Okay, er kann es sich leisten: Yusaku Maezawa will unbedingt zum Mond und hat sich deswegen in das Projekt SpaceX von Tesla-Förderer Elon Musk eingekauft. Dieses scheint so spannend und zeitaufwändig zu sein, dass der japanische Milliardär keine Zeit mehr hat für seine Geschäfte. Aber er sieht ein, dass er damit Unternehmen schadet – und verkauft diese. Die Online-Boutique Zozo hat deshalb eine Zukunft (und ihre Mitarbeitenden auch). Merke: Wer Träume leben will, sollte sich voll darauf konzentrieren können. Von was träumen Sie? Zeit, mal wieder darüber nachzudenken. Am besten in der warmen Herbstsonne. Wir wünschen daher ein schönes Wochenende.

///// HANDEL NATIONAL
Flexibler bezahlen und verpacken
Zalando probiert in Frankreich ein neues Bezahlverfahren aus: Dieses hängt nicht mehr am Check-Out, sondern an der Lieferung. Nach dem Auspacken und Anprobieren bekommen Kunden eine Mail, die ihnen alle Bezahlmöglichkeiten offeriert und sie damit schnell verlinkt. Auf den Zalando-Seiten erklärt Payment-Verantwortlicher Rick Centeno das Verfahren und die Gründe für die Veränderung. Damit nicht genug: In Skandinavien und Dänemark testet Zalando jetzt wiederverwertbare Versandtaschen, lässt das Unternehmen wissen. Allerdings: Es muss darauf vertrauen, dass die die nix zum Retournieren haben, die gelben Säcke zurückschicken.

Wachstum managen
MyTheresa geht's gut, sehr gut sogar: Die Online-Boutique freut sich über ein Umsatzwachstum von 25 % – und will dieses Wachstum jetzt auch organisatorisch und personell stemmen: Die Geschäftsführung um Michael Kliger wächst daher aus den eigenen Reihen von der Zweier- zur Fünfer-Kette, weiß die Textilwirtschaft (Abo). Bleibt zu hoffen, dass im Team ebenfalls Stellen geschaffen werden.

Ran an die Unternehmen
Computer, Fernseher, Waschmaschinen – bei Media-Saturn läuft das Geschäft gerade nicht rund. Nun sollen Unternehmenskunden für mehr Umsatz sorgen. Der Elektronik-Supermarkt startet jetzt mit seinem B2B-Angebot, 220 spezialisierte Kundenberater stehen online und in den Filialen bereit für Fragen und Service rund um Bürp-Elektronik und mehr. Die Lebensmittelzeitung hat sich das neue Angebot angeguckt (paid content).

///// INTERNATIONAL


Sammelrechnung
Amazon hat's mit Prime vorgemacht, nun zieht Walmart nach: Die Supermarktkette bietet ihren Kunden in ausgewählten US-Städten ein Lieferabo. Für 98 Dollar im Jahr oder knapp 13 im Monat liefert Walmart Lebensmittel umsonst aus, und zwar so oft der Kunde will, berichtet Internetworld. Zwei Lieferungen im Monat – und die Abogebühren wären amortisiert. Guter Deal. Walmart will 1400 Filialen ins Abo einbinden.

Alexa – ich weiß das
Amazon lässt jetzt Kunden Fragen beantworten, die an Alexa gestellt werden und auf die das Sprachsystem keine Antwort weiß. "Alexa Answers" heißt das Programm, für das sich Kunden anmelden und in dem sie Fragen und Antworten eingeben können. In der mehrmonatigen Betaphase, an der einige Tausend Tester teilnahmen, wurden bereits mögliche Dialoge protokolliert. Gibt Alexa die Antwort eines Kunden aus, sagt sie das an, berichtet Fast Company. Und so werden sich bald Unternehmen darum reißen, unter ihren Markennamen Fragen zu beantworten – noch eine Einnahmequelle für Amazon.

Take me to the Moon
So gehen Luxus-Probleme: Yusaku Maezawa will eigentlich mit Uber-Gründer Elon Musk zum Mond. Doch seine Geschäfte halten ihn auf dem Boden der Tatsachen – sein Online-Modeversand Zozo verliert Kunden, Geschäft und Reichweite. Jetzt zieht der exzentrische Milliardär die Reißleine und verkauft mehr als 30 seiner 37 % am Unternehmen an Yahoo in Japan, weiß das Handelsblatt. Während das Online-Unternehmen damit sein Shop- und Modeseiten aufhübschen will, kann sich Maezawa über umgerechnet 3,4 Milliarden Euro Verkaufserlös freuen – 384.400 Kilometer sind's schließlich zum Mond, gut, wer ausreichend Chaussee-Geld in der Tasche hat.

///// TRENDS & TECH

Fragen statt Wörter
Spracheingabesysteme haben inzwischen die Onlinesuche grundlegend verändert, glaubt Howard Lerman, Gründer und Geschäftsführer von Yext: "Die Welt der Suche ­erlebt einen massiven Wandel – weg von Keywords hin zu Fragen. Unternehmen müssen künftig überall perfekte Antworten bieten", so Lerman in einem Interview mit Internetworld. Interessant: Seine Lösungen fürs Suchmaschinenmarketing.

Schnell liefern, mehr einlagern
Klingt logisch, aber auch nach Mehrkosten: Damit Amazon seine Lieferzeiten weiter verkürzen kann, müssen die Lager gefüllt sein. Um 25 % auf nahezu 18,6 Milliarden Dollar sei folglich der Wert der Lagerware in den letzten Monaten gestiegen, rechnet Retaildive vor. Eine Entwicklung, die – zwar nicht so stark – auch bei der Konkurrenz zu beobachten ist. Das dürfte die Kosten für Marktplätze weiter erhöhen: Nicht nur Amazon wird von seinen Händlern größere Lagerbestände einfordern, um schneller liefern zu können.

Zahlen für den Tag
Schlechte Nachrichten für Zeitungen und Zeitschriften: 84 % der Marketingexperten wollen im nächsten Jahr die Investitionen in Online-Videos erhöhen, 70 % die Ausgaben für Social-Media und 63 % die Ausgaben für Podcasts. Und woher kommt das Geld? Es wird aus den Print-Etats ins Internet verschoben, so das Ergebnis einer Umfrage von Kantar: Danach planen 70 % der Befragten weniger Ausgaben für Zeitschriften-Anzeigen.

Favorit der Leser
Ab morgen gilt die PSD2: Die neue Payment Services Directive oder Zahlungsrichtilinie soll mehr Kooperation im Finanzbereich bringen und mehr Sicherheit. Händler sollten sich eigentlich bis morgen um sichere Identifizierungsverfahren beim Bezahlen, um Schnittstellen und Integration  bemüht haben. Doch bei der Umsetzung hapert es: Was noch zu tun ist und wie Unsicherheiten schnell beseitigt werden können, interessiert natürlich jetzt besonders.

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