt die Gewerkschaft Streiks bei Amazon vor Weihnachten an. Nicht viel Neues also zum Wochenstart im Weihnachtsendspurt. 

///// HANDEL NATIONAL
Rohlik/Knuspr investiert 45 Mio. Euro in München, Hamburg, Wien und Prag
Im September hatte die Knuspr-Mutter Rohlik angekündigt, bis 2025 insgesamt 400 Mio. Euro in Automatisierung und Warenhäuser zu investieren, los ging es in Garching für den bestehenden Knuspr-Standort München (das „Morning Briefing“ berichtete). Jetzt hat Rohlik „weitere Automatisierungsprojekte für Hamburg, Wien und Prag im Jahr 2022“ angekündigt. Damit würden 45. Mio. Euro Investitionen für Autostore-Kommissionssysteme und (in Prag) für ein Shuttlesystem erreicht. Als Startzeitpunkt für Hamburg nennt Rohlik den Herbst 2022. Für Rhein-Main steht auf Knuspr.de nach wie vor eine Ankündigung.

+++Anzeige+++

Erfahren Sie vom Schweizer Experten für Luxusuhren Bucherer, wie er mit den Herausforderungen der Pandemie umgeht. Maria Pfeifer berichtet aus erster Hand, wie nahtlos verknüpfte und personalisierte Einkaufserlebnisse nach dem Kauf realisiert werden. Außerdem stärken flexible Versandoptionen, aber auch Möglichkeiten wie Click & Collect die Kundenbindung und sorgen für mehr Umsatz im Unternehmen. Alle Details im Webinar.

Hugo Boss hat einen neuen Omnichannel-Chef
Das Modeunternehmen Hugo Boss hat sich für das kommende Jahr vorgenommen, das Umsatzziel von vier Mrd. Euro zu erreichen. Im Januar wird CEO Daniel Grieder einen neuen Markenauftritt präsentieren. Zudem hat Hugo Boss den Modemanager Jesper Reismann nun neu ins Team geholt, der den Omnichannel-Vertrieb weiter ausbauen soll. Reismann kommt von der Bestseller-Gruppe und war zuvor Vero Moda-Chef.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Vorgesetzter droht Amazon-Fahrerin im Tournado mit Jobverlust
Einer Fahrerin von Amazon soll von ihrem Vorgesetzten mit Jobverlust gedroht worden sein, wenn sie die Tour nicht beende, obwohl in der Kleinstadt Edwardsville bereits die Sirenen vor dem Tournado warnten. Die Textnachrichten, die der US-Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlicht hat, legen zudem nahe, dass die Beschäftigte aktiv dran gehindert wurde, sich in Sicherheit zu bringen. Laut Amazon arbeiten beide - Fahrerin und Vorgesetzter - bei Subunternehmen und hätten sich nicht an die Amazon-Sicherheitsvorschriften gehalten. 

Online-Shops in Österreich legen um 35 Prozent zu

Die 250 größten Online-Shops in Österreich machen gemeinsam einen Umsatz von über fünf Mrd. Euro - allein 45 Prozent erwirtschaften die TOP-10-Player. Auch in Österreich führt Amazon die Liste an. Die Zahl der Online-Shops wird in Österreich auf 15.000 geschätzt. Damit habe sich diese seit dem Jahr 2006 verfünffacht, heißt es in der aktuellen Studie E-Commerce-Markt Österreich 2021 von Statista. 

Villeroy & Boch startet pan-europäische crossmediale Marken-Kampagne
„Liebe Deine Zeit" ist der Titel einer Marken-Kampagne, die der Keramikhersteller Villeroy & Boch dieser Tage über alle Online-, TV- und Social-Media-Kanäle in Europa ausspielt. Ziel ist es, das Lebensgefühl einer jungen Zielgruppe zu adressieren, die Marke solle charmant, divers, unkonventionell und überraschend daherkommen. Die TV-Kampagne beginnt am 22. Dezember und läuft bis Jahresende. 


///// TRENDS & TECH

Log4j-Panik: Was Cyber-Experten Händlern jetzt raten
Für IT-Verantwortliche und -Sicherheitsbeauftragte wird sich das dritte Adventswochenende ins kollektive Gedächtnis einbrennen und vielen schlaflose Nächte bereitet haben: Eine Sicherheitslücke in der Software Log4j beherrscht seitdem die Technikschlagzeilen, das BSI warnte mit Alarmstufe Rot. Wie groß die Bedrohung für E-Commerce-Unternehmen ist und was Händler jetzt tun sollten, um sich zu schützen, erklärt Ole Sieverding von Cyberdirekt in einem Gastbeitrag.

Tod durch Überarbeitung bei Paketzustellern 
Paketzusteller sind großen physischen Belastungen ausgesetzt, ständiges Heben macht sie krank. Skeletterkrankungen sind häufig. Aber auch der tägliche Stress bei der Zustellung belastet die Fahrer:innen, berichtet Golem.de mit Berufung auf Betriebsräte mehrere Lieferdienste. In Südkorea ist der Tod durch Überarbeitung bei Paketboten bereits ein großes Thema, zeigt das Auslandsjournal in einer aktuellen Reportage. 21 Paketzusteller sollen während der Pandemie bereits durch Überarbeitung gestorben sein. Sehenswert. 

Retouren nach Weihnachten belasten Lieferketten zusätzlich
Der US-amerikanische Retouren-Spezialist Optoro warnt vor weiteren Belastungen der Lieferketten durch eine sehr große Retourenmenge nach den Weihnachtsfesttagen. Mindestens zwei von drei Verbraucher:innen würden ein Geschenk oder mehr zurücksenden. Auf über 66 Mrd. US-Dollar beziffert Optoro den Warenwert der Retouren. 

///// NACHHALTIGKEIT

Alibaba will bis 2030 CO2-neutral werden. Händler und Konsumenten sollen mithelfen
Der chinesische Online-Riese Alibaba ist für ehrgeizige Ziele bekannt. Nun hat das Unternehmen seinen ersten Carbon Neutrality Action Report veröffentlicht und will bis zum Jahr 2030 CO2-neutral zu werden. Dabei setzt Alibaba auf die Zusammenarbeit mit Händlern und Konsumenten, die mittels der Plattform für das hehre Ziel mobilisiert werden sollen. Bis zum Jahr 2035 strebt Alibaba eine Reduzierung von 1,5 Gigatonnen Kohlenstoff im Alibaba-Ökosystem an. 

Spielzeugbranche will nachhaltiger werden
Noch besteht Spielzeug überwiegend aus Plastik. Das soll sich laut einem Bericht der Wirtschaftswoche bald ändern, denn auch diese Branche hat den Megatrend Nachhaltigkeit für sich entdeckt. Auf der im Februar 2022 in Nürnberg stattfindenden Spielzeugmesse ist dem Thema eine Sonderfläche gewidmet. Bei den Konsument:innen spielt Nachhaltigkeit beim Kauf von Spielzeug auch aktuell eine eher untergeordnete Rolle. Nur 14 Prozent der Befragten bei einer Yougov-Umfrage legen darauf Wert. Auf immerhin 3,8 Mrd. Euro belaufen sich die Ausgaben der Bundesbürger für Spielzeug im Jahr 2021.