Viel Geld verbrennen, schnell wachsen  - die Glaubensregel aus dem Silicon Valley scheint nicht mehr zu gelten, beobachtet die New York Times. Selbst attraktive Start-ups treten bei Börsenplänen nun auf die Bremse. Die Zeiten für Start-ups und Unicorns werden insgesamt härter. Die Geldgeber schauen genauer hin. Plötzlich werden ganz alte Tugenden wieder wichtig: Profite beispielsweise. Die Party, scheint es, geht vorerst zu Ende. 

///// HANDEL NATIONAL
Picnic erreicht jetzt eine Million Kunden
Lange war die Kölner Rewe der Tempo-Macher bei E-Food. Den Rang macht dem Handelsriesen inzwischen Picnic streitig. Das dürfte man in Köln mit Margengrimmen sehen, ist doch der Erzrivale Edeka erheblich an Picnic beteiligt. Der Newcomer aus den Niederlanden eröffnet gerade seinen zehnten Standort, diesmal in Essen und ist für nun eine Million Haushalte in Deutschland verfügbar. Insgesamt beliefert Picnic in Deutschland aber gerade erst über 60.000 Kunden.
Aber auch die Rewe, trotz zuletzt gemütlicher Expansion mit reichlich Vorsprung in rund 80 Städten unterwegs, kann schnell sein. In Berlin, Hamburg, Hannover, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, München und Mannheim bietet der Supermarkt-Riese inzwischen Same Day Delivery. Mehr zum Thema E-Food lesen Sie in unserem aktuellen Whitepaper.

Erfolgreiches Kapitel für Thalia
Thalia hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2018/19 um rund 6% gesteigert, wächst im Netz um 5%, auf der Fläche um 2% und will rund 30 neue Filialen eröffnen. Buchhandelsketten-Boss Michael Busch spricht laut SZ vom "erfolgreichsten Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte". 

ADAC-Shop legt zu
Mit 20 Millionen Mitgliedern könnte der ADAC für seinen Online-Shop eigentlich eine gewaltige Grundreichweite monetarisieren. Seit der Shopumstellung auf Basis von Shopware 5 im Sommer werden zumindest schon mal 34% mehr Umsatz im Vergleich zum Vorjahr generiert. Basis: unklar. Da ginge sicher mehr, wenn sich das Sortiment nicht gar so eng an Fahrzeug- und Reise-Themen binden würde, die dann zudem eher übersichtlich bestückt werden.      

///// INTERNATIONAL

Google greift Amazon an
Google greift Amazon zusehends an und hübscht sich für das Shopping auf. Die Shopping-Seite bekommt einen neuen Look, es gibt Preisverfolgungs-Feature, eine personalisierte Startseite, eine bessere Integration des lokalen Lieferservices, Google Express, eine visuelle Suche mit Google Lens nach passenden Outfits und Google-Garantie.
In Frankreich und den USA hat der Tech-Riese zudem mit den ebenfalls integrierten Google Shopping Actions längst einen Schritt in Richtung Markplatz gemacht. Das Feature erlaubt es, Produkte direkt in den Suchergebnissen zu kaufen. Kauf und Bezahlung können dabei direkt bei Google erledigt werden. 

Postmates vertagt Börsengang
Nach den jüngste IPO-Enttäuschungen (Uber, Slack, WeWork, Peleton, etc) verfängt die Story "Silicon Valley" nicht mehr bei Anlegern. Postmates vertagt daher wohl den geplanten Börsengang. Der Food-Lieferdienst Postmates, der unter anderem mit Walmart kooperiert, hatte einen IPO noch für dieses Jahr angedacht. Doch das Umfeld erscheint derzeit nicht länger günstig. Postmates, das auch an autonomen Lieferwagen arbeitet, wurde von dem Deutschen Bastian Lehmann gegründet.

Toys´R´Us kommt zurück
Toys´R´Us kommt in den USA nach der Pleite im vergangenen Jahr als Onlineshop zurück. Der Haken: Käufer werden zu Target.com weitergeleitet, um den Kauf abzuschließen.  CNBC hat die Details über die Verflechtung im Spielzeugland. 


///// TRENDS & TECH


Adidas verkauft via Snapchat
Adidas und Dick's Sports Goods sponsern das erste Snapchat-Videospiel, in dem Nutzer einen limitierten Sportschuh direkt kaufen können. Das Spiel "Baseball's Next Level" in Retro-Optik startet mit den Playoffs der Major League Baseball und der World Series. Den Schuh gibt es auch im Online-Shop.

Zahl des Tages
Inzwischen kommen 38% der 10.000 größten Seller auf Amazon.com aus China. In Deutschland sind es 28%. Das sagt eine Studie des Marktforschungsunternehmen Marketplace Pulse.

Favorit der Leser
Es tut sich was bei den Marktplätzen: Zwar bevorzugen Konsumenten derzeit noch etablierte Online-Plattformen. Aber das Interesse für neue Anbieter wie Wish und AliExpress wächst, zeigt eine Studie.

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