Eigentlich eine gute Nachricht: Rund 300 Produkte der DM-Eigenmarken "Balea", "Balea Men", "Alverde" und "Ebelin" sind ab sofort auf Galaxus.ch erhältlich, teilt DM mit. Da DM keine Märkte in der Schweiz betreibt, gibt es keine Kannibalisierung. Galaxus verweist auf die "schweizweit exklusive Zusammenarbeit" und kündigt bis Ende des Jahres weitere DM-Produkte an. Alles prima? Mnja. Obwohl Galaxus die höheren Preise in der Schweiz erklärt, muss sich der Händler gleich unter der Pressemitteilung sehr kritischen Fragen der Kundschaft stellen. So war das sicher nicht geplant.

///// HANDEL NATIONAL
TK Maxx vor dem Einstieg in den deutschen E-Commerce
Der US-amerikanische Modehändler TK Maxx, in Deutschland bisher ausschließlich mit 164 stationären Läden vertreten, plant den Einstieg in den hiesigen E-Commerce. Wie Textilwirtschaft.de erfahren hat, werde zurzeit in Düsseldorf ein eigenes Kundendienstzentrum aufgebaut. Ebenfalls in Düsseldorf soll es eine neue Abteilung für Kundenservice geben, die dann auch das Online-Geschäft betreue. Wann genau der deutsche Onlineshop mit welchem Geschäftsmodell starte, sei noch nicht bekannt. In Europa gebe es bisher nur in Großbritannien einen Online-Shop von TK Maxx.

Fotohändler Hama startet Online-Shops – auch für Händler

Hama, Spezialist für allerlei Zubehör der Segmente Foto, Video, Audio und Computer, verkauft jetzt auch online direkt an Endkunden. Das solle ausschließlich zum empfohlenen Verkaufspreis passieren, berichtet Internetworld.de, um den stationären Handel nicht zu brüskieren. Für die Händler, bisher der einzige Vertriebskanal von Hama, werde es unter anderem B2B-Shops geben. Internetworld.de nennt die neue Strategie "einen sichtbaren Bruch mit der Vergangenheit".

"Schöner wohnen" bekommt Produkt-Website
Der Verlag Gruner + Jahr hat im Umfeld seiner Zeitschrift "Schöner wohnen" eine Website gleichen Namens gestartet. Schoener-Wohnen-Kollektion.de ist allerdings eher Online-Katalog mit Händlersuche und Bestelloptionen denn ein vollwertiger Online-Shop.

Der nächste Sprung für die Importpreise
Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts ist es in Deutschland für die Importpreise ein weiteres Mal nach oben gegangen. Im September lagen sie um 17,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Eine ähnlich hohe Veränderung hat es nach Angaben der Statistiker 1981 während der zweiten Ölpreiskrise gegeben. Damals waren die Importpreise im August 1981 um 19,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. In diesem Sommer waren die Preise ebenfalls angestiegen, im Juli um 15 Prozent, im August um 16,5 Prozent, jeweils bezogen auf die Monate 2020. der Anstieg vom August 2021 zum September lag bei 1,3 Prozent. Bei den Verbrauchsgütern gingen die Preise im September um 3,3 Prozent nach oben, Gebrauchsgüter waren 2,9 Prozent teurer. Nach der Analyse der Behörde liegt der Hauptgrund für die kräftigen Preissprünge in der Entwicklung der Energiepreise.

Leichtes Plus für das Konsumklima der GfK
Die GfK erwartet für das Konsumklima im November einen Wert von 0,9 Punkten, ein leichtes Plus gegenüber Oktober, da hatten die Marktforscher mit 0,4 Punkten gerechnet. Doch bei der Analyse der einzelnen Sektoren zeige sich ein uneinheitliches Bild, heißt es. Die Sparneigung lasse deutlich nach, der Wert liege nun bei minus 45,2 Punkten, 13 Punkte weniger gegenüber dem Vormonat. Die Konjunkturerwartung weise 46,6 Punkte auf, was ein Minus um 1,9 Punkte bedeute, sich damit aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau bewege. Im Vergleich zum Vorjahr liege das Plus bei 40 Punkten. Die Zuversicht der deutschen Verbraucher sei nach wie vor vorhanden. In Folge der Inflationssorgen sei es für die Einkommenserwartungen aber deutlich um 14,1 Punkte nach unten gegangen, der Indikator zeige nun einen Wert von 23,3 Punkten an. Zum zweiten Mal hintereinander habe aber die Anschaffungsneigung zugelegt. Seit zehn Monaten sei der beste Wert erreicht, mit einem Plus von sechs Punkten stehe er nun bei 19,4 Punkten.


