Mobile Commerce ist auf dem Vormarsch, daher ist diese Ankündigung der Deutschen Bahn eine gute Nachricht: Die isolierende Metallschicht der Fenster in künftigen ICEs soll per Laser so gerastert werden, dass mehr Mobilfunkwellen durchkommen. Das gelte, so Handelsblatt.com, für den kürzlich vorgestellten ICE 3 Neo, aber auch bestehende Züge würden sozusagen nachgelasert. Die ersten durchlässigen Züge sollen Ende 2022 fahren. Dauert also noch ein bisschen.

///// HANDEL NATIONAL
Zwei Jahre auf Bewährung für Fakeshop-Betreiber
Die Website Waschmaschino.de produziert eine Fehlermeldung – und früher offenbar auch nicht viel mehr: Das Amtsgericht München verurteilte den Mitbetreiber des Online-Shops, der unter der Adresse zu finden war, wegen 60-fachen Betruges zu zwei Jahren auf Bewährung sowie zu 5.400 Euro Geldstrafe (Az. 813 Ls 740 Js 2242/20). "Die professionell gestaltete Internetseite vermittelte äußerlich den Eindruck eines seriösen Online-Shops", so das Amtsgericht. "Ziel der Täter war es, Kunden zu Bestellungen und Vorabzahlungen zu veranlassen. Die bestellte Ware wurde nie versandt." Durch 60 Bestellungen seien fast 20.000 Euro Schaden entstanden. Das Urteil, in das auch 52 Fälle von gefälschten Ausweis-Scans einflossen, ist rechtskräftig.

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Zertifizierung "Omni-Channel-Manager"
An der Universität St.Gallen (Schweiz) startet am 23. Mai das vierte Omni-Channel-Management-Seminar. Absolventen werden zu zertifizierten (CAS) Omni-Channel-Managern. Zusammen mit Dozierenden (Universität St.Gallen, Universität Groningen, HEC Paris, Henley Business School) und namenhaften Praxisreferenten lernen Omni-Channel-Manager in sechs dreitätigen Modulen verteilt über zwölf Monate für Ihr Unternehmen die neusten Entwicklungen und Trends und profitieren von etablierten Tools zum Omni-Channel-Management in der Praxis. Profitieren Sie von diesem etablierten Praxisseminar und lösen Sie die Omni-Channel-Herausforderungen für Ihr Unternehmen.

Combi und Famila wollen mit Heimlieferung beginnen
Bünting, Teespezialist und Betreiber mehrerer Supermarkt-Marken, will im Jahr 2022 damit beginnen, aus seinen Combi- und Famila-Märkten heraus nach Hause zu liefern. Das soll "mit E-Mobilen und optional noch am gleichen Tag der Bestellung erfolgen", schreibt Lebensmittelzeitung.net. Strategisch sehe Bünting den Lieferdienst als Ergänzung des stationären Geschäfts sowie des zentralen Online-Vollsortimenters Mytime.de, den es seit 2012 gibt. Bünting wolle zudem Click & Collect auf alle Märkte ausrollen.

Pedal Records: Gorillas gründet Plattenlabel für die Belegschaft
Das ist mal ein überraschender Move: Der Lebensmittel-Lieferdienst Gorillas hat ein Plattenlabel exklusiv für seine Belegschaft gegründet (gemeinsam mit dem Berliner Label MNF), schreibt das Unternehmen auf Linkedin: Die Mitarbeiter könnten ihre Musik Branchenprofis vorlegen, "sobald ein Titel ausgewählt wurde, wird der Künstler während des gesamten Veröffentlichungsprozesses betreut und unterstützt." Der Name Pedal Records braucht wohl keine Erklärung (nicht zu verwechseln mit dem japanischen Label gleichen Namens). Sowohl "Gründerszene" als auch T3N.de werten die Gründung als Reaktion auf die Belegschaftsproteste der jüngeren Zeit.

Paypal beendet Abwicklung für Online-Shop der Freien Sachsen
Bezahl-Dienstleister Paypal wickelt keine Zahlungen für den Online-Shop der als rechtsextrem eingestuften Kleinpartei Freie Sachsen mehr ab. Das berichtet MDR.de unter Berufung auf die Geschäftsführung des Shops. Der Schritt bedeute zwar keinen Einschnitt für den Umsatz, aber mehr Aufwand, wird der Shop zitiert. Paypal selbst habe sich nur allgemein geäußert: Die Nutzungsrichtlinien erlaubten es nicht, Paypal für Dinge zu nutzen, die Hass, Gewalt oder rassistische Intoleranz fördern.

