Liebe Leserin, lieber Leser, viele Unternehmen und Start-ups reden fast nie über Pläne, Strategien, Lösungen, mauern Interviewanfragen ab. Wenn sie dann doch reden wollen - freiwillig - dringend - sagt die Erfahrung, dass hinter all den Jubelmeldungen oft eine Krise im Anmarsch ist und man gute Botschaften im Markt platzieren will. Einige große und illustre Namen haben derzeit bei uns angeklingelt. Es könnte also ein hartes Jahr 2019 werden. Wir (und Sie nun auch) sind also gewarnt.

Forscher bremsen Wachstumerwartungen für E-Commerce
Die Forscher von ibi research an der Universität Regensburg haben ihre Prognose zur Entwicklung des Online-Handels in den nächsten Jahren zurückgeschraubt. Sie gehen inzwischen von einem etwas langsameren Wachstum der E-Commerce-Umsätze aus.
Demnach könnte der Anteil der Online-Umsätze am Einzelhandel bis zum Jahr 2024 auf 17,0 Prozent ansteigen. Diese Zahl basiert auf dem sogenannten "progressiven Szenario" der Untersuchung. Im Jahr 2017 lag der Anteil noch bei 9,6 Prozent. Im "Basisszenario" – also dem wahrscheinlicheren Fall – wird der E-Commerce-Anteil etwas moderater steigen und 2024 bei 15 Prozent liegen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 6,6 Prozent.
"Berücksichtigt man, dass im Lebensmitteleinzelhandel der Online-Verkauf in der Breite noch kaum eine Rolle spielt, ergibt sich für den restlichen Einzelhandel (ohne Lebensmittel) bereits heute ein Online-Anteil am Umsatz von rund 15 Prozent", so Holger Seidenschwarz, Handelsexperte bei ibi research.

eBay lokal und digital mit Stickern
Einst schrieb sich eBay mit dem Piloten in Mönchengladbach die Förderung des lokalen Handels (die immer auch Förderung für eBay war) mächtig auf die Fahnen. So wirklich gezündet ist das Modell nicht. Ganz vom lokalen Handel lassen mag man aber auch nicht. Unter dem Dach von „lokal & digital“ will man lokale Einzelhändler bei der Verknüpfung von Online- und Offline-Handel weiter unterstützen. Unter anderem mit Experten-Tipps sowie Stickern und Anzeigetafeln für das Schaufenster und das Ladengeschäft, um auf den eBay-Shop aufmerksam zu machen. Was noch fehlt: Fähnchen. Dann wäre es eine runde Sache.

Windel-Händler im Kampf-Modus
Sorgenkind Windeln.de erzielte auf Basis vorläufiger Zahlen im vierten Quartal 2018 einen Umsatz von 26,2 Millionen Euro, plus 18 Prozent gegenüber Q3. Gründe: Ein gutes Weihnachtsgeschäft und reichlich Aktionen in der China. In DACH macht man indes nur noch ungefähr so viel Umsatz wie manch ein P&G-Regal in einem Kleinstadt-Supermarkt (Ironie off). Genauer: 5,9 Millionen Euro in Q4. Und in der Kasse? Tja. Und dann würde man gerne noch unter anderem eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis 10:1 durchführen. Ziel: An der Börse derzeit ein Penny-Stock, will man sich damit dann nach einer anschließenden Kapitalerhöhung kurstechnisch berappeln. Nicht gerade das Mittel der Wahl, um Vertrauen aufzubauen.

Otto kassiert instant
Eine Partnerschaft mit dem Mutterkonzern, der Otto Group, und der Hanseatic Bank macht es möglich: Der Online-Händler Otto steigt in den Instant Payment-Markt ein, meldet Internet World. Hinter dem Wortgetüm  verbirgt sich die Überweisung per Echtzeit. Instant Payments sehen eine sofortige und garantierte Verfügbarkeit der Mittel für den Zahlungsempfänger vor. Nicht erfolgreiche Überweisungsaufträge werden sofort zurückgewiesen. Dabei gilt ein Zeitlimit von maximal zehn Sekunden ab Validierung des Auftrags durch den Zahlungsdienstleister des Zahlers. Hier erklärt etailment den Standard.

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INTERNATIONAL

Amazon startet jetzt mit noch mehr Fliegern
Die Fracht-Fluggesellschaft von Amazon hat 20 neue Flugzeuge des Typs Boeing 767 F in ihre Flotte aufgenommen. Die Flotte verfügt nun über 40 Maschinen und bekommt in Cincinnati ein großes Drehkreuz. 20 weitere Flieger sind offenbar in Aussicht. Zum Vergleich: Die DHL-Flotte bringt rund 200 Maschinen in die Luft.

Digitec Galaxus macht kurz vor Umsatzmilliarde halt
Der Schweizer Handelsriese Digitec Galaxus AG wächst 2018 insgesamt um 15 Prozent  auf 993 Millionen Schweizer Franken. Sowohl der Elektronikhändler digitec als auch das Online-Warenhaus Galaxus wuchsen dabei zweistellig. Carpathia geht dabei von einem Umsatzsplit im Umfang von 80:20 zu Gunsten von Digitec.ch aus.

Jeff Bezos lässt sich scheiden
Amazon-Gründer Jeff Bezos und seine Frau MacKenzie lassen sich scheiden. Der Amazon-Boss verkündete dies via Twitter. An der Börse verlor die Aktie danach zwischenzeitlich rund ein Prozent.


TRENDS & FAKTEN

Alexa fürs Auge
Der Google-Glass-Nachfolger Vuzix Blade AR funktioniert im Zusammenspiel mit Amazon Alexa (Demo-Video). Sprich: Die Brille reagiert auch auf Spracheingaben. Anders gesagt: Der Fortschritt unternimmt alles, damit wir wie Clowns wirken, wenn wir ein Foto von unserem Cappuccino bei Instagram hochladen.

N26 steigt zum Unicorn auf
N26 bekommt laut Handelsblatt von Investoren wie Insight Venture Partners, GIC, Allianz-Versicherung und Earlybird Venture weitere 260 Millionen Euro. Damit steigt die Smartphone-Bank zum ersten deutschen Fintech-Unicorn auf. Die Bewertung liegt nun bei 2,3 Milliarden Euro.

Mastercard namenlos
Mastercard, vermutlich weil Karte nicht mehr zeitgemäß ist, verzichtet künftig auf dem Namen im Logo und zeigt sich nur noch mit rotem und gelbem Ball

Lesetipp des Tages
Pflichtlektüre nennt etailment-Gastautor Christian Otto Kelm ("Kelm`s Kanzel") die neuen Updates rund um Amazon Advertising. Vor allem das Thema Gebotsstrategie lohnt einen genauen Blick, denn da kann man mit der falschen Strategie viel Geld verpulvern.

Start-up des Tages
Search by Image: Per Deep-Learning-Technologie zeigt die Software von Fashwell das auf einem Bild gesuchte Produkt und produktnahe Alternativen.

Favorit der Leser am Vortag
Der Autohandel steht vor einem herausfordernden Jahr: Ob Direktvertrieb oder Dieselfahrverbote, die Vertriebspartner stecken im Dilemma.

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