///// HANDEL INTERNATIONAL

Großbritannien: Very liefert Adidas und Rebook ohne Lagerberührung
Der britische Online-Händler Very mit Schwerpunkt auf Bekleidung hat ein lagerloses Fulfillment aus der Taufe gehoben: Ein Teil der Produkte von Adidas und Rebook werden kein Very-Lager von innen sehen, sondern direkt von den Herstellern an die Kundschaft geliefert. Damit sei die Zahl verfügbarer Produkte dieser Marken auf einen Schlag verdoppelt worden, so das Unternehmen. Demnächst will es das Konzept auf Marken wie Quiz, Lacoste, Kickers, Berghaus, Speedo und Ann Summers ausweiten.

Secondhand-Marktplatz Poshmark lässt die Marken ran
Poshmark.com, eine US-amerikanische Seite für Secondhand-Artikel unter anderem aus den Segmenten Mode, Inneneinrichtung und Schmuck, öffnet sich für Markenanbieter: Das Programm mit dem Namen "Brand Closet" (etwa "Markenkabinett") richtet sich explizit auch an große Marken, die über Social-Merchandising-Tools mit den Poshmark-Nutzern in Kontakt treten können (laut Unternehmen sind es rind 80 Mio.). Zu den Tools gehören Kommunikationskanäle wie "My Shoppers", Tools für zeitlich begrenzte Angebote ("Drops Soon") und so genannte "Posh Parties". Insgesamt klingt das neue Programm eher nach Neuware.

///// TRENDS & TECH

Drei Studien im Schnelldurchlauf
  • Die Online-Händler der Welt können in der Weihnachtssaison 2021 mit 910 Mrd. US-Dollar Umsatz rechnen, einem Plus von elf Prozent, so Adobe im "Shopping Forecast". (Onlinemarketing.de)
  • Wer in Deutschland ein Smart-TV-Gerät besitzt, kauft nach einer Werbeeinblendung sehr viel wahrscheinlicher das beworbene Produkt als wer vor einem klassischen Fernseher sitzt, so der Werbetechnik-Anbieter Magnite. (Ibusiness.de)
  • 39 Prozent der Leute, die Marktforscher Onfido befragt hat, gaben an, dass sie sich bei der Nutzung von Onlinediensten heute wohler fühlen als vor der Covid-19-Pandemie – 20 Prozent allerdings geben explizit an, dass sie sich unwohl führen. (Ibusiness.de)

Digitale Geldanlage im Supermarkt einkaufen
Gutscheinkarten für Online-Shops sind im stationären Einzelhandel ein gewohntes Bild. Quirion ist nach eigenen Angaben der erste Finanzdienstleister, der über Supermärkte Guthabenkarten für die Geldanlage anbietet. Der sogenannte Robo-Advisor Quirion ist eine auf börsengehandelten Fonds (ETFs) basierende digitale Vermögensverwaltung. Aktuell läuft die Verteilung der Gutscheinkarten in rund 3.600 Edeka-Märkten. Die Karten werden an der Supermarktkasse aktiviert und können dann online auf der Quirion-Website eingelöst werden. Wir verbinden die klassische Offline-Handelswelt mit unserer digitalen Online-Welt“, sagt Quirion-CEO Martin Daut. Mit den Gutscheinkarten will er auch diejenigen erreichen, die sich bisher noch nicht mit der Anlage am Kapitalmarkt beschäftigt haben.

///// NACHHALTIGKEIT

Start-ups: WLDOHO – mit plastikfreien Rasierern auf Expansionskurs
Umgerechnet 30 Milliarden Euro werden jährlich weltweit mit Einweg-Plastikrasierern umgesetzt. Beim Blick auf den Produktpreis wird klar: Das sind ganz schön viele Rasierer – und unglaublich viel Müll. Die Gründer des Start-ups WLDOHO aus dem pfälzischen Dudenhofen finden: Das muss sich ändern. Sie wollen dem guten, alten Rasierhobel zu einer Renaissance verhelfen.

Mytheresa will bis Mitte 2022 klimaneutral geworden sein
Der Münchner Luxus-Onlinehändler Mytheresa will vom laufenden Geschäftsjahr an (das am 30. Juni 2022 endet) klimaneutral arbeiten, berichtet Textilwirtschaft.de. Im Mittelpunkt stehe der eigene Geschäftsbetrieb einschließlich Lieferungen und Retouren, genauer: so genannte Scope-1- und Scope-2-Emissionen (Strom, Wärme, Kühlung, Flotte) und Teile von Scope-3-Emissionen (Flüge, Rechenzentren, Verpackungen, Logistik). Die Kundschaft könne für ein Zusatzentgelt dabei mitmachen.