Der Markt für Lieferdienste ist heiß umkämpft, dauernd tut sich etwas. Nun unternimmt mal wieder Delivery Hero einen merklichen Schritt. Vor gut zwei Jahren hat sich das Unternehmen, das vor allem in Asien besonders stark aktiv ist, aus Deutschland verabschiedet. Nun sieht es so aus, dass das Dax-Unternehmen befürchtet, dass hier in Deutschland die Felle davon schwimmen. CEO Niklas Östberg erhöht das Tempo. Kurz nach dem Start von Foodpanda in Berlin steht nun die Übernahme der bereits tätigen Gorillas auf dem Plan. Für einen der großen Anbieter weltweit soll der deutsche Heimatmarkt nicht verloren gehen. Der Wettbewerb wird nicht leichter und es wird interessant zu beobachten, ob Delivery Hero rechtzeitig eingestiegen ist.

///// HANDEL NATIONAL

Die Konjunkturerwartungen schwächen sich ab
Der Handel muss sich in den nächsten Wochen auf ein Nachlassen der Konsumneigung der Verbraucher einstellen. Nach den neuesten Ergebnissen der GfK ist für den September mit einem Wert von minus 1,2 Punkten zu rechnen, im August lag der Wert bei minus 0,4 Punkten. Das Konsumklima wird innerhalb einer Umfrage mit diversen Teilfragen ermittelt. Zu den Teilfragen gehört auch die Konjunkturerwartung, die im August nur auf 40,8 Punkte kommt. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Rückgang von 13,8 Prozent, der zweite in Folge. Im Juni hatten die Marktforscher von GfK einen Spitzenwert für die vergangenen zehn Jahre ermittelt. Doch liege die Konjunkturerwartung immer noch auf einem hohen Niveau, erklären die Analysten. Als Gründe für den Rückgang im Konsumklima geben sie eine Unsicherheit bezüglich des Umgangs mit Ungeimpften, die Inflationsquote und einen Anstieg der Sparneigung an.

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Mehr Flexibilität mit den „Später Bezahlen“-Angeboten von PayPal

Der Online-Handel ist relevanter denn je und setzt seinen Erfolgskurs fort. Auch auf Händlerseite vergrößert sich der Markt. PayPal ermöglicht beiden Seiten beim Shopping nun noch flexibler zu sein. Die Umsätze des Online-Handels steigen konstant, doch auch die Bedürfnisse der Kunden bezüglich des Einkaufserlebnisses verändern sich. Je einfacher, sicherer und flexibler sich dieser gestaltet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden ihren Einkauf abschließen. Einen entscheidenden Beitrag hierzu können Händler mit den „Später Bezahlen“-Angeboten von PayPal leisten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Delivery Hero plant Einstieg bei Gorillas
Am gleichen Tag, an dem Delivery Hero über die roten Zahlen der ersten sechs Monate informierte, wurde bekannt, dass das Dax-Unternehmen beim Berliner Konkurrenten Gorillas einsteigen will. Als Summe für den Einstieg werden 200 Millionen Euro genannt, in der Folge könnten weitere 200 bis 400 Millionen Euro folgen, heißt es im Spiegel. Dabei gehe es aber nicht um eine 100-prozentige Übernahme. Von beiden Unternehmen gebe es aber keine Äußerungen. Der Verlust von Delivery Hero lag zwischen Januar und Juli bei 918 Millionen Euro, im gleichen Zeitraum 2020 waren es 448 Millionen Euro. Der bereinigte Betriebsverlust (Ebitda) nahm um knapp zehn Prozent auf fast 351 Millionen Euro zu, meldet dpa. Beim Umsatz konnte der Essenslieferdienst aber ein kräftiges Wachstum verzeichnen, er ist um 138 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro nach oben gegangen. Die Zahl der Bestellungen hat eine Marke von 1,22 Milliarden erreicht. Im März hatte Delivery Hero in Südkorea den Lieferdienst Woowa übernommen, dieser Kauf habe sich auch auf die Bilanz ausgewirkt. Delivery Hero hat dadurch aber die starke Marktposition in Asien gehalten, denn zuvor musste der dort ansässige Dienstleister Yogiyo verkauft werden. Erst vor wenigen Wochen ist der in Deutschland beheimatete Konzern nach seinem Ausstieg 2019 nun wieder hierzulande tätig geworden, in Berlin als erstem Markt ist Foodpanda für Delivery Hero unterwegs. Neben der Auslieferung fertiger Essen ist in der Zukunft auch der Transport von Lebensmitteln zu den Kunden vorgesehen.

