Und wieder ein Déjà-vu: Am heutigen Mittwoch will die Konferenz der Ministerpräsidenten über Kontaktbeschränkungen vom 28. Dezember an beraten. Am Sonntag beklagte der HDE für die Woche vor dem 4. Advent ein rundes Drittel weniger Umsätze im stationären Handel als 2019. Womit Deutschland nicht alleine steht: Aus den USA werden für den vierten Adventssamstag 26 Prozent weniger Umsatz gemeldet. Es bleibt ein verrücktes Jahr. Auch das ein Déjà-vu.

///// HANDEL NATIONAL
Freiraum bringt Online-Produkte in stationäre Läden
Der Berliner Retail-as-a-Service-Anbieter Freiraum hat im ersten Stock des neuen Flagship-Stores von Görtz in Düsseldorf 50 Quadratmeter belegt, um "neue, frische Labels und Produkte, die sonst nur online verfügbar sind", zu verkaufen. Das berichtet Textilwirtschaft.de. Freiraum verlasse sein Modell, leerstehende Flächen mit Markenshops zu bespielen, und wolle künftig ausschließlich mit Partnern wie Görtz zusammenarbeiten. Derzeit seien 150 Marken im Programm, die Freiraum den Partnern bereitstelle, zusammen mit Technik zum Beispiel für das Sammeln von Kundendaten.

+++Anzeige+++

Erfahren Sie vom Schweizer Experten für Luxusuhren Bucherer, wie er mit den Herausforderungen der Pandemie umgeht. Maria Pfeifer berichtet aus erster Hand, wie nahtlos verknüpfte und personalisierte Einkaufserlebnisse nach dem Kauf realisiert werden. Außerdem stärken flexible Versandoptionen, aber auch Möglichkeiten wie Click & Collect die Kundenbindung und sorgen für mehr Umsatz im Unternehmen. Alle Details im Webinar.

Deutsche Post will keine Lebensmittel liefern
Die Deutsche Post DHL hat in den vergangenen Monaten im Kreis Heinsberg Lebensmitteleinkäufe zugestellt – das war aber nichts Strategisches: "Die Lebensmittellogistik mit ihren Anforderungen an Kühlung und Lieferzeiten ist eine Herausforderung, die sich in ein Massengeschäft, wie wir es mit Briefen und Paketen betreiben, nur mit extrem hohen Aufwand integrieren lässt", sagte Thomas Schneider, Betriebschef der Sparte Post & Pakete Deutschland, dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Logistik ist nicht gleich Logistik.

Otto-Manager danken per Konferenzcrash
Draußen wird es zu Weihnachten hin kalt, die Otto Group liefert etwas Wärmendes: Für das jährliche Jahresabschluss-Video haben Mitglieder des Vorstands Mitarbeiter angerufen, sie an ihren Arbeitsplätzen aufgesucht und sich in laufende Webkonferenzen eingewählt, um sich für die Leistung des abgelaufenen Jahres zu bedanken. Der E-Commerce kommt im Video "Bei Anruf Vorstand!" auch vor, unter anderem unterbrechen sie eine About-You-Konferenz (5:28) und besuchen einen Hermes-Fahrer an seinem Fahrzeug (6:40). Einmal scheint sogar eine versteckte Kamera die Angerufene in einer Pakethalle zu filmen (4:07).


///// HANDEL INTERNATIONAL

Großbritannien: Amazon ermöglicht Ratenzahlungen via Barclays
Amazon UK und die britische Bank Barclays bieten jetzt gemeinsam Ratenkäufe an: Die Option "Instalments by Barclays" erlaube für Summen von 100 Pfund an die monatliche Ratenzahlung, so Fashionunited.com. Sie gelte für "Millionen von Produkten" und ermögliche Laufzeiten von drei bis 48 Monaten. Barclays gebe jeden Antrag eigens frei, der Kredit könne auf einmal oder Stück für Stück ausgegeben werden. Zu den Zinsen wird nichts gesagt. In Deutschland bietet Amazon seit Herbst 2020 Ratenzahlungen via Barclaycard.

Zum Fest: Das sind die Retouren-Bedingungen von 31 US-Shops
Von Allbirds bis Walmart: Businessinsider.com hat für 31 US-amerikanische Webshops und Plattformen die Rückgabebedingungen im Weihnachtsgeschäft zusammengetragen. Ein Sieger wird nicht gekürt, und die Übersicht richtet sich an Endkunden – sie taugt aber für einen Vergleich mit dem, was überm Teich üblich ist.

Zwei E-Commerce-Finanzierungsrunden in Indien
  • Der Zehn-Minuten-Lieferdienst Zepto hat in einer Series-C-Finanzierung Zusagen über 100 Millionen US-Dollar erhalten, so Techinasia.com.
  • Cars24 erhält insgesamt 400 Mio. US-Dollar für die Expansion nach Südostasien, Australien und in die VAE, davon 300 Mio. Dollar Equity-Kapital aus einer Series-G-Runde und 100 Mio. Dollar an Fremdfinanzierung, schreibt ebenfalls Techinasia.com.

