Liebe Leserin, lieber Leser, sie demonstrieren für mehr Klimaschutz, sind aber nicht bereit, auf Einwegplastik zu verzichten. Sie kaufen bei Discountern wie Primark billigst Mode zum schnellen Wegwerfen und fordern Energie- und Autokonzerne heraus: Die Generation Z wird zu einer Herausforderung für die Politik – und für den Handel. Was ihr nicht passt, wird öffentlich gemacht in Petitionen, Shitstorms, sozialen Medien. Spannende Frage: Wie umgehen mit diesen Widersprüchen? Digitaltechnik wird hier sicher nicht helfen, auch wenn sich der Handel damit beschäftigen sollte.

Die neuen Kunden kommen
Mit der Generation Z – Teens und Twens von heute – kommen neue Kunden auf den Handel zu, meint die Wirtschaftswoche (Paid Content): Politisch interessiert und aktiv, fordert ein Teil dieser Generation vehement auf Demonstrationen und in Hauptversammlungen Nachhaltigkeit ein: Plastik, umweltschädliche Produkte, unsoziale Arbeitsweisen sind verpönt. Diese Jugend weiß, ihren Forderungen online massenhaft Aufmerksamkeit zu verleihen. Allerdings: Nur 11 % der Youngsters wollen laut einer Studie ihren Verbrauch von Einwegplastik senken. Und zieht Primark nicht gerade diese Generation in den Billigbann? Widersprüchlich.

Sicherheit für Drohnen
Seit zwei Jahren kooperieren Deutsche Telekom und die Deutsche Flugsicherung – nun entlassen sie das Start-up Droniq auf den Markt: Das gemeinsame Unternehmen will den Drohnenverkehr überwachen, so die Tagesschau, und Leitlinien für den sicheren Luftverkehr mit Frachtdrohnen entwickeln. Und natürlich auch vom zukünftigen Milliardenmarkt profitieren.

Fielmann will ins Netz
Neue Besen kehren besser: Seit Marc Fielmann die Geschäfte von Vater Günther übernahm,  drängt er ins Internet und zum E-Commerce. In Österreich testet das Unternehmen gerade die virtuelle Brillenanprobe. Das sind zwar keine ganz neuen Nachrichten, aber das Handelsblatt (Paid Content) hat Analysten befragt und beschreibt die Zukunft des Filialisten. Interessante Wochenendlektüre.

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Mit Amazon wachsen
Amazon macht es Händlern wahrlich nicht leicht: Die besten Tricks und Tipps sichern sich Händler auf dem Amazon Sales Kongress am 27. und 28. Juni in Frankfurt. Vorgestellt werden Wachstumsstrategien, erfolgreiche Werbemaßnahmen und wertvolle Einsichten in das wachsende Marktplatz-Geschäft.

INTERNATIONAL

Milliardendeal für Payment
Die Payment-Dienstleister in den USA konsolidieren: Laut Lebensmittelzeitung will der Zahlungsabwickler Global Payment seinen Konkurrenten Total Systems Services übernehmen. Preis für den Deal: mehr als 20 Milliarden US-Dollar. Es ist die dritte Megafusion in dieser Branche.

Microsoft macht jetzt auf Apple
Seinen ersten Flagship-Store in Europa will Microsoft am 11. Juli in London eröffnen, berichtet The Verge: Auf drei Etagen sollen Verbraucher sich auf Videowänden über Technik informieren, mit Videospielen beschäftigen, Theater und Workshops besuchen. Konkurrent Apple ist übrigens nur ein paar Häuser weiter. War da nicht mal was mit E-Commerce?

