Liebe Leserin, liebe Leser, 

Wer immer schon mal wissen wollte, wie ein Wettbewerbshüter arbeitet, kann das nun in einem Kurzfilm der Hochschule Düsseldorf und des Bundeskartellamts bestaunen. Der rundgesichtige Superheld "Kartell-Mann" deckt eine gemeine Eispreis-Absprache auf. Der Trickfilm richtet sich vor allem an junge Menschen. Doch die behäbige, kindgerechte Umsetzung ist vielleicht doch etwas zu naiv für ein so komplexes Thema. In diesem Sinne eine gute Wochenmitte ohne Wettbewerbsverzerrung.


EU will an das Geld der Internetgrößen:

Die EU-Kommission erwägt offenbar eine neue Steuer für große Digitalfirmen wie Google und Facebook, die in der Europäischen Union kaum Gewinne ausweisen. Der Umsatz der Konzerne soll mit einem Satz zwischen einem und fünf Prozent besteuert werden, meldet Futurezone. Der Vorschlag gelte für Unternehmen mit Umsätzen von zumindest 750 Millionen Euro weltweit und 10 Millionen Euro Digitalumsatz in Europa.

Gerry Weber verkauft über Amazon:

Gerry Weber will eine Verjüngungskur machen. Das Modeunternehmen startet Ende März mit „Gr8ful“ ein neues Premium-Label, das ausschließlich online vertrieben werden soll. Neben dem eigenen Webshop soll die Kollektion unter anderem auf den Seiten von Breuninger und Engelhorn wie auch bei Amazon und About You verkauft werden. Neue Ideen sind dringend nötig, denn Gerry Weber ist im vergangenen Geschäftsjahr in die Verlustzone gerutscht. 

Bitkom fordert kluge Verkehrskonzepte:

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Weg für kommunale Diesel-Fahrverbote frei gemacht. Doch ohne intelligente Verkehrskonzepte bringt das nichts, ist der Präsident des Digitalverbandes Bitkom, Achim Berg, überzeugt: „Die Ursachen der Luftverschmutzung bleiben unangetastet: ein ineffizienter Individualverkehr auf Basis fossiler Energieträger. Besser wäre es, sehr schnell und konsequent auf vernetzte und intelligente Mobilität zu setzen.“ In Stockholm seien in einem Modellversuch bereits vor Jahren die verkehrsbedingten Emissionen um 20 Prozent gesenkt worden, indem man ein intelligentes Verkehrsmanagement-System einführte.

Zalando investiert in Robotik-Startup:

Zalando hat sich eine Minderheitsbeteiligung an dem Logistikroboter-Spezialisten Magazino gesichert. Das Münchener Start-up entwickelt und produziert wahrnehmungsgesteuerte, mobile Roboter, die das Greifen und Transportieren von Stückgütern in der Intralogistik vollständig automatisieren. Zu den Investoren der jüngsten Finanzierungsrunde in Höhe von 20,1 Millionen Euro gehören der internationale Technologiekonzern Körber, Cellcom, Zalando sowie Fiege Logistik.

P7S1 stockt Amorelie-Anteile auf:

Der Mitgründer des Berliner Erotik-Shops Amorelie, Sebastian Pollok, wird das Unternehmen Ende März dieses Jahres verlassen, meldet Gründerszene. Parallel gibt es Veränderungen im Gesellschafterkreis: Mehrheitseigentümer ProSiebenSat.1 will seine 75 Prozent auf 98 Prozent aufstocken. Nach der Transaktion hält dann noch Mitgründerin Lea-Sophie Cramer die verbleiben 2 Prozent der Anteile.

Gescheiterte Digitalisierung ist teuer:

Menschen, Aktionen, Zusammenarbeit und Technologie: Einzelhändler auf der ganzen Welt haben Probleme, diese vier für die digitale Transformation notwendigen strategischen Elemente in Einklang zu bringen. Und die gescheiterten Digitalisierungsprojekte kommen die Händler teuer zu stehen, nämlich rund 330.000 Euro, hat das Technologieunternehmen Fujitsu in einer Studie errechnet.

2017 war ein gutes Jahr für Digitale Werbung:

Die digitale Werbung ist im vergangenen Jahr netto um 8 Prozent gewachsen. Das ist sogar ein Prozentpunkt mehr, als der Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) prognostiziert hat, meldet Horizont. Insgesamt beläuft sich das Netto-Umsatzvolumen des Digitalmarktes damit auf knapp 2 Milliarden Euro.

INTERNATIONAL

JD.com unterstützt Technologie-Startups:

Das chinesische E-Commerce-Unternehmen JD.com startet in Peking ein neues Programm für Startups, die sich mit Künstlicher Intelligenz und der dezentralen Datenbank Blockchain beschäftigen. Laut TechCrunch (englisch) soll das Projekt mit Namen „AI Catapult“ reale Anwendungen der neuen Technologien testen und unterstützt zu Beginn 6 junge Unternehmen.

Buuy.co.uk macht dicht:

Da half auch eine Crowdfunding-Kampagne nicht mehr: Der britische Marktplatz Buuy.co.uk zieht am heutigen 28. Februar den Stecker. Wie das Portal Tamebay (englisch) meldet, waren Finanzierung und fehlende Investitionen das Schlüsselproblem. Das nimmt nicht Wunder: Der Marktplatzbetreiber hat von den Verkäufern weder Gebühren noch Verkaufsprovisionen verlangt. 


TRENDS & FAKTEN

Innovationsradar für den Handel:

Blockchain, Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge: Schlagworte, die viele Händler erst einmal blass werden lassen, weil viel drüber reden und keiner so recht weiß, was man damit im Geschäftsalltag anfangen kann.  Das Beratungsunternehmen BearingPoint hat gemeinsam mit dem IIHD Institut in der Studie „Innovationsradar 2020“ die ihrer Meinung nach strategisch relevanten Themen von Handels- und Konsumgüterunternehmen untersucht und prognostiziert, wie die Technologie-Innovationen die Handelslandschaft 2020 grundlegend verändern werden.

BGH gibt Google Recht:

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass Google als Suchmaschinen-Betreiber nicht dafür haftet, wenn es Webseiten anzeigt, die die Persönlichkeitsrechte von Dritten verletzten. Google muss erst reagieren, wenn es durch einen konkreten Hinweis von einer offensichtlichen und auf den ersten Blick klar erkennbaren Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts Kenntnis erlangt, erläutert Rechtsanwalt  Christian Solmecke.

Zahl des Tages:

5,2 Jahre hat eine Kasse im Handel hierzulande im Schnitt auf dem Buckel. Damit ist sie angesichts der rasanten Technologieentwicklung zu alt, und so wollen 86 Prozent der Händler ihre Hardware in den kommenden Jahren ganz oder teilweise erneuern, zeigt die aktuelle Studie „Kassensysteme 2018“ des EHI Retail Institute.

Beliebtester Beitrag am Vortag:

Omnichannel ist ein großes Wort. Denn bis der Kunde nahtlos quer durch die Kanäle einkaufen kann, dauert es noch ein bisschen. Handelsunternehmen stecken mitten in der Konzeption und dem Ausbau zum „Smart Store“. Der weite Weg zum klugen Laden 

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