///// TRENDS & TECH

Was ist Headless Commerce?
Die Marketing-Blogger von OMR haben einen Erklärartikel darüber geschrieben, was sich hinter dem Schlagwort "Headless Commerce" verbirgt: das Konzept, Webshops nicht als einheitlichen Block zu programmieren, sondern aus voneinander getrennten Komponenten zusammenzusetzen. Die können durchaus von verschiedenen Herstellern stammen. Das erlaubt es zum Beispiel, vor das Backend verschiedene Frontends für Mobilgeräte, Smartwatches, Desktop-Computer oder Augmented Reality zu setzen. Wem das bekannt vorkommt: Headless Commerce und der verbreitetere Begriff Composable Commerce bezeichnen OMR zufolge dasselbe.

Wie angereicherte Kundendaten zu besseren Kauferlebnissen – und sogar zu weniger Retouren führen

Der Nutzen von Datenanalysen ist bekannt, dennoch hapert es in vielen Unternehmen bei der praktischen Umsetzung. Dabei verfügen gerade Händler über einen wahren Schatz an Kundendaten – sie müssen ihn nur heben. Wie Handelsunternehmen Surf-, Klick- und Kaufverhalten der Kunden mit weiteren Daten und Kennzahlen verknüpfen und wann Kunden überhaupt bereit sind, ihre Daten zu teilen, erläutert Etailment-Experte Felix Schirl von der trbo GmbH.

Cloudflight übernimmt Divante
Cloudflight, Softwareentwickler mit Sitzen in München und Frankfurt am Main, will sich "spätestens im Januar 2022" mit dem polnischen E-Commerce-Technik-Anbieter Divante zusammenschließen. Dessen 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 400 Kunden sollen übernommen werden, teilt Cloudflight mit. Es gehe um intuitive Frontends für Webshops sowie Methoden der Künstlichen Intelligenz für schnellere Prozesse im E-Commerce. Als Divante-Kunden werden Lampenwelt, Staples, Marc O’Polo und WEG Würth genannt.

///// NACHHALTIGKEIT

Ebay: 118 Prozent mehr Suchanfragen für klimaneutrale Produkte
Die Deutschen "kaufen im zweiten Jahr der Pandemie nachhaltiger und vermehrt lokal ein": So fasst Ebay Deutschland seinen Jahresrückblick zusammen, also die Auswertung der Suchanfragen des Jahres 2021. Unter anderem sei im Vergleich zum Jahr 2020 die Zahl der Suchen für klimaneutrale Produkte um 118 Prozent gestiegen, die für nachhaltige Sachen um 47 Prozent und die für Regionales um 23 Prozent. Auch die Zahl der Suchen nach Büchern zu Klimathemen lägen 100 bis 250 Prozent im Plus, die nach nachhaltiger Damenmode um 52 Prozent, die nach generalüberholter Elektronik um 20 Prozent.

Meeresschützer: 10.000 Tonnen Amazon-Plastikverpackungen gelangen ins Meer
Die US-amerikanische Meeresschutzorganisation Oceana nennt eine Zahl für die Menge an Plastikmüll in Flüssen und Meeren, die von Amazon stamme: 23,5 Mio. Pfund, das entspricht ca. 10.600 Tonnen. Oceana schätzt die Gesamtmenge an Plastikverpackung, die Amazon 2020 verursachte, auf 599 Mio. Pfund (ca. 271.700 Tonnen). Der Anteil, der davon ins Meer gelangt, sei aufgrund einer in der Zeitschrift "Science" veröffentlichten Studie bestimmt worden. Oceana nennt Deutschland und Indien als Märkte, in denen Amazon Willen zur Reduktion von Plastikmüll zeige. Die Oceana-Zahlen des Vorjahrs nannte Amazon (Basicthinking.de zufolge) "aufgebauscht".

Studie: Bitcoin-Mining erzeugt 30.000 Tonnen E-Schrott im Jahr
Eines Tages werden Kryptowährungen auch im E-Commerce akzeptiert – umweltfreundlich wird das aber nicht: Wie Giga.de aus einer Studie in der Zeitschrift "Resources, Conservation and Recycling" zitiert, verbraucht die Erzeugung (das Mining) zum Beispiel von Bitcoins nicht nur viel Strom, der Prozess belaste die Hardware derart, dass sie nach 1,29 Jahren verschlissen sei, was weltweit rund 30.700 Tonnen Elektroschrott pro Jahr bedeute. Zudem erzeuge jede Blockchain-Transaktion einer Bitcoin 272 Gramm Schrott. Das alles könne zudem die Lieferkrise für Halbleiter weiter verschärfen.