Amazon verklagt Lieferdienst
Amazon geht juristisch gegen einen der für den Konzern tätigen Lieferdienste vor und hat Strafanzeige gegen die Oberland Logistik GmbH erstattet, berichten Business Insider und das ZDF-Magazin Frontal. Der Vorwurf richte sich gegen den Umgang des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern, die darüber berichtet hätten. Dies sei so weit gegangen, dass einige von ihnen bis zu 270 Pakete pro Tag ausliefern mussten. Schäden an den Fahrzeugen seien den Mitarbeitern in Rechnung gestellt worden oder von den Gehältern abgezogen, die den Fahrern angebotenen Unterkünfte seien nahezu unbewohnbar gewesen und die Fahrzeuge teilweise in schlechtem Zustand. Auch seien die Gehälter durch Abzüge teilweise auf wenige hundert Euro gesenkt worden. Gegenüber dem ZDF habe Amazon erklärt, dass die Lieferservicepartner sich vertraglich verpflichteten, die geltenden Gesetze insbesondere in Hinblick auf Löhne, Sozialabgaben und Arbeitszeiten einzuhalten.

Fielmann will Omnichannel-Auftritt verstärken
Fielmann setzt in der Zukunft auf einen stärkeren Ausbau des Omnichannel-Geschäfts. Nach einem Bericht von Internet World erwartet die Optikerkette für dieses Jahr einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro, ein Anstieg von 20 Prozent. In den ersten sechs Monaten habe das Plus bei 29 Prozent auf fast 790 Millionen Euro gelegen, im zweiten Quartal seien es Zuwächse von rund 60 Prozent gewesen. Die Prognose des Vorsteuergewinns für das Gesamtjahr sei von 200 Millionen Euro auf einen Wert über 200 Millionen angehoben worden. Diese Berechnung beruhe aber auf keinen größeren Einschränkungen durch die Pandemie für das Verkaufsgeschäft. In der ersten Jahreshälfte hätten die schwarzen Zahlen einen Wert von 64,5 Millionen Euro erreicht, ein Plus von 150 Prozent gegenüber 2020. Als einen wichtigen Faktor sehe die Unternehmensleitung das Online-Geschäft, aber auch die steigenden Impfquoten spielten eine Rolle. Daher solle der Vertrieb noch stärker über die Omnichannel-Plattform ablaufen, hierzu gehörten der Einsatz Künstlicher Intelligenz und einer neuen App.


///// HANDEL INTERNATIONAL


Point Pickup übernimmt Grocer Key
In den USA ist es zu einer weiteren Übernahme auf dem Markt der Lieferdienste gekommen. Die Point Pickup Technologies, ein Anbieter für die Auslieferung auf dem letzten Kilometer, ist neuer Eigentümer der Plattform Grocer Key. Der Preis für die Plattform liegt bei 42 Millionen US-Dollar, schreibt Tech Crunch. Mit der Übernahme könne Point Pickup den Handelspartnern ermöglichen, dass sie ihre kompletten Dienste von der Bestellung bis hin zur Auslieferung innerhalb eines Tages anbieten könnten. Dies könne dann unter ihrem eigenen Markennamen oder nicht unter dem eines dritten Unternehmens wie Instacart erfolgen. Instacart habe im vergangenen Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar erzielen können. Point Pickup wolle den Handelspartnern die volle Hoheit über ihre Kundendaten ermöglichen, so dass sie nicht bei Amazon oder Instacart landeten. Point Pickup arbeite unter anderem mit den zwei großen Handelskonzernen Walmart und Kroger zusammen, wolle nun aber verstärkt mit kleinen und mittleren Unternehmen kooperieren.

Chinesischer Videospielanbieter XD erhöht den Konkurrenzdruck
Der Wettbewerb auf dem weltweiten Markt für Computerspiele könnte enger werden. Nach einem Bericht von Bloomberg News will der chinesische Anbieter den Druck auf Google und Apple erhöhen. Mit einer Null-Provisions-Politik, die für die Spieleentwickler anfallen würde, wolle der Erfinder der Spiele-App Taptap die Zahl der weltweiten Nutzer auf das Niveau der Spieler in China steigern. Dafür setze das Unternehmen sowohl auf intern entwickelte Spiele als auch von außen ins Programm genommene. Mit den eigenen Produkten wolle XD, ein Unternehmen aus dem Hause des Tiktok-Besitzers Bytedance und von Alibaba, auf die Plattform locken, dazu komme eine starke Community der Computerspieler. In der ersten Hälfte des Jahres habe sich die Zahl der Nutzer weltweit auf 13,2 Millionen verfünffacht, in China liege sie bei 28,7 Millionen. Der Umsatz sei aber im gleichen Zeitraum um 4,3 Prozent auf 213 Millionen US-Dollar gesunken.