Superbowl.de – eher keine Goldgruben-Domain
Heute Nacht war ja der Super Bowl, das Finale der US-Football-Profiliga. Den Marketing-Bloggern von OMR ist aufgefallen, dass die Website Superbowl.de einer Regensburger Bowlingbahn gehört. Wäre die Domain nicht viel wertvoller als Merchandising-Shop für das US-Finale?, fragen sie. Spoiler: Eher nein. Das Bowlingcenter erhalte kaum Anfragen, ob die Website zu verkaufen sei, und ein SEO-Spezialist hält das Suchvolumen in Sachen Football schlicht für zu gering. Und sowieso wolle die Bowlingbahn den Namen nicht verkaufen.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Uni St. Gallen lobt Start-up-Preis für Händler aus
Zum zweiten Mal lässt die Universität St. Gallen deutsche, österreichische und Schweizer Start-ups aus Handel und Konsumgüterindustrie gegeneinander antreten. Bewerbungen für den "IRM Retail Startup Showcase" sind noch bis zum 20. März 2022 möglich. Die zehn besten Ideen werden für den 26. April 2022 nach in St. Gallen eingeladen, wo live ein Gewinner ermittelt wird – er erhält das Zertifikat "Top Swiss Retail Start-up 2022". Etailment.de verlost zehn Tickets für das Event.

Waitrose und Deliveroo starten Lieferdienst in London
Der britische Supermarkt-Betreiber Waitrose will von Ende Februar an einen Testlauf mit dem Lieferservice Deliveroo Hop starten. Rund 1.000 Produkte sollen innerhalb von zehn Minuten an der Tür sein. Das Angebot werde, so Internetretailing.net, von 8 Uhr bis Mitternacht gelten und zunächst für den Londoner Stadtteil Bermondsey. Dort solle ein gemeinsam betriebener Shop entstehen.

USA: Ebay hebt die Entgelte an
Ebay USA hat zum 1. März Entgelterhöhungen von durchschnittlich 0,3 Prozent (für Verkäufer mit Store auf Ebay.com) und 0,35 Prozent (für Verkäufer ohne Store) angekündigt. Das berichtet Tamebay.com aus dem "Winter 2022 Fee Update".

Kleine Amazon-Nachrichten in jeweils einem Satz
  • 60.000 Händler auf dem Amazon-Marktplatz haben 2021 mehr als eine Mio. US-Dollar Umsatz gemacht, doppelt so viele wie vor drei Jahren. (Schätzung von Marketplacepulse.com)
  • Im Jahr 2021 hat Amazon 16,9 Mrd. US-Dollar für Advertising und Promotion ausgegeben, das sind 32.000 Dollar pro Minute, und ist damit "auf dem Weg zum größten Advertiser der Welt". (Onlinemarketing.de)
  • In den USA werden Amazon-Ausfahrer zunehmend mit der Bitte konfrontiert, für ein Tiktok-Video ihre Lieferung vor den Überwachungskameras des Hauses tanzend zu vollziehen, was sie (ebenfalls zunehmend) nervt. (Businessinsider.com)
  • Geimpfte Mitarbeiter in den Amazon-Logistikzentren der USA brauchen keine Masken mehr zu tragen, gleichzeitig erhalten an Covid-19 Erkrankte nur Krankengeld, wenn sie geimpft sind. (Cnet.com)

///// TRENDS & TECH

OOOOO will Live-E-Commerce im Westen voranbringen
Im Marketing ist ein knackiger Name ein Gutteil der Miete: Das 2020 gegründete britischstämmige Start-up OOOOO will den Erfolg, den der Live-E-Commerce in China hat, in den westlichen Märkten wiederholen – da formuliert ein Name, der den Klang angenehmer Überraschung nachahmt, schon einen gewissen Anspruch. Wie Fastcompany.com schreibt, betreibt OOOOO ein rund 1.900 Quadratmeter großes Studio in Manchester, wo bereits Boohoo, Missguided und JD Sports Live-Verkaufs-Events produziert haben. Der Erfolg hänge allerdings nicht nur von der Technik, sondern auch von den Verbrauchern ab, zudem wachse der Wettbewerb. Das Ganze sei daher eine Wette.

Ohne gute Stammdaten kein Online-Erfolg
Erst mit dem Einstieg in den Online-Vertrieb merken viele Unternehmen, wie schlecht gepflegt und unvollständig ihre Stammdaten eigentlich sind. Dabei bilden sie die Voraussetzung für reibungslose Prozesse. Wer Kunden online ansprechen will, muss alle wichtigen Daten strukturiert ins Shop-Frontend bringen. Etailment erklärt, wie sich der Onlineshop effizient mit ERP, PIM oder CRM verbinden lässt.

Zwei optimistische Studien in Kürze
  • Fast die Hälfte der Nonfood-Einzelhandelsumsätze würden 2025 online gemacht, da immer mehr Leute von zu Hause aus arbeiten. So gäben rund 21 Prozent der Deutschen an, künftig weniger in Läden einzukaufen. (Studie "Ecommerce Delivery Benchmark" von Metapack und Retail Economics, Umfrage unter 6.000 Erwachsenen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA, laut Internetretailing.net)
  • Noch sei Großbritannien der Spitzenreiter, doch bis 2025 könne Deutschland die größte E-Commerce-Nation in Europa werden. 2020 habe GB 21 Prozent Anteil am Markt gehabt, Deutschland 19 Prozent. 2025 könnte GB mit 18 Prozent dicht hinter dem unveränderten Anteil Deutschlands liegen. (Studie "Digital Market Outlook 2022" von Statista, laut Internetworld.de)