Birchbox kooperiert mit Walgreens
Kosmetikanbieter Birchbox kooperiert mit Walgreens und nennt seine Männerlinie jetzt "Grooming", so der Blog des New Yorker Unternehmens: In einigen Filialen der Apotheken-Kette kann die Kosmetik von Birchbox probiert werden, umgekehrt packt Birchbox in seine Abo-Kosmetik-Pakete Kosmetikproben von Walgreens. Was Onliner so tun für mehr Sichtbarkeit. "Heute fordere ich unsere Konkurrenz im Handel heraus, unsere 15 US-Dollar Mindestlohn zu übernehmen. Tut es! Oder geht auf 16 Dollar und fordert uns heraus. Das ist der Wettbewerb, von dem alle profitieren." - derstandard.at/2000101256475/Amazon-Chef-Bezos-fordert-Konkurrenz-zu-Lohnkampf-heraus"Heute fordere ich unsere Konkurrenz im Handel heraus, unsere 15 US-Dollar Mindestlohn zu übernehmen. Tut es! Oder geht auf 16 Dollar und fordert uns heraus. Das ist der Wettbewerb, von dem alle profitieren." - derstandard.at/2000101256475/Amazon-Chef-Bezos-fordert-Konkurrenz-zu-Lohnkampf-heraus"Heute fordere ich unsere Konkurrenz im Handel heraus, unsere 15 US-Dollar Mindestlohn zu übernehmen. Tut es! Oder geht auf 16 Dollar und fordert uns heraus. Das ist der Wettbewerb, von dem alle profitieren." - derstandard.at/2000101256475/Amazon-Chef-Bezos-fordert-Konkurrenz-zu-Lohnkampf-heraus

Roboter liefern
Autobauer Ford und das Start-up Agility Robotics testen die Warenlieferung durch Roboter. Die Maschinen sollen wie die Postboten die Pakete an die Haustür bringen, berichtet die Lebensmittelzeitung (Abo).

Amazon kriegt Ärger
Schnell, schnell, schnell – das läuft nicht immer gut: Noch vor der offiziellen Vorstellung von Motorola hat Amazon bereits das neue Modell Z4 verkauft, berichtet The Verge. Die Produktseite verschwand zwar schnell, war im Cache aber zu finden – und der Kunde erzählte von der Neuigkeit, die er in Händen hielt. Damit nicht genug: Amazon plant angeblich, kleinere Händler von der Plattform zu vergraulen – durch die Umschichtung ins Seller-Programm, will Bloomberg erfahren haben. Nicht zuletzt nähren sich Spekulationen, dass Amazon ins Telekomgeschäft einsteigen und Mobilfunkfrequenzen von T-Mobile und Sprint abkaufen will.

Milliarden-Miese
Den ersten Quartalsbericht nach dem Börsengang lieferte Uber: Der Fahrdienstvermittler machte bei drei Milliarden US-Dollar Umsatz mehr als eine Milliarde Miese. Das ist zwar ein Wachtum von 20 Prozent, im vergangenen Jahr hatte Uber aber noch Gewinne ausweisen können – nach dem Verkauf von Firmenteilen, rechnet CNN vor.


TRENDS & FAKTEN

Strategien zum Überleben
Alles im Fluss, gerade im Handel: Forbes beschreibt die zehn wichtigsten Erfahrungen vom Welt-Handelskongress 2019 in Amsterdam. Kleiner Vorgeschmack gefällig? Händler müssen neue Entwicklungen und Techniken schneller ins eigene Geschäft integrieren und ständig innovieren, weil sich Kundenwünsche inzwischen beinahe täglich wandeln. Pflichtlektüre.

Mit Service gegen Amazon
Auch das Handelsblatt nimmt sich der Zukunft des Handels an – allerdings aus einer anderen Warte: Bei ihm geht's um den E-Commerce und das beschleunigte Sterben kleinerer Shops. Deren Situation ist vergleichbar mit der des stationären Handel: Gegen die sinkende Frequenz wird auch hier als Strategie mehr Service und schnelleres Umdenken empfohlen. Lohnt zu lesen, wie auch Kelms Kanzel zum Thema.

Zahl des Tages
65 % der Verbraucher nutzen Apps, um sich exklusive Angebote und Deals zu sichern, zitiert Retail Dive eine Studie der US-amerikanischen Marktforschung Clutch. Weitere Gründe, Shopping-Apps zu nutzen, sind der Preisvergleich (54 %) sowie die Möglichkeit, mehr Produkte des Anbieters zu finden (41 %), Zeit im Laden (47 %), den Besuch im Laden zu sparen (44 %).

Start-up des Tages
Wasser wird mit Duft zum feinen Getränk. Die richtige Lektüre nach dem Vatertag: Wie Air up uns erfrischen will, zeigt etailment.

Favorit der Leser am Vortag
Auch ein Jahr nach Einführung der DSGVO herrscht noch immer Unsicherheit, wie Datensicherheit und Datenschutz umgesetzt werden: Bester Schutz sind informierte Mitarbeiter, meint Spezialistin Marie Schneider bei etailment.

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