Booking.com muss in Russland Geldstrafe zahlen
Das Online-Reiseportal Booking.com ist in Russland zur Zahlung einer Geldstrafe von rund 14,9 Millionen Euro verurteilt worden, meldet dpa. Als Grund für die Entscheidung zähle für die russischen Wettbewerbsbehörden ein Missbrauch der Marktmacht durch Booking.com. Booking.com habe es russischen Hotels untersagt, ihre Produkte auf anderen Plattformen zu niedrigeren Preisen anzubieten. Damit würden die Interessen der Hotels verletzt und der Wettbewerb eingeschränkt. Auch in Deutschland hatte es gegen Booking.com ein ähnliches Verfahren durch das Bundeskartellamt gegeben, der Bundesgerichtshof hatte diese Form der Bestpreisklausel untersagt.


///// TRENDS & TECH

Preise im Online-Shopping in den USA steigen an
Online-Kunden in den USA müssen mit einem ansteigenden Preisniveau rechnen. Dies ist eines der Ergebnisse der Juli-Ausgabe des Adobe Digital Economy Index (DEI) Report, berichtet Fast Company. Innerhalb des Reports werde die Inflationsentwicklung untersucht. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass die Preise im Online-Handel Jahr für Jahr gesunken seien. Dies habe auf einem starken Wettbewerb und einer hohen Verfügbarkeit der Produkte beruht. Durch die Pandemie habe sich das Verbraucherverhalten geändert, in der Folge mit höherer Nachfrage und Schwierigkeiten in den Lieferketten. Innerhalb des Reports würden die Entwicklungen in 18 Produktbereichen untersucht, in zwölf seien die Preise im Juli höher gewesen als ein Jahr zuvor. Am stärksten seien die Preissteigerungen bei der Bekleidung mit 15,26 Prozent gewesen, bei den rezeptfreien Medikamenten sei es um 5,66 Prozent nach oben gegangen. Ein Rückgang habe es im Juli in sechs Produktsegmenten gegeben, doch sei dieser geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Insgesamt habe der Preisanstieg im Juli bei 3,1 Prozent gegenüber Juli 2020 gelegen.

Amazon startet zwei Projekte für Cybersicherheit
Amazon bietet Mitarbeitern und angeschlossenen Partnern in Großbritannien zwei Projekte zur Sicherung vor Cyberangriffen, schreibt Tamebay. Im Oktober biete der Konzern im Rahmen von Amazon Security Awareness kostenfreies Schulungsmaterial. Dabei gehe es um das Erkennen von Phishing-E-Mails oder die Verhinderung der telefonischen Weitergabe persönlicher Daten. Unter dem Namen Multi-Factor Authentication werde qualifizierten Kunden der Amadeus Web Services (AWS) eine technische Anwendung für einen besseren Datenschutz geboten. Für AWS-Kunden sei diese Anwendung kostenfrei verfügbar.

///// NACHHALTIGKEIT

DHL und Kaufland erweitern die Kooperation
DHL und Kaufland erweitern die Zusammenarbeit und haben sich auf eine Kooperation zur Nutzung des Go Green Plus Service des Logistikkonzerns geeinigt. Das Paket gilt für die FCL-Transporte, nach Angabe der beiden Partner sollen damit die CO2-Emissionen um rund 12.000 jährlich CO2e (CO2-Äquivalent-Emissionen) TtW (Tank-to-Wheel) gesenkt werden. DHL erklärt, dass durch die Nutzung von nachhaltigen Kraftstoffen eine vollständige Dekarbonisierung sowohl für Stückgutsendungen (LCL) als auch Container-Komplettladungen (FCL) möglich sei. Die Unternehmen würden sich ihrer ökologischen Verantwortung zunehmend bewusst, daher steige die Nachfrage nach grünen Transportlösungen, heißt es von DHL. Die Schwarz Gruppe, der Mutterkonzern von Kaufland, will so die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent senken, als Referenz gelten die Werte von 2019. Für Kaufland sollen die Emissionen bis 2030 um 80 Prozent verringert werden. Die Deutsche Post DHL Group gibt an, dass bis zu diesem Zeitpunkt der Anteil der nachhaltigen Kraftstoffe insgesamt 30 Prozent des Treibstoffbedarfs erreichen soll.